Dietikon

Der Chlaus ist eingezogen: mit Geissle-Chlöpfern, Trychlern, Chräbeli und weisen Ratschlägen

Der Weihnachtsmarkt und der St.-Niklaus-Einzug sorgten in Dietikon für einen grossen Besucherandrang.

Die erwartungsvolle Spannung war fast schon greifbar, als am Sonntag im Dietiker Zentrum die Strassenbeleuchtung erlosch. Doch noch mussten sich die heranströmenden Zaungäste gedulden, bevor sie die Samichläuse bei ihrem Einzug auf den Kirchplatz empfangen konnten. Gut 15 Minuten benötigte der Tross, der auf der Holzmattstrasse loszog.

Bringt Sie der Samichlaus in Adventsstimmung? Wir zeigen, wo man sich sonst noch weihnachtlich verzaubern lassen kann.

Dann endlich schnalzten die ersten Geissle-Chlöpfer bei der Kirche St. Agatha hörbar durch die Dunkelheit. Begleitet von den tiefen und regelmässigen Klängen der Trychlergruppe Dietikon bewegte sich der Umzug langsam die Bremgartnerstrasse hinab. Pompös leuchteten die Infuln in verschiedenen Grössen und tauchten die Strasse in ein mystisches Ambiente.

Fackeln und Chlause-Musik

Noch eine halbe Stunde vorher bevölkerten die vielen Gäste den Weinachtsmarkt. Passend zu den tiefen Temperaturen wurden vor allem die wärmenden Angebote rege gekauft — war dies nun eine wohlriechende, deftige Gerstensuppe oder ein dampfend heisser Glühwein. Auch die Hüttensocken erregten bei diversen Marktbesuchern grosses Interesse.

Nun aber säumten die vielen Besucher die Strasse und vor allem die Kinder konnten den Einzug der Samichläuse kaum mehr erwarten. Begleitet von grossen Fackeln zogen die Männer mit den langen weissen Bärten und den roten Gewändern dann endlich ein. Schon die Kleinsten am Strassenrand wollten den Samichläusen die Hand geben und die noch vor wenigen Minuten wild herumtollenden etwas älteren Kinder zeigten sich plötzlich ganz zahm.

Nebst den wärmenden Fackeln, getragen von Pfadfindern und den Mitgliedern von Jungwacht und Blauring, erhellten jedoch auch die Laternen der Kindergärtner die dunkle Nacht. Musikalisch euphorisch spielte derweil die Chlause-Musik Dietikon auf und verlieh der ganzen Zeremonie noch mehr festlichen Glanz. Für staunende Kinderaugen haben auch die mäjestätischen Pferde gesorgt. Gemächlich haben sie die mit leuchtenden Sternen geschmückten Wagen und die heroisch wirkenden Samichläusen auf ihrem Thron vor die Kirche gezogen.

Offener auf andere zugehen

Den Höhepunkt des traditionellen Einzuges der Samichläuse, wiederum organisiert von der St. Niklausgesellschaft Dietikon, fand sodann vor der Kirche St. Agatha statt. Nachdem sich alle Umzugsteilnehmer vor der Treppe versammelt hatten, übernahm der Oberchlaus das Wort. Erfreut über den warmen Empfang und die leuchtenden Kinderaugen, gab er sich jedoch in seiner Ansprache etwas andächtiger.

Haben Sie schon alle Geschenke gekauft? Wir zeigen gute Geschenkideen aus dem Limmattal.

Er appellierte an eine Gesellschaft, in der die Kinder auch noch Fehler machen dürften. «Fehler machen muss erlaubt sein, nur so kann man sich entwickeln», mahnte er ebenfalls an die Schulen gerichtet, «auch andere Menschen sind nicht perfekt.» Der Oberchlaus ermunterte seine Zuhörer weiter, offen auf andere Menschen zuzugehen. «Fremde Leute sind nur Bekannte, die man noch nicht kennt», sagte er. Dann endlich öffneten sich die Absperrungen und die Kinder durften sich bei den Samichläusen mit Mandarinen, Schoggi und Chräbeli eindecken.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1