Dietikon
Der Dietiker Stadtrat sieht schwarz für das Sportcenter Vitis

Der Stadtrat sieht keine Möglichkeit, dem Schlieremer Sportcenter Vitis bei der Suche nach einem neuen Standort zu helfen. Bauland sei für diese Art der Nutzung zu wertvoll.

Lucien Fluri
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Suchen schon seit mehr als drei Jahren einen neuen Standort: Vitis-Eigentümer Kurt und Heidi Locher auf einem Tennis-Court. FNI

Suchen schon seit mehr als drei Jahren einen neuen Standort: Vitis-Eigentümer Kurt und Heidi Locher auf einem Tennis-Court. FNI

Weiterhin kein Land in Sicht für das Vitis-Sportcenter in Schlieren: Voraussichtlich 2020 muss es seinen prominenten Standort beim Schlieremer Bahnhof zugunsten einer Überbauung aufgeben. Einem allfälligen Umzug des Sportcenters nach Dietikon steht der hiesige Stadtrat skeptisch gegenüber.

Dies geht aus einer Antwort des Stadtrates auf eine entsprechende kleine Anfrage von Gemeinderat Philipp Müller (FDP) hervor. Im Mai wollte der FDP-Politiker vom Stadtrat wissen, ob man das Racketsport-Center nicht bei der Standortsuche unterstützen könnte.

Land für Wohnungen gebraucht

Das Vitis-Center droht ein Opfer der verdichteten Bauweise und der hohen Landpreise im Limmattal zu werden. Der Stadtrat schätzt die generellen Chancen, in Dietikon sowie im ganzen Limmattal eine so grosse Fläche zu einem für ein Sportcenter erschwinglichen Preis zu finden, «als gering» ein.

Aus raumplanerischer Sicht sei es wenig sinnvoll, «gut erschlossene Gebiete extensiven Nutzungen zuzuführen, die verhältnismässig wenig Ertrag und Arbeitsplätze generieren».

Nur zwei Möglichkeiten sieht der Dietiker Stadtrat: Zum einen wäre dies ein Standort in einem Arbeitsplatzgebiet, bei dem der Eigentümer «sein Grundstück zu unterdurchschnittlichen Marktpreisen überlässt».

Eine andere sei, dass eine Gemeinde eine Erholungszone definiere und in dieser Land zu einem vernünftigen Preis abgebe. «Die Stadt Dietikon verfügt über solche Zonen, nicht aber über entsprechende Landreserven», so die wenig hoffnungsvolle Antwort.

Schon lange auf der Suche

Die Sportcenter wurde 1980 auf dem Geistlich-Areal gebaut und ist über die Region hinaus bekannt. Die Besitzerin des Areals, auf dem das Center steht, plant eine Überbauung. Färbi-Gelände und Geistlich-Areal sollen Wohnraum für den neuen Stadtteil am Rietpark liefern.

Bereits hier geht es um die Raumplanung: Einen haushälterischen Umgang mit dem Wohnbauland hatte die Firma Geistlich bereits als Grund für ihre Überbauung angegeben. Seit längerer Zeit sucht Eigentümer Kurt Locher nach einem Ersatzstandort. Er war krankheitsbedingt für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Es gebe auch sonst ein umfassendes Angebot an Tennismöglichkeiten, beantwortet der Dietiker Stadtrat eine weitere Frage von Müller. Zwar habe nahezu jede Gemeinde einen Tennisclub, «die wenigsten verfügten jedoch über eine eigene Halle». Die Mitgliederzahl sei jedoch bei vielen Vereinen stagnierend.