Dietikon

«Der Aussenseiter» des Sekundarschülers Aswin Sritharan feierte Premiere

Regisseur Aswin Sritharan (Mitte) und seine Crew bei der Premiere.

Regisseur Aswin Sritharan (Mitte) und seine Crew bei der Premiere.

Aufregung im Jugendzentrum Dietikon: Eine Filmpremiere ist angesagt. Der 15-jährige Sekundarschüler Aswin Sritharan präsentiert sein Erstlingswerk «Der Aussenseiter».

Aswin gewann letzten Juni den Anerkennungspreis von der Stiftung Jugendförderung der Stadt Dietikon. Mit der Prämie von 500 Franken durfte er einen Filmworkshop auf die Beine stellen. «Gleich nach der Auszeichnung begann ich mit der Planung», erzählt Aswin begeistert. Das Resultat, ein rund zehnminütiger Film, wurde am Dienstag vorgestellt.

Der Aufenthaltsraum des Jugendzentrums wird flugs in ein Lichtspielhaus verwandelt, Popcorn und Süssgetränke stehen bereit. Aswin, der besonders auf Action-Filme steht, wirkt gelassen. Die anwesenden Leiter des Zentrums, Katja Schulz und Oliver Badrzadeh, die übrigens auch in Nebenrollen zu sehen sind, freuen sich.

Opfer wird zum edlen Kämpfer

Schnell wird klar, welcher Blockbuster für die Eröffnungssequenz Pate stand: «Star Wars». Doch statt himmlischer Fanfaren erschallen fette Beats. Schnell befindet sich das Publikum auf der Erde. Echte Kriege werden auf Terra ausgetragen und häufig auf dem Schulhof.

«Der Aussenseiter» handelt von einem Jungen, der in der Schule als «Opfer» gilt. Das Bashing hat ein Ende, als sich die vermeintlich coole Clique auf Schatzsuche begibt. Doch statt Kostbarkeiten entdecken die Jungs eine Bombe. Gut, dass der Aussenseiter zur Stelle ist. Im Nu entschärft er den Sprengsatz und avanciert zum Helden. Vergessen sind die Erniedrigungen und sie fliegen - wie der Abspann - ins Weltall.

Geschichten von Einzelgängern, die sich als edle Kämpfer entpuppen, sind bei Jugendlichen beliebt. Peter Parker alias Spider-Man ist so einer, aber auch Oliver Twist von Charles Dickens. War Aswin selbst einmal ein Aussenseiter? «Nein, nicht wirklich», meint der junge Filmemacher, dessen Eltern aus Sri Lanka stammen. «Aber Mobbing ist schon ein grosses Thema in der Schule», gibt er zu. Deswegen wurde wohl die ursprüngliche Idee «Umweltschutz» im Workshop verworfen. Ein gar nicht so leises Statement.

Bereits nächstes Projekt im Visier

«Manchmal musste ich streng sein», erzählt Aswin weiter. Die blutjunge Crew hatte gelegentlich andere Dinge im Kopf als Drehbuch oder Kamerapräsenz. «Wir sind ja alle Teenager», schmunzelt er, «in diesen Situationen war es wichtig, das Projekt nicht aus den Augen zu verlieren.»

Dreiviertel Jahre brauchte er, um den «Aussenseiter» fertigzustellen, inklusive Schnitt und Ton. «Gerne möchte ich weiterhin mit dem Medium Film arbeiten», so Aswin, der bereits mit dem nächsten Projekt liebäugelt. Im Jugendzentrum will er einen «Greenscreen» aufbauen. Damit verschmelzen Darsteller in fremden Szenarien. «Das ist ganz leicht», meint der angehende Regisseur. Neue Welten tun sich damit auf - unendliche Weiten. Ideal für Jugendliche: Ihnen stehen (noch) alle Türen offen.

«Der Aussenseiter» von Aswin Sritharan ist auf der Webseite des Jugendzentrums zu sehen: http://www.jugend-dietikon.ch/

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