Limmattalbahn
Der Bund gibt der Limmattalbahn grünes Licht

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) erteilt der Limmattalbahn die Baubewilligung für die neue Verbindung zwischen den Bahnhöfen Zürich-Altestetten und Killwangen-Spreitenbach.

Bettina Hamilton-Irvine
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Dem Bau der Limmattalbahn steht nichts mehr im Weg. (Archiv)

Dem Bau der Limmattalbahn steht nichts mehr im Weg. (Archiv)

Nachdem die Stimmbevölkerung des Kantons Zürich im November 2015 den Kredit für die Limmattalbahn gesprochen hat, ist nun der zweite grosse Meilenstein auf dem Weg zur Bahn erreicht. Das Bundesamt für Verkehr hat der Limmattalbahn am Montag die Plangenehmigungsverfügung, also die Baubewilligung, erteilt.

Bei der Limmattalbahn AG ist die Erleichterung gross, wie Gesamtprojektleiter Daniel Issler zur Limmattaler Zeitung sagt (siehe Interview unten): «Wir sind sehr froh.» Dies vor allem auch, weil die Bewilligung ursprünglich bereits Ende 2015 erwartet, jedoch durch drei grössere Projektanpassungen verzögert worden war. Auch die vielen Verhandlungen mit Personen, die Einsprache erhoben hatten, haben mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich gedacht.

Der Bund musste entscheiden

Von den 229 Einsprachen, die im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens gegen das Projekt eingegangen sind, sind nun 225 fertig verhandelt, wie die Limmattalbahn AG gestern in einer Mitteilung schrieb. Vier Einsprachen sind bis auf weiteres sistiert, da sie das geplante Niderfeld-Quartier in Dietikon betreffen. Dort muss man zuerst den Gestaltungsplan der Stadt abwarten. 165 oder rund drei Viertel aller Einsprachen konnten ausseramtlich mit einem Vergleich gelöst werden. Bei den restlichen 60 konnte man sich nicht einigen, weshalb das BAV entscheiden musste.

Gegen diesen Entscheid können Einsprecher, die nicht einverstanden sind, Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einreichen. Die Verantwortlichen bei der Limmattalbahn AG hoffen nun, dass keine Beschwerden eingehen werden, die eine aufschiebende Wirkung haben. Denn solche würden den geplanten Baustart der ersten Etappe im September dieses Jahres ernsthaft gefährden.

Aktuell ist man jedoch schon mitten in den Vorbereitungen, damit im Herbst losgelegt werden kann. Zurzeit laufen noch die Submissionen für die drei grossen Bauunternehmen, die voraussichtlich etwa Mitte Mai den Zuschlag erhalten sollen, wie Issler sagt: «Dann sind wir bereit.» Die erste Etappe umfasst den Streckenabschnitt von Zürich Farbhof bis Schlieren Geissweid und soll 2019 in Betrieb gehen. Die zweite Etappe, die von Schlieren bis Killwangen-Spreitenbach führt, wird dann von 2019 bis 2022 gebaut.

«Eine gute Nachricht»

Nicht nur bei der Limmattalbahn AG selber kommt die gestrige Nachricht gut an. Er habe die Bewilligung erwartet und sie freue ihn sehr, sagt der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller (FDP): «Das ist ein ganz wichtiger Meilenstein.» Die nun für die ganze Strecke erteilte Bewilligung sei sehr sorgfältig abgefasst, so Müller. Auch der Schlieremer Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) spricht von einer «guten Nachricht» und einem wichtigen Ereignis. «Das Vorliegen der Baubewilligung bedeutet, dass nun die Baupläne vorangetrieben werden können. Das ist erfreulich.»

Weniger Freude haben erwartungsgemäss die Gegner der Bahn, die seit Februar Unterschriften für eine Initiative sammeln, um zumindest die zweite Etappe noch zu stoppen. Sechs Monate Zeit haben sie, um 6000 Unterschriften zusammenzutragen. Für ihre Arbeit mache die Erteilung der Baubewilligung aber keinen Unterschied, sagt Bernhard Schmidt von der IG Limmattalbahn-Nein: «Wir verfolgen unsere Initiative weiter.» Persönlich enttäuscht sei er aber von Bundesrätin Doris Leuthard, die er angefragt habe, ob die Gegner ihr vor der Erteilung der Bewilligung ihre Beweggründe darlegen dürften. «Dass wir daraufhin eine Absage erhalten haben, ist ernüchternd.»