AVO Maria Lounge
Der Blues von Matthew Skoller und Rotosphere sorgt in Dietikon für Gänsehaut

Die Band Rotosphere aus Baden pflegt seit Jahren einen Austausch mit Musikern aus aller Welt. In der AVO Maria Lounge stehen sie mit dem amerikanischen Blueskünstler Matthew Skoller auf der Bühne.

Cynthia Mira
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Die Avo Maria Lounge wurde zur Blues-Lounge
14 Bilder
Die Band Rotosphere tourt mit Matthew Skoller durch die Schweiz
Die Bar bot während dem Konzert weitere Sitzplätze an
Die beiden Herren liessen sich den Blues-Feierabend nicht entgehen
Ein reger Austausch mit den Künstlern zeichnet die AVO Maria Lounge aus
Für ein persönliches Gespräch ist Matthew Skoller auch in der Pause bereit
Für einen Abend lang holte er den Chicago Blues nach Dietikon
Isabella Heinrich schätzt den Kontakt zu den Musikern nach dem Konzert
Isabella Heinrich zusammen mit Bandmitglied Rotosphere
Matthew Skoller mischt sich unter die Zuhörer
Matthew Skoller und seine Mundharmonika begeistern
Mit seinen Song in der Schweiz unterwegs Bluesmusiker Matthew Skoller
Mitten im Lokal steht die kleine Bühne für die Künstler bereit
AVO Lounge Rotosphere

Die Avo Maria Lounge wurde zur Blues-Lounge

Cynthia Mira

Das Licht ist gedämpft. In der AVO Maria Lounge in Dietikon herrscht eine besondere Atmosphäre. Eine, die perfekt zum Geschehen auf der kleinen Bühne passt. Dort mischen sich die Klänge der Band Rotosphere aus Baden mit der rauchigen Stimme des amerikanischen Bluesmusikers Matthew Skoller. Der Gast aus den USA greift auch immer wieder zu seiner Mundharmonika. Die Zuhörer sind begeistert.

«Mich friert es schon jetzt, so schön ist es», sagt Isabella Heinrich aus Spreitenbach bereits mitten im ersten Song. Sie sei oft zu Gast in der AVO Maria Lounge. Dieses Mal habe sie nach Ankündigung des Konzertes zuerst auf YouTube nach dem Künstler gesucht. Sie sei sofort begeistert gewesen, von dem was sie dort gehört und gesehen habe. Doch nicht nur wegen der Musik weilt Heinrich gerne im Lokal. «Es ist sehr gemütlich und ich schätze den Kontakt zu den Künstlern, der hier möglich ist. Oft bietet sich die Gelegenheit zu einem Gespräch mit den Musikern», sagt sie. An diesem Freitagabend findet bereits in der Pause ein reger Austausch statt, als die Künstler sich unter die Besucher mischen und an der Bar verweilen.

Improvisation auf der Bühne

Auch die Musiker von Rotosphere tauschen sich gerne mit Musikern aus aller Welt aus. «Nach dem renommierten Bluesfestival in Baden entsteht jedes Jahr eine neue Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern», sagt Bandleader Nic Niedermann. Aus solchen Begegnungen würden immer wieder kleine Tourneen, wie jene mit Skoller, entstehen. Es sei eine grosse Bereicherung für die Region, wenn man solche Weltklassemusiker dadurch an verschiedenen Orten anstatt nur an einem Konzert bestaunen dürfe. Die Musik sei dabei zum grössten Teil improvisiert. Doch gerade das zeichne den Blues aus. «Die Blues-Sprache ist universell. Wir verstehen beim Musizieren auf der Bühne, was unsere Gäste meinen. Und das erlaubt es uns zu improvisieren», sagt Niedermann.

Für Skoller, der sich an diesem Abend auch politisch äussert und für offene Landesgrenzen plädiert, ist es vor allem wichtig, dass sich die Zuhörer des Ursprungs des Blues gewahr werden. «Es ist grossartig, dass so etwas Schönes aus der grauenvollen Zeit der Sklaverei im Süden der USA entstanden ist»», schwärmt er. Man müsse sich immer wieder vor Augen führen, dass viele andere Musikstile überhaupt erst aus dem Blues entstehen konnten.

Bei seinem Song mit dem Titel «The Devil ain’t got no Music» schafft es Skoller schliesslich, dass die Zuschauer nach anfänglichem Zögern doch noch kräftig mitsingen. Dass es nicht bei diesem einem Blues-Konzert mit der Band Rotosphere in Dietikon bleiben dürfte, davon zeugt ein scherzhafter Austausch zwischen der AVO Lounge-Chefin Maria Grippi und Matthew Skoller über eine weitere Zusammenkunft. «Ich bin sehr gerne hier in Dietikon», sagt er zum Abschluss des Abends.