Herbstferien
Deprimierendes Wetter zieht Limmattaler an die Sonne

Das schlechte Sommerwetter macht reiselustig: Die Vorlieben für Reisedestinationen sind bei vielen ähnlich. Wie man bucht, ist aber unterschiedlich.

Senada Haralcic
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Kreuzfahrtschiffe sind sowohl bei betagten als auch bei jungen Limmattalern nach wie vor sehr beliebt.

Kreuzfahrtschiffe sind sowohl bei betagten als auch bei jungen Limmattalern nach wie vor sehr beliebt.

zvg Stadtmusik Dietikon

Sollte man eine Pauschalreise buchen oder doch lieber die Flüge und Hotels individuell zusammenstellen? Mit einer Kreuzfahrt mehrere Städte abklappern oder die Füsse hochlegen und nur an einem Ort verweilen? An den Strand, in eine Stadt oder vielleicht sogar in die Berge? Solche Fragen haben sich in den vergangenen Wochen wohl viele Limmattalerinnen und Limmattaler gestellt. Denn die Herbstferien stehen vor der Tür.

Die Möglichkeiten, wie man seine Ferien verbringen kann, sind bekanntlich sehr vielfältig. Aber in einem Punkt scheinen sich die meisten trotz individueller Vorlieben einig zu sein: «Die Limmattaler Reisenden wollen einfach ein warmes Plätzchen an der Sonne», sagt Christoph Weber, Filialleiter des Reisebüros «Hotelplan» in Dietikon. Er bemerkt die Sonnenlust seiner Kundschaft schon seit Monaten. «Alle wollen das nachholen, was dieses Jahr aufgrund des Wetters eindeutig zu kurz gekommen ist», lautet seine Begründung für den Wunsch nach unbeschwerten Sonnenstunden.

Weber hat auch beobachtet, wo die Limmattaler ihren Sonnenhunger zurzeit am liebsten stillen. «Diesen Herbst sind die Südtürkei, Zypern, Kreta und die Kanarischen Inseln sehr gefragt.» Aber auch Übersee-Buchungen wie etwa solche nach Thailand, Florida oder in die Karibik würden bei den Limmattalern hoch im Kurs stehen, so Weber.

Hemmungen vor Ägypten

Auch im Uitiker Reisebüro «Maya Travel Inn» gehören die Türkei, die Kanaren und Florida zu den Top-Destinationen, sagt der Reiseverkäufer Sebastian Kunz. Am Aufkommen sei auch der arabische Raum. «Viele unternehmen im Herbst gerne eine Reise nach Abu Dhabi, in den Oman oder nach Dubai», so der Reiseverkäufer. Auch werden Kreuzfahrten immer beliebter. Denn diese seien längst nicht mehr nur etwas für die gut betuchten und etwas älteren Reisenden: «In den letzten Jahren wurde das Angebot ausgebaut. Mit den sogenannten ‹Freestyle Cruises› werden vermehrt auch junge Leute angelockt. Denn diese sind flexibler als die klassischen Kreuzfahrten, beispielsweise wenn es um die Essenszeiten geht», so Kunz. Kreuzfahrten seien ein Dauerbrenner, bestätigt auch der Dietiker «Hotelplan»-Filialleiter.

Auch wo die Limmattaler offenbar nicht hinwollen, sei klar: «Wir verspüren aufgrund der politischen Lage eine eher zurückhaltende Nachfrage nach Ägypten und Tunesien», so Weber. Angebote, die in diese beiden Länder locken sollen, werden kaum gebucht.

Baukasten und Grundgerüste

Trotz der vielen ähnlichen Vorlieben, die sich bei den Limmattalern feststellen liessen, gebe es auch ein paar Unterschiede, vor allem zwischen den Generationen. So sagt der Reiseverkäufer aus Uitikon, dass sich jüngere Leute in ihrer Art zu buchen von den älteren Reisenden unterscheiden liessen. Familien und ältere Reisende würden lieber mal auf eine Pauschalreise zurückgreifen, um auf Nummer sicher zu gehen. «Bei den Jungen sind hingegen sogenannte ‹Baukasten-Reisen› sehr angesagt», sagt Kunz. Das bedeute, dass man sich individuelle Reisebausteine aus dem Katalog nach eigenen Wünschen zu einer Reise zusammenbauen liesse.

Bei jungen Limmattalern ebenfalls beliebt: Rundreisen, die etwas länger dauern. Im Reisebüro würde man dann das «Grundgerüst» buchen: «Beispielsweise wird bei einer dreimonatigen Amerika-Reise der Hinflug nach New York gebucht und der Rückflug aus Los Angeles, dazwischen noch ein paar Hotelübernachtungen oder ein Mietauto», so Kunz. Der Rest werde dann spontan vor Ort entschieden oder auf eigene Faust im Internet gebucht, erklärt der Reiseverkäufer.

Noch Plätze im Norden

Wer jetzt noch kurzfristig buchen will, sollte sich beeilen, denn die Angebote für die Herbstferien werden rar. Eventuell muss man bereits etwas tiefer in die Tasche greifen: «Es wird schwierig, jetzt noch ein Schnäppchen für die Herbstferien zu finden», so Weber. Bei Reisen während der üblichen Schulferien empfehle es sich generell, früh zu buchen – oder aber, gegen den Buchungs-Strom zu schwimmen: «Alle wollen an die Sonne, deswegen gibt es bestimmt noch genügend Plätze im Norden», sagt der «Hotelplan»-Filialleiter.

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