Nun ist klar, wie der Einigungsprozess zwischen der Stadt Dietikon und der Limmattalbahn AG zur umstrittenen Linienführung der geplanten Bahn im Stadtzentrum ablaufen wird. Ende Monat startet ein Masterplanverfahren unter externer Leitung, wie es in einer Mitteilung von gestern heisst. Ziel sei es, damit die Linienführung der Limmattalbahn abschliessend zu definieren. Das Verfahren soll innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein.

Notwendig wurde dieses Vorgehen, weil Dietikon im Rahmen der öffentlichen Auflage des Projektes die Forderung nach einer Linienführung über die Zürcherstrasse ohne direkte Bahnhofsanbindung gestellt hatte. Das Verfahren soll dazu führen, die Einsprache ausseramtlich zu bereinigen. Vorgesehen sind mehrere moderierte Workshops, in denen die Möglichkeiten der Stadtentwicklung rund um den Bahnhof skizziert und darauf basierend Linienführungsvarianten entwickelt und beurteilt werden, heisst es weiter. Als Ergebnis sollen die Optionen der Stadtentwicklung geklärt und die Linienführung der Limmattalbahn definiert sein.

Anderes Vorgehen als in Schlieren

Mit der Leitung des Prozesses haben die Stadt Dietikon und die Limmattalbahn AG den Städtebauer Rainer Klostermann beauftragt. «Dessen Aufgabe ist es, die Gesprächsrunden zu moderieren, das städtebauliche Potenzial im Bahnhofsbereich aufzuzeigen und Vorgaben für die Aufbereitung und den Vergleich der Linienführungsvarianten zu formulieren», schreibt die Limmattalbahn AG. Das Masterplanverfahren sehe einen engeren und einen erweiterten Kreis von Beteiligten vor. Die Kerngruppe bestehe aus einer Delegation des Stadtrates, dem Stadtplaner und den Verantwortlichen der Limmattalbahn AG. Im erweiterten Kreis würden verschiedene Fachleute, die Katholische Kirchgemeinde sowie Vertreter der politischen Parteien und der Verbände mit einbezogen. «Die Kerngruppe erarbeitet Linienführungsvarianten und Entwicklungskonzepte und schlägt diese dem erweiterten Kreis zur Diskussion und Stellungnahme vor», heisst es weiter. Im gemeinsamen Austausch soll eine verträgliche Lösung im Zentrum gefunden werden.

Damit wird in Dietikon ein anderes Vorgehen gewählt als in Schlieren. Dort werden sich Stadt und Limmattalbahn AG ab Juni zu regelmässigen Verhandlungen treffen, um eine Lösung für die umstrittene Linienführung im Spitalquartier zu finden. Anwohner der Spitalstrasse fordern eine unterirdische Linienführung.

Städtebauliche Aspekte wichtig

Laut Julie Stucki, Leiterin Kommunikation der Limmattalbahn AG, sind die unterschiedlichen Vorgehensweisen in der Grösse der betroffenen Gebiete begründet. «In Schlieren geht es im Wesentlichen darum, wie die Limmattalbahn durch die Spitalstrasse verläuft», so Stucki. In Dietikon werde der gesamte Raum um den Bahnhof betrachtet. Dabei würden auch städtebauliche Aspekte berücksichtigt. «Zudem sind in Dietikon sehr viele Beteiligte in den Prozess involviert. Einen solchen zu leiten, ist nicht einfach», sagt sie. Deshalb habe man sich für eine externe Leitung entschieden. Die Kosten dafür würden unter der Stadt und der Limmattalbahn AG aufgeteilt.

Auch Dietikons Stadtpräsident Otto Müller begrüsst dieses Vorgehen. «Wir haben immer gesagt, dass die Limmattalbahn nicht nur ein Projekt des öffentlichen Verkehrs, sondern ein Stadtentwicklungsprojekt ist. Die Linienführung muss auf mögliche, sich abzeichnende Veränderungen im Zentrum in den nächsten Jahrzehnten Rücksicht nehmen», sagt Müller. Das eröffne möglicherweise neue Lösungsansätze. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, genau abzuklären, wo die Haltestellen am besten erstellt werden. «Mit Rainer Klostermann haben wir einen erfahrenen Moderator, der in dieser Funktion auch schon bei der Glattalbahn mitgewirkt hat. Zudem ist damit auch die Neutralität gewährleistet», sagt er. Es würde keinen Sinn machen, wenn die Stadt, die Einsprache gegen das Projekt erhoben hat, oder die Limmattalbahn AG die Moderation übernehmen würden. (Zim)