Am Dienstagabend gewann der EHC Wallisellen gegen die Rapperswil-Jona Lakers in der Abstiegsrunde mit 3:0.

Ein Resultat, das für den EHC Urdorf gravierende Folgen hat. Die Urdorfer sind nämlich damit trotz zwei ausstehenden Partien abgestiegen.

Sieben Punkte fehlen den Urdorfern auf die Walliseller, die mit zehn Punkten derzeit auf dem rettenden Rang 2 stehen.

Damit ist klar: Selbst wenn die Urdorfer ihre beiden Partien gegen Zug und Rapperswil-Jona gewinnen sollten, werden sie Wallisellen nicht mehr abfangen können.

«Die Enttäuschung ist natürlich gross», sagt Urdorf-Trainer Jürg Brügger, der die Partie mittels Ticker mitverfolgt hat. «Wir haben bis zum Schluss daran geglaubt, den Ligaerhalt zu schaffen.»

Der Sieg von Wallisellen holt die Urdorfer auf brutale Weise auf den Boden der Realität zurück. Zu Beginn der Saison hatte der neue Trainer Jürg Brügger noch den achten Platz und damit den sicheren Ligaerhalt als Saisonziel erklärt.

Als sich im letzten Saisondrittel abzeichnete, dass die Urdorfer womöglich den rettenden achten Rang verpassen würden, gaben sie sich dennoch zuversichtlich, den Ligaerhalt wenigstens in den Abstiegsspielen zu sichern.

Dass es nun nicht gereicht hat, haben sich die Urdorfer nach Ansicht von Brügger selbst zuzuschreiben. «Wir haben es selber verspielt», meint der Trainer selbstkritisch. «Wir hatten unsere Möglichkeiten, uns zu retten.»

Zum Beispiel in der Abstiegsrundenpartie gegen Zug, als Urdorf lange mit 2:0 führte, in den letzten drei Spielminuten noch den Ausgleich hinnehmen musste und sich dann noch geschlagen geben musste.

Oder ein paar Tage später gegen Rapperswil-Jona, als man führte, im letzten Drittel zwei Gegentore kassierte und die Partie verlor.

Woran liegt es, dass Brüggers Team in den entscheidenden Momenten plötzlich die Nerven versagen? «Es ist ein mentales Problem», glaubt Brügger.

«Die Mannschaft hat offenbar Angst vor dem Sieg. Sie führt und will auf keinen Fall noch einen Gegentreffer bekommen.» Eine Furcht, die das Team offensichtlich stark verunsichert.

Hinzu kommt, dass Brügger zwar über vier ausgeglichene, konstante Blöcke verfügt, aber nicht über den einen, der den Unterschied ausmacht.

«Unsere Gegner hatten meistens ein, zwei starke Blöcke», erklärt Brügger. «Sie konnten daher gegen Spielende ihre Blöcke umstellen und sich dadurch verstärken. Das konnten wir nicht.»

Klassischer Knipser fehlt

Auch ein Goalgetter, der die eine oder andere Torchance verwertet, würde Brüggers Team guttun.

Denn die Urdorfer haben während der gesamten Saison schlicht zu viele Chancen nicht nutzen können. «Ja, wir brauchen einen Knipser», findet auch Brügger. «Wir sind vorne einfach zu wenig kaltblütig.»

Das sollte sich aus Brüggers Sicht ändern – auch, wenn man nächste Saison in der 3. Liga spielt.

Der Urdorf-Trainer warnt davor, das Niveau in der tieferen Spielklasse zu unterschätzen. «Das Niveau in der 3. Liga ist gut», sagt Brügger. «Die Frage ist, ob es reicht, dass man ein paar Spieler hat, die Tore schiessen können.»

Die Frage ist auch, wie Urdorf nun die restlichen beiden Partien angeht. Heute Abend spielen sie gegen Zug, am Samstag gegen Rapperswil-Jona.

«Ich weiss nicht, ob alle Spieler nochmals voll motiviert auftreten werden», sagt Brügger. Er und sein Trainerteam wünschen sich auf jeden Fall einen versöhnlichen Abschluss: «Wir wollen die Saison sauber zu Ende spielen.»

Und vielleicht hat ja die Tatsache, dass Brüggers Schützlinge nicht mehr unter Druck stehen, auch den Effekt, dass sie mehr Risiko auf sich nehmen. Das, so Brügger, habe während der ganzen Saison womöglich gefehlt.