Dietikon/Spreitenbach

Der Bruno-Weber-Park wird im April wieder seine Tore öffnen

Hohe Besucherzahlen im 2014 und Hoffnungen des Stiftungsrats auf baldige Gönnerbeiträge erlauben eine Wiederaufnahme des Parkbetriebs. Eine neue Nutzungsvereinbarung zwischen der Künstlerwitwe und dem Stiftungsrat sollen Klarheit schaffen.

Bruno-Weber-Fans können erst einmal aufatmen: Die verfügte Schliessung des Skulpturenparks des 2011 verstorbenen Künstlers wird von kurzer Dauer sein. Bereits am 4. April wird die Wunderwelt ob Dietikon wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein, wie der neue Stiftungsrat am Dienstag bekannt gab. Erst im vergangenen Oktober schloss der Bruno-Weber-Park seine Tore; die damalige kommissarische Stiftungsrätin Brigitte Bitterli sah keinen anderen Ausweg, um die von finanziellen und strukturellen Problemen gebeutelten Stiftung vor dem Konkurs zu retten.

Doch das neu bestellte Gremium blickt heute zuversichtlich in die Zukunft. Dies ist nicht nur dem Umstand geschuldet, dass der Parkbetrieb 2014 unerwartet hohe Einnahmen generierte, mit denen man sich «knapp ins Betriebsjahr 2015 retten» konnte, wie Webers Witwe Maria Anna erklärte: Angesichts der Unsicherheit über die Zukunft des Parks bekundeten 25 000 Besucher ihre Solidarität, indem sie ins Ausflugsziel auf Spreitenbacher Boden pilgerten.

Zuversichtlich stimmt den neuen Stiftungsrat auch die im Dezember abgeschlossene Nutzungsvereinbarung mit Maria Anna Weber, die im Park wohnt und Eigentümerin von rund zwei Dritteln der Gesamtfläche ist. Denn das Gremium hat früh erkannt, dass für eine Rettung des Parks vor allem die Beziehung zur Künstlerwitwe stimmen muss — beim letzten regulären Stiftungsrat, der im Februar geschlossen zurücktrat, war das nicht der Fall. «Eine reelle Chance für einen Neustart kann nur durch einen vertrauensvollen Konsens sowie entsprechende vertragliche Vereinbarungen geschaffen werden», sagte Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart.

Der neue Vertrag umfasst eine dreijährige Nutzungsvereinbarung, mit der der Stiftungsrat frei über den Park verfügen kann. Weber erhält für die Nutzung des privaten Teils eine Abgeltung. «Für mich stimmt es so», sagte sie. Stimmen dürfte für sie vor allem auch, dass das neue Gremium sich aktiv darum bemühen will, dass der Park in den Kulturgüterschutz aufgenommen wird. Sie fordert diesen Schritt schon lange, da das Werk ihres Mannes nur so langfristig in dessen Sinne erhalten werden könne. Zudem spricht der Vertrag der Stiftung das Vorkaufsrecht zu. Denn für Cart ist klar: «Der Besitz und die Verantwortung des Parkbetriebs sollen in die alleinige Obhut der Stiftung übergehen.»

Bruno Weber Park öffnet seine Tore wieder

Bruno Weber Park öffnet seine Tore wieder

Das definitive Aus vom Bruno Weber Park konnte abgewendet werden. Die neugegründete Stiftung einigt sich mit der Witwe des Künstlers und übernimmt die Kontrolle über den Park in Dietikon.

Angespannt bleibt aber die finanzielle Lage. Sanierungen am Wohnhaus und an einigen der Skulpturen sind überfällig. Selbst ein professionalisierter Betrieb könne den Investitionsbedarf, der sich im Lauf der Jahre angestaut hat, nicht decken, erklärte Lukas Strittmatter, der im Stiftungsrat die «nicht einfache Aufgabe» übernommen hat, die Finanzen wieder ins Lot zu bringen.

Bruno Weber Park ist gerettet - im April 2015 wird er wiedereröffnet

Bruno Weber Park ist gerettet - im April 2015 wird er wiedereröffnet

Strategischer Wechsel geplant

Zudem will der Stiftungsrat einen strategischen Wechsel vollziehen: «Wir wollen weg von der Unterhaltungsindustrie und wieder mehr in Richtung Kultur- und Architekturpark», sagte Stiftungsrat Eric Maier. Das heisst: Weniger Eventmarketing, das zwar kurzfristige Einnahmen verspricht, dafür aber die Weiterentwicklung des Parks behindert.

Denn auch das gehört zum 1992 verbürgten Stiftungszweck: Bruno Webers Universum, das zur Zeit seines Todes noch längst nicht vollendet war, seinen Plänen entsprechend fertig zu bauen. Dem will der neue Stiftungsrat wieder mehr Beachtung schenken, sobald die nötigen Gelder dafür vorhanden sind.

Erste Priorität hat deshalb, neue Gönner für den Park zu gewinnen. Im Februar will der neue Stiftungsrat sich mit einem Betriebs- und Gesamtkonzept an mögliche Sponsoren, Gönner und Institutionen wenden. Bereits verpflichtet hat sich der langjährige Gönner Holcim. Er will den Park während weiteren drei Jahren mit Material- und finanziellen Spenden unterstützen. Holcim-Vertreter Peter Wallauer, der selbst Mitglied des abgetretenen Stiftungsrats war, hofft, damit auch an andere Investoren ein Zeichen zu senden.

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