Schlieren
Der erste Schwimmzug in der neuen Schlieremer Bio-Badi

Sanftes Wasser und harte Bauarbeiten im Bio-Schwimmbad Im Moos vor der Eröffnung am 16. Juli. Nach den ersten Schwimmzügen steht fest: Die frisch sanierte Badi in Schlieren macht Leute glücklich, die Natur am liebsten «light» geniessen.

Nicole Emmenegger
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Endspurt für die neue Bio-Badi in Schlieren
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Erste Schwimmzüge im biologisch gereinigten Wasser
Dieses Wasser wird biologisch gereinigt
Kühner Sprung von der Kletterwand
Das Regenerationsbecken der Biobadi

Endspurt für die neue Bio-Badi in Schlieren

AZ

Das Wasser ist sanft wie im See – aber die Füsse verheddern sich nicht im Seegras und werden nicht von Fischen gekitzelt. Das Wasser schmeckt nicht nach Algen und ist laut Betreiber nie kälter als 23 Grad Celsius.

Ratternde Baumaschinen rund um das Schwimmbecken lenken momentan noch von diesen Vorzügen ab. Bis die Badi am 16. Juli ihre Pforten öffnet, müssen die Arbeiter noch einiges erledigen – obwohl die Eröffnung ursprünglich schon Anfang Juli geplant war: Die Platten rund um die Becken und im Restaurant sind nicht fertig verlegt, Pflanzen müssen gesetzt und Geländer montiert werden.

«Der Zeitplan ist sehr eng. Deshalb konnten wir den Rückstand bei den Umgebungsarbeiten, den uns die schlechte Witterung im Winter eingebracht hat, nicht aufholen», sagt Ingenieur Rainer Grafinger, der Generalplaner für die Aussenanlagen ist.

Badewasser schon 24 Grad warm

Nebst der Umgebung ist auch das mit Bio-Erdgas betriebene Blockheizkraftwerk noch nicht einsatzbereit – wegen fehlender Anschlüsse, wie Grafinger sagt. Dank der warmen Witterung sei das Wasser allerdings auch ohne Heizung bereits geschätzte 24 Grad Celsius warm. «Und bis zum 16. Juli sollte das Blockheizkraftwerk laufen.» Was den Eindruck der Badi derzeit ebenfalls noch etwas trübt: Baustaub hat sich auf dem mit grüner Folie ausgelegten Boden der Wasserbecken abgesetzt. Die Reinigungsroboter werden laut Grafinger vor der Eröffnung für klare Verhältnisse sorgen.

Kein Magenrumpeln

Während die Heizung noch still steht, arbeitet die Natur in den idyllischen Teichen am oberen Rand des Schwimmbad-Areals, fernab der Blicke der Menschen. Mikroorganismen im Kiesgrund und im Wasser sowie Seerosen und Röhrichtpflanzen reinigen hier das in die Aufbereitungsbecken gepumpte Badewasser – ganz ohne Unterstützung von Chlor und anderen Chemikalien.

Laut Grafinger erbringen sie aktuell 60 Prozent ihrer optimalen Reinigungsleistung; in den nächsten zwei Wochen sollen sie 80 Prozent erreichen. Schon bei 60 Prozent könne die Wasserqualität selbst bei der maximal erwarteten Gästezahl garantiert werden, so der Ingenieur. Dass die Wasserqualität zumindest heute noch unbedenklich ist, zeigt sich Stunden nach dem Schwimmen: Obwohl die Schwimmerin Wasser verschluckt hat, bleibt das Magenrumpeln aus.

Das Wasser bleibt über Winter

Ebenfalls erst nach dem Badeplausch macht sich ein weiterer Pluspunkt für die natürliche Wasserreinigung bemerkbar: Haut und Haare fühlen sich glatt statt klebrig an, der penetrante Chlorgeruch fällt weg und die Augen brennen nicht.

Die kleinen Tiere und Lebewesen halten das Wasser auch ausserhalb der Badesaison sauber, wie Ingenieur Grafinger sagt. Deshalb müsse das Wasser in den Schwimm- und Planschbecken nur alle zwei bis drei Jahre entleert werden, was Kosten spare. Bei herkömmlichen Schwimmbädern wird das Wasser jedes Jahr ausgetauscht. Weil die Mikroorganismen in den Aufbereitungsteichen überwintern und nicht jeden Frühling neu angesiedelt werden, soll die Badi Im Moos laut Grafinger künftig pünktlich für den Saisonstart bereit sein: «Auf die Natur muss man bestimmt keine Rücksicht nehmen.»