«Weiter gehts!», schreit ein Zuschauer, andere klatschen Beifall. Die Schlussphase der ersten Halbzeit im 3.-Liga-Meisterschaftsspiel zwischen Birmensdorf und Siebnen läuft, und die Limmattaler haben gerade einen schönen Angriff vorgetragen. Doch Patric Teixeira hat den Ball aus aussichtsreicher Position übers Tor gedroschen.

Zu diesem Zeitpunkt liegen die Birmensdorfer schon im Rückstand. Am Ende verlieren sie die Partie mit 0:3. Es ist die vierte Niederlage in Folge. Die Limmattaler haben noch keinen einzigen Punkt auf dem Konto und stehen abgeschlagen am Tabellenende.

Damit hat Birmensdorf in der Meisterschaft einen veritablen Fehlstart hingelegt. Dass es für die letztjährige Juniorenmannschaft schwierig werden würde, in der 3. Liga zu bestehen, war den Vereinsverantwortlichen vor der Saison klar. Dennoch gibt ihnen die hohe Zahl an Gegentoren zu denken: Es sind ganze 23. «Die Verteidiger stehen oft sehr hoch», sagt Christian Rechsteiner, Juniorenobmann C, B, und A bei Birmensdorf.

«Bei den Junioren konnten sie jeweils den Gegenspieler stoppen, in der 3. Liga ist er ihnen enteilt. Das ist eine Lernphase, die sie absolvieren müssen.» Wenigstens könne man offensiv Akzente setzen. «Das haben wir auch gegen Wettswil-Bonstetten zum Auftakt gezeigt, als wir eine Halbzeit lang gut mitgehalten und gute Chancen herausgespielt hatten», sagt Rechsteiner. «Aber wir hatten Pech im Abschluss, so wie gegen Siebnen auch.» Sonst stünde man womöglich nicht mit null Punkten da.

«Die Spieler werden nervös»

Im Gegensatz zu den Birmensdorfern hat Ligakonkurrent Engstringen schon die ersten Punkte geholt. Dennoch gibt Trainer Roger Balmer zu: «Ich habe mir mehr erhofft.» Die Engstringer haben nach fünf Partien erst drei Punkte. «Dabei haben wir gute, intensive Trainingseinheiten», sagt Balmer, «aber wir können das nicht auf den Platz bringen.» In den Meisterschaftspartien spiele man zu komplizierten Fussball. «Und dann kriegen wir ein Gegentor, und die Spieler werden nervös», so Balmer. So zum Beispiel gegen Republika Srpska, als Engstringen in weniger als zehn Minuten drei Gegentore kassierte – und das nach anfänglicher Führung der Engstringer. «Wir bekommen zu viele Tore und schiessen zu wenige», bringt es Balmer auf den Punkt.

Auch für den FC Urdorf hat die Saison nicht nach Wunsch begonnen. Die Urdorfer haben die ersten drei Spiele gegen Regensdorf, Adliswil und Schlieren verloren. «Die erste Niederlage gegen Regensdorf war unglücklich», sagt Urdorf-Trainer Gianni Musumeci, der in der Vorbereitung viele Absenzen zu beklagen hatte. «Gegen Adliswil und Schlieren war allerdings unsere Leistung nicht gut.»

Immerhin konnte sich Urdorf danach fangen und zwei Spiele gewinnen. Am vergangenen Samstag mussten die Urdorfer mit der Niederlage gegen Seefeld jedoch wieder einen Rückschlag verkraften. «Wir hätten nach einer Viertelstunde mit 2:0 führen können», sagt Musumeci. «Dann haben wir das Gegentor kassiert.» Und dieses habe die Mannschaft verunsichert. «Die Jungs müssen noch lernen, mit Rückschlägen umzugehen», sagt Musumeci deshalb.

Höhere Qualität

Und einige von ihnen, die letzte Saison mit den Urdorfern noch in der 3. Liga gespielt haben, müssen sich wohl auch noch an den höheren Rhythmus gewöhnen, der in der 2. Liga herrscht. «Der Sprung von der 3. Liga in die 2. Liga ist meiner Meinung nach sehr gross, was das Niveau anbelangt», sagt Musumeci. «In der 2. Liga wird viel taktischer gespielt, und das Tempo ist höher.»

Doch der Urdorf-Trainer sieht auch noch einen anderen Grund dafür, dass seine Mannschaft in dieser Saison schon viermal als Verliererin vom Platz musste. «Meine Spieler waren gegen Seefeld müde», sagt Musumeci. «Das hat unter anderem mit dem tiefen Boden zu tun, auf dem sie im Chlösterli spielen müssen, aber auch mit den englischen Wochen.» Die Urdorfer hatten innerhalb von zwei Wochen vier Spiele bestritten. Daher hat Musumeci das Training zeitweise auf vier Einheiten pro Woche erhöht. Das habe sich bereits ausgezahlt: «Wir können läuferisch mit jeder Mannschaft mithalten.»

Was Musumeci und seinen Urdorfern entgegenkommt, ist auch die Tatsache, dass abgesehen von Adliswil bisher kein Team mit Konstanz geglänzt hat. So haben die Urdorfer, die derzeit auf Rang 12 stehen, nur drei Punkte Rückstand auf Rang 4 und haben gleich viele Punkte wie Schlieren, die erste Mannschaft auf einem Nichtabstiegsplatz. Auch deshalb bleibt Musumeci optimistisch: «Wir lassen uns nicht aus der Fassung bringen.»

Auch die Engstringer sind bemüht, Ruhe zu bewahren. «Jetzt müssen wir Charakter zeigen», sagt Balmer. «Und wir müssen im Spiel mehr agieren statt reagieren.» Die erste Gelegenheit dazu hat sein Team heute Abend, wenn es gegen United Zürich II spielt. «Für uns ist das ein Sechs-Punkte-Spiel», meint Balmer, der sich zuversichtlich für den Rest der Saison gibt: «Ich bin sicher, dass wir aus der jetzigen Situation wieder herausfinden.»

Köpfe nicht hängen lassen

Und was machen die Birmensdorfer, um die Trendwende herbeizuführen? «Wichtig ist, dass man den Jungs, die in den Juniorenligen alles gewonnen haben, immer wieder klarmacht, dass sie gut gespielt haben», sagt Rechsteiner. «Aber sie müssen noch lernen zu verlieren. Sie dürfen jetzt vor allem nicht die Köpfe hängen lassen. Denn der erste Sieg kommt bestimmt.» Falls nicht: Verstärkt er die Mannschaft in der Winterpause? «Denkbar ist, dass wir ein paar erfahrene Spieler aus der zweiten Mannschaft einbauen», so Rechsteiner. «Aber wir werden nicht auf dem Markt nach Spielern suchen.»