Martin Romer hatte offensichtlich einen Nerv getroffen mit seinem Postulat vom September letzten Jahres. 23 Gemeinderatsmitglieder hatten sich hinter das Anliegen des FDP-Parlamentariers geschart. Es ging darin – wie so häufig in Dietikon – um das leidige Thema Schulraumplanung, bei der die Stadt stets mehr Getriebene als Treiberin ist. «Der Stadtrat wird gebeten, den Sanierungs- und Erweiterungsbedarf der Schulhäuser zu ermitteln, die notwendigen Massnahmen, nach Prioritäten, daraus abzuleiten und zu planen und einen Budgetplan dafür zu erstellen», heisst es darin.

Im Mai 2016 hatten die Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission alle fünf Schuleinheiten Fondli, Luberzen, Steinmürli, Wolfsmatt und Zentral besucht und in ihrem abschliessenden Schul-Bericht einen hohen Sanierungs- und Erweiterungsbedarf in allen Schuleinheiten konstatiert. Romer und seine Mitunterzeichner treibt die Sorge um, dass die Sanierung und Erweiterung planlos und vor allem nicht prioritätenorientiert erfolgen könnte.

«Eine langfristige Planung soll verhindern, dass Investitionen getätigt werden, welche möglicherweise nur ein paar Jahre später durch Folgeprojekte überlagert werden müssen, mit entsprechendem ‹Verlust› der vorherigen Investitionen», so Romers Postulat. Aber nicht nur ein Prioritäten-, sondern auch ein chronologischer Budgetplan sollten von der Stadt erstellt werden.

Zwei Masterpläne

In diesem parteiübergreifenden Anliegen konnte auch der Stadtrat Sinn erkennen und übernahm das Postulat. Nun legte er erste Ergebnisse vor.

  • Koordination: Um sie zu optimieren, setzte der Stadtrat im letzten Sommer eine Arbeitsgruppe «Schulraumplanung» ein, die die Ausarbeitung des Entwicklungsszenarios begleiten und steuern soll. Konkrete Ergebnisse werden Mitte 2017 erwartet.
  • Immobilienstrategie: Die Hochbauabteilung wurde vor einem Jahr mit der Erarbeitung einer Strategie bezüglich des gesamten städtischen Gebäudebestands beauftragt. Im Mai soll ein Masterplan vorliegen, der die wichtigen baulichen Projekte nicht nur erfasst, sondern auch priorisiert und deren Investitionsbedarf aufzeigt.
  • Umsetzung: In dieser Phase soll die Schulraumplanung mit dem Unterhalts- und Baubedarf durch die Hochbauabteilung zusammengeführt werden. «Gleichzeitig ist die Abhängigkeit der Massnahmen über die verschiedenen Schulanlagen zu analysieren, damit die Realisierungsreihenfolge in planerischer Hinsicht personell bewältigt werden kann», so der Bericht der Stadt.
  • Masterplan: Erst danach sei die Formulierung eines umfassenden Prioritätenplans möglich, so die Stadt. Immerhin steht dessen Name schon fest: «Masterplan Immobilien 2016 – 2040». Spätestens Ende 2017 soll er vorliegen und den Sanierungs- und Erweiterungsbedarf quantitativ und prioritär bestimmen.
  • Budgetplan: Im Jahr 2018 schliesslich sollen die Informationen des Masterplans in einen vollständigen, chronologischen Budgetplan einfliessen.