Dietikon

Der Dietiker Stadtrat sieht keinen Grund, die Luft zu verbessern

Der Stadtrat erachtet die aktuellen Kontrollen der Cheminées als genügend. HB

Der Stadtrat erachtet die aktuellen Kontrollen der Cheminées als genügend. HB

Gemeinderat Lucas Neff (GP) forderte den Stadtrat in einem Postulat auf, Massnahmen für eine bessere Luftqualität zu erarbeiten. Nicht nötig, fand die Exekutive in der Parlamentssitzung vom Donnerstag. Dass die Luft schlecht sei, sei eine Behauptung.

Wir haben nicht die Luftqualität, die Dietikon verdient», sagte Gemeinderat Lucas Neff (GP) am Donnerstagabend im Parlament. Nach wie vor würden in der Schweiz jedes Jahr Tausende von Personen als Folge von schlechter Luftqualität sterben. Vor allem der Feinstaub sei ein Problem, so Neff.

«Spezielle Form von Littering»

Der Grünen-Gemeinderat schlug in einem Postulat vor, der Stadtrat solle Verbesserungsvorschläge ausarbeiten. Denn in einer früheren Interpellationsantwort zu diesem Thema habe man erfahren, dass nur etwa 300 der insgesamt 1000 Cheminées in Dietikon kontrolliert würden. Neff nannte die Luftverschmutzung «eine spezielle Form von Littering», die zu Erkrankungen und manchmal zum Tod führe. Die Gefahr sei «ganz unscheinbar und schleichend».

Er schlage keine «Grossrazzia» vor, sagte Neff. Jedoch müssten öfters Stichproben gemacht werden. Zudem sollte eine Telefonnummer veröffentlicht werden, bei der man melden könne, wenn der Nachbar illegal giftiges Holz oder Abfälle verbrenne.

Der Stadtrat wollte das Postulat nicht übernehmen. Hochbauvorsteherin Esther Tonini sagte, sie wisse nicht, worauf Neff die «Behauptung» stütze, die Luftqualität in Dietikon sei schlecht. Zudem sei die Aussage, haufenweise Leute würden illegal Abfall verbrennen, «eine Unterstellung». Der Stadtrat habe von keiner einzigen Beschwerde Kenntnis. Ausserdem würden die Cheminées genügend kontrolliert.

FDP war für Überweisung

Trudy Frey (SVP) sagte, sie sei der Meinung, die Kontrollen in Dietikon seien weit fortgeschritten. Das Postulat sei ein Papiertiger und bringe ausser viel Rauch nichts.

Anders sah dies Martin Romer (FDP). Seit er in Dietikon wohne, wäre sein Cheminée noch nie kontrolliert worden, wenn er aus Sicherheitsgründen nicht selber darum gebeten hätte, so Romer. Deshalb unterstütze seine Partei das Postulat.

Das reichte aber nicht: Mit 20 zu 10 Stimmen beschloss der Gemeinderat, das Postulat nicht an den Stadtrat zu überweisen.

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