Dietikon
Der Dietiker Stadtrat passt seine Legislaturziele an

Nach der Hälfte der aktuellen Legislatur zieht dieExekutive Bilanz: «Wir sind auf Kurs.» Trotzdem müssen einige Projekte verschoben werden.

Bettina Hamilton-Irvine
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Stadtpräsident Otto Müller: «Man kann auch alle Ziele erreichen, wenn man sie nicht sehr ehrgeizig setzt.

Stadtpräsident Otto Müller: «Man kann auch alle Ziele erreichen, wenn man sie nicht sehr ehrgeizig setzt.

Der Stadtrat macht sich offensichtlich gerne selber das Leben schwer. Seine Legislaturziele setzt er sich so, dass er 80 Prozent davon erreichen kann, wie Stadtpräsident Otto Müller gestern anlässlich eines Medientermins sagte. «Natürlich kann man auch alle Ziele erreichen, wenn man sie nicht sehr ehrgeizig setzt», so Müller. Dies wolle man aber nicht: «Wir hängen die Trauben gern hoch.»

Die hat zur Folge, dass die gesetzten Zieltermine gelegentlich angepasst werden müssen. Gestern legte der Stadtpräsident dar, welche Projekte aus den Regierungsrichtlinien für die Jahre 2010 bis 2014 der Stadtrat nicht zum geplanten Zeitpunkt erreichen wird.

Obwohl es einige sind, ist der Stadtrat mit sich zufrieden. «Wir sind auf Kurs», betonte Müller. Einzelne Massnahmen habe man nach hinten verschoben, weil man gemerkt habe, dass der gesetzte Termin nicht mehr realistisch sei. Dies habe meist mit Gründen zu tun, die man nicht beeinflussen könne, so Müller.

Zu den verschobenen Projekten gehört zum Beispiel das Unterstützungskonzept für Vereine und Non-Profit-Organisationen, das nun für 2013 vorgesehen ist. Das Jugendleitbild soll statt bis 2012 neu bis 2014 überarbeitet werden, während die Erneuerung des Altersleitbilds ganz aus den Legislaturzielen gekippt ist. Dies heisse jedoch nicht, dass man das Ziel aufgegeben habe, betonte Müller. Es wird jedoch erst in den nächsten Regierungsleitlinien wieder auftauchen.

Geschoben: Flussbad, Kirchhalde

Ebenfalls aus dem aktuellen Programm gestrichen wird das Trägerschaftskonzept für das Kulturzentrum Zehntenscheune auf dem Kronenareal. Hier müsse man zuerst im Zusammenhang mit dem Projekt Flussbalkone Rechtssicherheit erlangen, sagte Müller, da eine Änderung der Kernzonenbestimmungen noch hängig sei.

Nach hinten geschoben wurde auch die geplante Umgestaltung der Parkanlage Kirchhalde. Müller bringt dies in Verbindung mit dem Scheitern des Projekts Mietschulhaus im Limmatfeld. Dass man nun wohl selber ein Schulhaus bauen müsse, bringe die Pläne durcheinander. «Wir müssen nun zuerst unseren Finanzplan überprüfen und die Prioritäten klären», so Müller.

Ebenfalls nicht erreicht wird das Ziel, ein Flussbad an der Limmat zu schaffen. Es ist nicht das erste Mal: Der Stadtrat hat sich dieses Projekt bereits im Regierungsprogramm 2006–2010 vorgenommen und eine Realisierung auf 2008 geplant. Unterdessen wird es frühestens 2013 werden. Laut Müller ist das Projekt abhängig von der Neukonzessionierung des Kraftwerks und der Bewilligung von ökologischen Ausgleichsmassnahmen, die dem Kanton von den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) unterbreitet werden.

Fokus auf Familienfreundlichkeit

Gut auf Kurs ist der Stadtrat beispielsweise im Bereich öffentlicher Verkehr. Planmässig erreicht hat er den Eintrag des Bahnhofs Silbern im Richtplan, die Festlegung der Linienführung für die Limmattalbahn oder die Erschliessung des Weinbergquartiers mit dem Bus.

Er freue sich zudem besonders über das neue Jugendzentrum, die Wiedereinführung der Schulsozialarbeit, den Aufbau der Tagesfamilienorganisation, die Sanierung der Badi Fondli und das Konzept für den Langsamverkehr und Tempo 30, sagte Müller. «Das alles ist ein klares Bekenntnis zur Familienfreundlichkeit.»