Uitikon
Der 22-jährige Klavierspieler gibt auf der Bühne den Ton an

Maurice Imhof hat bereits im Alter von sechs Jahren begonnen, Klavier zu spielen. Nun präsentiert er die Swing-Arrangements im Bernhard-Theater.

Liana Soliman
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Maurice Imhof hat für jedes Instrument, jeden Sänger und jede Sängerin ein musikalisches Arrangement gemacht.

Maurice Imhof hat für jedes Instrument, jeden Sänger und jede Sängerin ein musikalisches Arrangement gemacht.

Alex Spichale

Das Estrich-Theater lässt musikalisch die Goldenen Zwanziger wieder aufleben. Auf der Bühne präsentiert die Amateur-Gruppe die Geschichte der berühmten Andrews Sisters, die mit ihrem Stück «Bei mir bist du schejn» den Durchbruch schafften. Der Uitiker Maurice Imhof hat für das Projekt die musikalische Leitung übernommen. Im Herbst 2017 wurde der 22-Jährige von seinem Jazz-Lehrer an der Zürcher Hochschule der Künste empfohlen. Nun steht der Musiker kurz vor der ersten Aufführung im Bernhard-Theater.

Der Student absolviert zurzeit den Master in Musikpädagogik. Im Rahmen des Projekts hat er für die Live-Band, den Chor und die einzelnen Stimmen der drei Andrews Sisters arrangiert. «Es ist das erste Mal, dass ich die musikalische Leitung übernehmen und die Stimmen für die Musiker gestalten kann», sagt Imhof.

Die Schwierigkeit habe darin gelegen, die überzeugende und stilgerechte Arrangements für die Aufführung zu schreiben. Das sei ein zeitaufwendiger Prozess, der viel Konzentration erfordere. Meist waren zu den Stücken keine Noten vorhanden, sodass er sie aus alten Aufnahmen heraushören musste: «Das Schwierigste war, die einzelnen Stimmen der Andrews Sisters zu erkennen, besonders weil die Lead-Sängerin sehr dominant war und man die Randstimmen aufgrund der damaligen Aufnahmetechnik kaum hörte.» Diese akustische Lücke habe er durch sein aus der Ausbildung erworbenen Wissen und die Jazzerfahrung füllen können. «Man versucht in solchen Situationen, auch durch Ausprobieren die richtigen Töne zu setzen», sagt der Pianist.

Von Klassik zu Jazz

Imhof hat im Alter von sechs Jahren begonnen, Klavier zu spielen. «Als ich ins Kunst- und Sportgymnasium ging, wurde mir immer mehr bewusst, dass ich Musik zu meinem Beruf machen möchte», sagt der Uitiker. Die Schule richtet sich an Personen, die sich intensiv mit einer Sportart oder einer Kunstdisziplin beschäftigen. Das Programm sei weniger dicht und in den letzten zwei Jahren könne man parallel zur Schule studieren. Imhof hat deshalb sein Studium bereits mit 17 Jahren aufgenommen.

Um studieren zu können, muss man eine Aufnahmeprüfung mit dem Hauptinstrument im Bereich Klassik oder Jazz bestehen. «Ich habe Klassik als Hauptfach gewählt und Jazz als Nebenfach belegt», sagt Imhof. Dabei konzentriere er sich ausschliesslich auf das Klavier: «Klassik und Jazz – das ist, als würde ich zwei unterschiedliche Instrumente spielen.»

«Klassik und Jazz – das ist, als würde ich zwei unterschiedliche Instrumente spielen.»

- Maurice Imhof, Klavierspieler

Imhof geniesst beide Stilrichtungen. Im Jazzbereich hat er aber deutlich mehr Auftritte: «Es ist einfach lockerer und zugänglicher für die Zuhörer. Zudem passt der Stil gut zu verschiedensten Anlässen.» Er glaubt, dass man eine breite Bevölkerungsschicht für diese Musik begeistern könne. Das sei schwieriger bei klassischer Musik, die manchmal etwas akademisch wirkt.

Lockerheit beim Jazz gelernt

Der junge Bandleiter schätzt neben der Klassik den Jazz deshalb besonders, weil Spielfreude und Improvisation im Vordergrund stehen. Für den eigentlichen Solomusiker ist es das erste Projekt, bei dem er mit Sängern, Band und Chor zusammenarbeitet: «Es macht wirklich Spass und ich freue mich auf weitere solche Aufträge.» Eines ist für ihn klar: Musik wird immer Teil seines Lebens sein. «Etwas spielen zu können, das mir gefällt, ist ein unglaubliches Gefühl.»

«Bei mir bist du scheijn»

Theaterstück mit Live-Musik über die Geschichte der Andrews Sisters
31. Mai, 1. und 6. – 9. Juni um 19.30 Uhr
3. Juni 10. Juni um 17 Uhr
Bernhard-Theater
Sechseläutenplatz 1, 8001 Zürich