Schlieren

Der Bestatter besucht das Betschenrohr in Schlieren

Das SRF dreht derzeit Szenen für die Krimi-Serie mit Mike Müller in der Hauptrolle in der Stadt Schlieren. Die Filmcrew fand hier nicht nur einzelne Drehorte für die Serie, die eigentlich in Aarau spielt.

Die Sonne brennt vom Himmel, die Familiengärten im Schlieremer Betschenrohr stehen in voller Blüte. Bis auf das Zwitschern der Vögel ist kein Geräusch zu hören. Doch plötzlich wird die Idylle durch Motorenlärm gestört. Ein schwarzer Leichenwagen fährt langsam durch die Gartenzeilen. Der Wagen hält an, ein Mann in Schwarz steigt aus und sieht sich mit grimmiger Miene um. Da erklingt ein lautes «Cut!» – Regisseur Chris Niemeyer beendet den Take.

Interview mit Mike Müller

Interview mit Mike Müller

Beim grimmigen Fahrer des Wagens handelt es sich um Schauspieler und Satiriker Mike Müller. Er spielt die Rolle des Luc Conrad in der Krimiserie «Der Bestatter» des Schweizer Radio und Fernsehens SRF. Derzeit dreht die Crew mehrere Szenen in der Stadt Schlieren. Müller mimt darin einen Aargauer Bestatter, der als ehemaliger Polizist das Ermitteln nicht sein lassen kann und mit der Kommissarin Anna-Maria Giovanoli (Barbara Terpoorten) Mordfälle löst.

Aargauer Kapo ist in Schlieren

Die Filmcrew fand in Schlieren nicht nur einzelne Drehorte für die Serie, die eigentlich in Aarau spielt. Vielmehr befindet sich das gesamte Set für die Szenen im Kommissariat der Kantonspolizei Aargau an der Rütistrasse. Dort ist während dreier Monate auch das Materiallager für die Dreharbeiten der zweiten Staffel der Serie untergebracht.

Der Grund: Die Produktionsfirma «Snake Film GmbH», die von SRF den Zuschlag für die Durchführung der Dreharbeiten erhielt, kam bei ihrer Suche nach einem solchen Standort auf Sandro Barbieri zu.

Dieser ist mit seiner Postproduktionsfirma «Red Smoke» in der Liegenschaft des vor kurzem gegründeten Innovations- und Jungunternehmerzentrums (Artikel vom 12. Juli) eingemietet. «Ich stellte den Kontakt zur Verwaltung her, dann ging alles sehr schnell», sagt Barbieri. Eine Woche später sei das gesamte Produktionsteam vor Ort erschienen und habe bald darauf einen Mietvertrag für die drei Monate Drehzeit vereinbart.

Der Entscheid für den Standort Schlieren sei dem Produktionsteam einfach gefallen, sagt Marco Parella von Snake Film: «Wir drehen an vielen Locations im Raum Zürich. Diese sind von hier aus gut zu erreichen. Dazu hatten wir hier die Möglichkeit, uns nur für drei Monate einzumieten.»

Zehn Stunden für 8 Minuten

Insgesamt wird für die zweite Staffel, die ab Februar 2014 auf SRF läuft, acht Tage in Schlieren gedreht. Die Szenen, die hier gefilmt werden, bilden nur einen Bruchteil der insgesamt sechs Folgen –  aus rund zehn Stunden Dreh entstehen nur acht Minuten fertig produziertes Bildmaterial. Den Teilnehmern der Set-Begehung, zu der das Innovations- und Jungunternehmerzentrum einlud, wird beim Besuch vor Ort schnell klar, warum.

Bereits beim ersten Take für eine Szene im Familiengarten geschieht eine Panne: Der Bestatter holt darin seinen Mitarbeiter Fabio Testi, gespielt von Reto Stalder, in dessen Schrebergarten ab.

Testi regt sich darüber auf, dass er eine Busse von 200 Franken erhielt, weil er in seinem Gartenhäuschen übernachtete, und reisst genervt seine Gartenhandschuhe von der Hand. Dabei bleibt das Textil an seinem Fingerring hängen und reisst ein. Nach einem lauten «Cut!» Niemeyers machen sich Assistentinnen daran, den Handschuh zu reparieren.

Dann beginnt die Aufnahme von neuem. Drei weitere Anläufe später ist die eine Minute dauernde Einstellung im Kasten. «Nun wird die Szene noch aus einem anderen Winkel aufgenommen», erklärt Parella.

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