Defibrilator
Der erste öffentliche Lebensretter Dietikons hängt am Kirchplatz

Mit dem ersten öffentlichen Defibrillator in Dietikon können auch Laien Nothilfe leisten. Die Stadt hat ihn vom Lions Club Limmattal geschenkt bekommen. Sein Wert: 3000 Franken.

Florian Schmitz
Merken
Drucken
Teilen
René Schmid übergibt Stadtrat Heinz Illi den verpackten Defibrillator.

René Schmid übergibt Stadtrat Heinz Illi den verpackten Defibrillator.

Florian Schmitz

Jetzt hat der Dietiker Kirchplatz endlich zur Zürcher Bahnhofstrasse aufgeschlossen. Nein, damit sind nicht die Mieten oder luxuriöse Läden gemeint, sondern die Möglichkeit, bei einem gesundheitlichen Notfall auf potenziell lebensrettende Technologie zurückgreifen zu können. Denn im Stadtzentrum wurde neben der City Apotheke der erste Defibrillator Dietikons auf öffentlichem Raum installiert.

Wie und wann setze ich einen Defibrillator ein?

«Das Wichtigste, wenn man einen Unfall beobachtet, ist es, sofort den Notruf zu wählen», stellt Facharzt René Schmid klar. Denn sobald man sich um einen verletzten Menschen kümmert, sei alles andere schnell vergessen. Ist der Patient bewusstlos, sollte schnellstmöglich mit der cardiopulmonalen Reanimation begonnen werden. Die neusten Richtlinien gewichten dabei laut Schmid die Herzdruckmassage viel höher als die Mund-zu-Mund-Beatmung. Offiziell lautet die Vorgabe 30:2, was bedeutet, dass auf 30 Stösse Herzdruckmassage zwei Atemstösse folgen. Auch wenn keine Beatmung möglich ist, sollte die Herzdruckmassage immer angewendet werden. Reagiert der Patient nach kurzer Zeit nicht auf die Wiederbelebung, kommt der Defibrillator zum Einsatz. Der Anleitung folgend, werden die mit dem Gerät verkabelten Pads an den beschriebenen Stellen befestigt. Anschliessend analysiert der Defibrillator den Patienten und übernimmt ab diesem Zeitpunkt die Führung. Mit präzisen, gesprochenen Anweisungen sagt das Gerät dem Nothelfer, ob er per Knopfdruck einen Schock abgeben oder mit der Herzdruckmassage fortfahren soll. «Das Gerät ist selbsterklärend und man kann eigentlich nichts falsch machen», sagt Schmid und fährt fort: «Das Schlimmste, was man machen kann, ist einen Menschen in Not einfach liegen zu lassen und gar nichts zu machen.» (flo(

Das rund 3000 Franken teure Gerät wurde der Stadt vom Lions Club Limmattal geschenkt (die Limmattaler Zeitung berichtete). Am Samstag nahm Stadtrat Heinz Illi den neuen Defibrillator im Namen der Stadt offiziell in Empfang. Als René Schmid, Facharzt für Allgemeinmedizin und Activity-Chef beim Lions Club, bei der Übergabe den Kasten öffnete, um das unscheinbar verpackte Gerät darin zu versorgen, dröhnte ein lauter Alarm über den Kirchplatz. Dieser stellt sicher, dass ein Notfall nicht unbemerkt bleibt, beugt aber auch etwaigem Missbrauch vor. Unter den Anwesenden freute sich auch Stadtpräsident Otto Müller als Mitglied des Lions Clubs über den neuen medizinischen Lebensretter.

Im Ernstfall ist das Gerät für jedermann zugänglich und kann in den ersten Minuten vor dem Eintreffen der Sanität die Überlebenschancen bei Herzrhythmusstörungen deutlich erhöhen. Mit Stromstössen kann der Defibrillator das lebensgefährliche Flimmern in den Herzkammern beenden. Bleibt zu hoffen, dass das neue Gerät auf dem Kirchplatz noch lange nicht zum Einsatz kommen muss.