Alle guten Dinge sind drei – das hofften auch die Mitglieder des Vereins «Bluesmerize». Vor zwei Jahren starteten sie das «Open-Air im Grüene» hoch oben auf einem Feld bei Bergdietikon, idyllisch gelegen am Waldrand. Leider spielte das Wetter damals und auch ein Jahr später nicht mit – der Regen liess das Vorhaben, den mit Elektro und Rap geprägten Festivals durch fetzigen Blues Paroli zu bieten, alt aussehen. Entsprechend gering war der Publikumsandrang. Dies änderte sich am vergangenen Samstag: Es blieb trocken, und das Open-Air zog eine beachtliche Zahl von Musikbegeisterten nach Bergdietikon. Schnell verteilte sich das Publikum und liess sich an Tischen oder auf Decken im Gras nieder. Die dritte Ausgabe des «Open-Air im Grüene» galt es schliesslich zu geniessen.

Hochklassige Musik auf...

Im Rampenlicht wurde hochklassige Musik dargeboten. Den Auftakt bestritt der, laut eigener Aussage, lokale Blues-Nachwuchs Mike Eric mit seiner Band. Selbst gehören er und seine Jungs dem Verein an und spielen seit über zehn Jahren in nahezu unveränderter Formation auf der Bühne. Und sie haben den amerikanischen Blues durchaus verinnerlicht. Schnell fühlte man sich wie an einem grossen Familienfest in den Staaten. Und die Stimme von Mike Eric liess seine jungen Jahre vergessen.
Noch verhielt sich das Publikum etwas zaghaft; man stand eher staunend vor der Bühne oder unterhielt sich weiter entfernt mit Freunden und Familie.

Das zweite Konzert des Abends spielte die Band «Soulcase», deren leuchtender Mittelpunkt die Sängerin Jil Joyce Bekkali ist. Die Frontfrau mit namibischen Wurzeln bestach durch eine klare, makellose Stimme und nutzte die winzige Bühne bis zum letzten Winkel – einmal lasziv, dann wieder voller Kraft.
Als schliesslich die Nacht einbrach, verwandelte Marco Marchi & the Mojo Workers die Wiese in einen Hexenkessel. Das Schweizer Bluesquartett spielte Musik aus der Zeit der Prohibition – behutsam abgestaubt und mit Wucht vorgetragen. Das Publikum feierte diese Musiker, die nun in der Dunkelheit auch durch eine respektable Lichtshow begleitet wurden.

... und neben der Bühne

Und statt in den Pausen Musik aus der Konserve zu hören, sorgte das Quartett Crawbone Zydeco für Unterhaltung und avancierten zu den Lieblingen des Publikums, schliesslich spielten sie auch in deren Mitte.

Mit der dritten Ausgabe von «Open-Air im Grüene» dürfte sich der Event nun etabliert haben. Ganz sicher ist er in dieser Form eine Bereicherung für Bergdietikon, aber auch für die Musikszene der Schweiz. Denn dieser Blues von noch jungen Künstlerinnen und Künstler bekommt dort eine professionelle Plattform, die es zu entdecken gilt.