Der Ameisenstaat ist der ideale Staat, ist sich Ludwig Hasler sicher. Er sei total sicher, alles laufe reibungslos. «Dafür gibt es dort keine Freiheit, und man kommt nie aus dem Ameisenhaufen raus», so der Philosoph und Publizist.

Das Beispiel des Ameisenstaates diente Hasler in seinem Referat am 14. Wirtschaftspodium Limmattal dazu, den rund 800 anwesenden Politikern und Wirtschaftsvertretern aufzuzeigen, wohin sich die Schweiz bewegt. «Wir sind auf dem Weg zum Fürsorgestaat. Wir brauchen aber die Angefressenen, die Querschläger, damit die Wirtschaft prosperiert», sagte Hasler.

Damit leitete er zum zweiten Teil des Anlasses in der Dietiker Stadthalle über: der Podiumsdiskussion. Dort diskutierten unter der Leitung von Moderator Reto Brennwald Robert Nef, Gründer und Präsident des Liberalen Instituts, Rechtsanwalt Valentin Landmann, Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart und der Journalist Peter Rothenbühler. Sie gingen der Frage nach, ob der Staat die Wirtschaft noch prosperieren lasse.

Staat ist relativ liberal

Dabei kam die Runde schnell auf die persönliche Freiheit der Podiumsteilnehmer zu sprechen. Während Nef die Ansicht vertrat, dass er noch mehr Freiheit gebrauchen könnte, fühlen sich Landmann und Rothenbühler in der Schweiz relativ frei. Erster gab zu bedenken, dass wir es selber seien, die unsere Freiheit beschränken würden. «In unserem Land können wir aber immer noch selber mitbestimmen, ob wir unsere Freiheit behalten oder beschränken wollen», so Landmann.

Rothenbühler vertrat die Ansicht, dass wir in einem relativ liberalen Staat leben würden. Er erinnerte daran, dass in Zürich durch die Liberalisierung des Gastgewerbes dessen Niveau gestiegen sei. «Da hat der Staat vernünftig gehandelt, ohne dass er dazu aufgefordert wurde», sagte der Journalist.

Müller-Drossaart kehrte die diskussionsleitende Frage sogar um: «Die Frage ist, ob die Wirtschaft den Staat prosperieren lässt.» Ihn stimme nachdenklich, dass sich keine Wirtschaftsführer beispielsweise in die aktuelle Debatte zur Familieninitiative eingeschaltet hätten.

Kabarettist Veri fasste zusammen

Robert Nef glaubt hingegen, dass wir Gott durch den Staat ersetzt hätten. «Er soll heute alle unsere Probleme lösen», so Nef. Mit Blick auf die anstehende Abstimmung meinte er, dass der Lohn eine Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer sei. Die Frage nach der Höhe des Lohnes gehöre nicht in die Hände des Staates.

Wer ob der verschiedenen Voten schon wieder vergessen hatte, was zu Beginn der Podiumsdiskussion gesprochen wurde, konnte sich darüber freuen, dass mit dem Kabarettisten Veri eine kompetente Person die Gesprächsrunde zusammenfasste.