Dietikon
Der erste Gast im Insektenhotel heisst «Bini der Marienkäfer»

Im Chrüzacher wurde unter dem Motto «Wohnräume, Lebensträume» gewerkt, was das Zeug hielt. Zehn Kinder zwischen 8 und 14 Jahren hobelten, sägten, bohrten und hämmerten in dem Ferienkurs für ein neues Insektenhotel.

Gioia Lenggenhager
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Claudia Zumbühl bestimmt mit den Mädchen die Art des Käfers
11 Bilder
Sabina, 9, und Samara, 9, wundern sich ab dem grün schillernden Käfer
Simone, 8, und Ilenia, 9, basteln ein Flugzeug
Luana malt einen Käfer auf Holz
Kinder basteln ein Insektenhotel
Claudia Zumbühl hilft den Kindern, einen sternförmigen Tisch aus Kartonröhren zu bauen
Luana, 8, und Athina, 11, basteln einen Hocker aus Wellkarton
Tobias darf Probe sitzen
Samara und Sabrina haben noch eine weitere Insektenart gefangen
Zwerghase Flitzi ist trächtig - sie wird dem Chrüzacher bald Nachwuchs bescheren

Claudia Zumbühl bestimmt mit den Mädchen die Art des Käfers

Gioia Lenggenhager

Das Resultat der harten Arbeit darf sich sehen lassen: Seit kurzem steht am Eingang der Freizeitanlage ein nigelnagelneues Insektenhotel.

Die ersten Gäste haben die Kinder auch gleich selber gefangen. «Käfi» haben Sabrina und Samara den grün schillernden Käfer getauft. Vorgängerin «Bini» war ein Glücksbringer - der Marienkäfer habe sich im Insektenhotel gut eingelebt, versicherten die Mädchen. Gedacht ist der Nistplatz aus Backsteinen, Schilf und Holz allerdings für Wildbienen: nützliche Insekten, die nicht stechen. Die vom Aussterben bedrohten Einzelgänger bestäuben Blüten.

Kompetenzen fürs Leben

Nebst Fachwissen lernten die Kinder im Ferienkurs auch Kompetenzen fürs Leben: «In Gruppenarbeiten diskutieren sie konstruktiv, bringen eigene Ideen ein und finden gemeinsam Lösungen», erklärte Claudia Zumbühl, stellvertretende Leiterin der Freizeitanlage. Zusätzlich bräuchten die Kinder beim Werken die Feinmotorik, das räumliche Vorstellungsvermögen, viel Kreativität und Geschick.

«Eigentlich geht es weniger um das Endprodukt als um den Prozess, der allen grosse Freude macht.» An ihrer Arbeit mit Kindern schätzt die Gestaltungspädagogin vor allem «ihre Begeisterungsfähigkeit, die Unbeschwertheit und die Spontanität.»

Auf nach Hollywood! Oder Berlin?

Mit viel Leim, Geduld und Fingerspitzengefühl bauten die Kinder nebst dem Insektenhotel einen sternförmigen Tisch, eine Lounge und Stühle. Die Möbel aus Wellkarton und Verpackungsröhren werden in Zukunft im Eingangsraum des Werkzimmers zum Verweilen einladen.

Ilenia und Simone hatten andere Pläne: Das Duo bastelte aus alten Kartonschachteln ein Flugzeug. «Damit fliegen wir nach Hollywood», sagte die Neunjährige. Kollege Simone machte seiner Co-Pilotin aber einen Strich durch die Rechnung: Er wolle lieber nach Berlin. Ausserdem gab der Achtjährige zu bedenken: «Uns fehlt noch ein Flügel. Ohne den fliegen wir höchstens auf die Nase.»

Bald Nachwuchs mit Jöh-Faktor

Apropos: Der Chrüzacher wird bald einige Nasen mehr zählen. Die beiden Zwergkaninchen sind trächtig. Vermutet man zumindest. «Bei Kleinhasen machen wir keinen Ultraschall», sagte Mirjam Spring, die sich um die Tiere der Freizeitanlage kümmert. «Flitzi» und «Lampi» und ihr Nachwuchs mit Jöh-Faktor werden sich in rund drei Wochen den Besuchern des Chrüzachers präsentieren.

Die Kinder haben in ihren Frühlingsferien für die werdenden Hasenmütter vorgesorgt. Auf einem Spaziergang durch den Wald sammelten sie Material, um den Hasen einen Bau zu konstruieren. Die Tiere liegen im Moment allerdings noch lieber an ihrem Stammplatz unter der Futterhütte.