Dietikon
Der Dietiker Hobbyfilmer Béla Jancsò beim nationalen Filmfest «swiss.movie»

Wenn Béla Jancsò (80) am Morgen aufwacht, kommt es nicht selten vor, dass er wirre Notizen seiner eigenen Gedanken auf seinem Nachttisch findet und diese dann kaum noch entziffern kann.

Ladina Trachsel
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Béla Jancsò

Béla Jancsò

Dies erzählt der Hobbyfilmer im Rahmen des nationalen Filmfestivals «swiss.movie», das dieses Wochenende in Olten stattfindet. Dieses Jahr werden nämlich die Film- und Videoautoren aus Dietikon, ein Verein unter der Leitung von Otto Kaufmann, dort vertreten sein. Darunter sind gleich zwei Filme von deren Mitglied Béla Jancsò nominiert: «In der Menge» und «Ne, so was?». Seine Filme werden am sogenannten «swiss.one.minute.movie.cup», einer Wettbewerbskategorie, die dieses Jahr zum ersten Mal durchgeführt wird, gezeigt. Dabei treten insgesamt 54 Kurzfilme mit einer Maximallänge von 60 Sekunden gegeneinander an, wobei das Publikum jeweils entscheidet, welcher Film eine Runde weiter kommt.

Tänzer, Schauspieler, Filmer, Maler

Béla, wie man ihn unter den Amateurfilmern nennt, ist gebürtiger Ungar und floh 1956 im Zuge der ungarischen Aufstände in die Schweiz. In seinem Heimatland war er professioneller Tänzer und Schauspieler. In der Schweiz musste er noch einmal ganz von vorne anfangen, wollte aber weiterhin im kreativen Bereich tätig sein. Somit kam er über das Schreiben schliesslich zum Film. Da er ständig neue Ideen für Filme hat, die er umsetzen will, bevorzugt er das Medium Kurzfilm.

Oft kommen ihm die Ideen für einen neuen Film im Schlaf. Man brauche dabei immer einen zündenden Einfall, der auf einer Pointe beruhe, sagt er. Auch sei ein mutiger Leitgedanke meist erfolgreicher als ein alltäglicher. Sein Film «In der Menge» ist ein Trickfilm, wobei er noch nicht mehr verraten möchte, als dass darin es um «Berührungen in der Menge» gehe. «Ne, so was?» handle von den Freuden und Leiden des Hausmannes, wenn die Frau die Arbeitstätige im Haushalt sei. Stolz weist Jancsò auch darauf hin, dass er die Covers zu seinen Filmen meist selber zeichne und gestalte. Denn seine Leidenschaft sei die Kreativität, und schliesslich solle man das machen, was man gut kann und worauf man Lust hat.

Lieber die Alte als die Neue

Auf die Frage, was für eine Kamera er denn benutze, antwortet er, dass er seit Jahren einer digitalen Sonykamera treu sei, die momentan in Reparatur ist. Mit einem Lächeln fügt Jancsò an, dass er zwar eigentlich schon seit zwei Jahren eine nigelnagelneue HD-Kamera zu Hause habe, die immer noch im Karton auf ihn warte. Doch er bevorzuge seine alte Kamera, die er mittlerweile so gut wie seine eigene Hosentasche kenne. Diese lasse er lieber noch einmal reparieren, bevor er sich der Neuen widmen werde.