Oetwil
Der Dorfplatz wird zum Jazzmekka

Am Freitagabend steht der Dorfplatz an der Bourbon Street. Nicht nur musikalisch werden Erinnerungen an New Orleans wach.

Zoé Iten
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Für den Fiirabig-Jazz im Festzelt auf dem Dorfplatz Oetwil hat das ZJO ein Programm zusammengestellt. (Symbolbild)

Für den Fiirabig-Jazz im Festzelt auf dem Dorfplatz Oetwil hat das ZJO ein Programm zusammengestellt. (Symbolbild)

Alois Winiger

Schon bald werden vom Dorfplatz aus Trompetenklänge und Pianoriffs durch die Oetwiler Strassen schallen. Das 18-köpfige Jazz-Ensemble «Zurich Jazz Orchestra», das sich selbst als «ehemaliger wilder Haufen» bezeichnet, wird Freitagabend um 19 Uhr für Furore sorgen. Neben dem musikalischen Leckerbissen werden auch andere Köstlichkeiten angeboten. Die Speisekarte wirbt mit dem Jazz-Gericht schlechthin: Jambalaya. Ein typisches Reisgericht aus Louisiana, das fast so schmeckt, als sei man in New Orleans.

Organisiert wird der alljährlich wiederkehrende Anlass vom Jazzclub Oetwil. Für den kürzlich gewählten Präsidenten Urs Landis ist es das erste Mal, dass er in seinem neuen Amt eine Veranstaltung organisiert. Landis kam in den 90er-Jahren zum ersten Mal mit dem Jazz in Verbindung. «Ich reiste nach New Orleans – meiner Meinung nach die beste Stadt der Welt – und erlebte dort die Musik hautnah.» So viele der Strassenkünstler seien talentierter als gross gefeierte Bands. «Diese Reise war ein prägendes Erlebnis. Trotzdem würde ich mich nicht als absoluten Jazzfreak bezeichnen.»

«Wir verfolgen ein gemeinsames Ziel: Wir wollen den Jazz am Leben erhalten.» Urs Landis, Präsident Jazzclub Oetwil

«Wir verfolgen ein gemeinsames Ziel: Wir wollen den Jazz am Leben erhalten.» Urs Landis, Präsident Jazzclub Oetwil

Zur Verfügung gestellt

Verjüngungskur im Vorstand

20 Jahre jünger ist Landis im Vergleich zum vorherigen Präsidenten Hans Schweizer. Und das macht sich nun in verschiedenen Bereichen des Clubs bemerkbar. Das Logo wurde modernisiert und die alte Website des Vereins neu gestaltet. Auch der Vorstand hat einen Wandel durchlaufen.

«Unsere neue Crew ist bedeutend jünger geworden und das Schöne ist, dass nun jeder und jede einen Fachbereich unter sich hat», sagt Landis. Das sei vorher nicht der Fall gewesen und erleichtere die organisatorische Arbeit um ein Vielfaches. «Den Grafiker kann ich damit beauftragen, neue Einladungen zu gestalten, den Gastronomen damit, Speisen und Getränke für 140 Personen zur Verfügung zu stellen, und ich muss mir danach keine Sorgen machen, ob es funktioniert», so der 50-Jährige.

Mit der Verjüngung hoffe man darauf, neue Mitglieder anlocken zu können. «Trotz den Veränderungen ist es uns ein Anliegen, an den bekannten Anlässen festzuhalten», so Landis. Auf den Fiirabig-Jazz, die Dixie-Metzgete und den Jazz-Brunch dürfen sich treue Clubanhänger also auch in Zukunft freuen.

Das Schöne an den Anlässen im Dorf sei für ihn ohnehin das Zusammensein. «Man sieht die Leute, kann sich austauschen und verbringt einen schönen Abend miteinander. Das ist doch die Hauptsache», sagt er. Jetzt sei nur noch zu hoffen, dass das Wetter mitspielt und zahlreiche Besucher anlockt.

Über Clubgrenzen hinaus wirken

Eine Herausforderung, die Landis gerne angehen würde, ist die engere Zusammenarbeit mit Jazzclubs aus anderen Regionen. «Mir ist aufgefallen, dass es unter den regionalen Gruppen gar keinen Kontakt gibt. Es wäre schön, wenn es vermehrt zu clubübergreifenden Kooperationen kommen würde.» Das könne von gegenseitiger Werbung bis zu gemeinsamen Jazz-Anlässen reichen. «Wir verfolgen alle ein gemeinsames Ziel: den Jazz am Leben zu erhalten.»