Kommentar
Denkzettel des Volkes sei Dank: Denkpause hat sich gelohnt

2008 lehnte das rechte Limmattal das Projekt Alba Vinea ab. Nun soll das Nusus-Projekt die erhofften zusätzlichen Pflegeplätze bringen. Bisher macht das Projekt einen guten Eindruck.

David Egger
David Egger
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Die Wiese vor dem bestehenden Alters- und Pflegeheim Im Morgen in Weiningen – jetzt soll es mit der Erweiterung klappen.

Die Wiese vor dem bestehenden Alters- und Pflegeheim Im Morgen in Weiningen – jetzt soll es mit der Erweiterung klappen.

Suleika Baumgartner

Als das Volk 2008 das Projekt Alba Vinea abschmetterte, waren die Behörden enttäuscht. Das Nein war auch eine Machtdemonstration der Rechnungsprüfungskommissionen von Oetwil bis Oberengstringen, ein Zeichen einer lebendigen Demokratie, in der das Volk am besten dafür schaut, dass das von ihm hart erarbeitete Steuergeld sinnvoll ausgegeben wird. Diesem Anspruch vermag nun das Nusus-Projekt dem ersten Eindruck nach gerecht zu werden. Die am Schluss 60 zusätzlichen Pflegeplätze sind kein Risiko – schon heute warten 100 Personen auf einen Platz. Dass etwa die Pflege in der Jury mitreden durfte, zeigt, dass hier an den Betrieb des Neubaus gedacht und im Zweifel die Selbstverwirklichung der Architekten zurückgestellt wurde. Mit drei Geschossen ist der Neu- zudem gleich hoch wie der Altbau und andere benachbarte Gebäude. Dass mit dem Projekt auch eine zweite Ausbauetappe um 45 Zimmer in ferner Zukunft vorgespurt wird, zeugt von Weitsicht.

Diese Weitsicht ist nötig, zählen doch die fünf Gemeinden des rechten Limmattals heute rund 22 500 Einwohner. Das sind mehr als in Schlieren. Da müssen mehr als die heutigen 90 Pflegeplätze drinliegen.

Natürlich: Es ist ein dichter Bau, und verdichtetes Bauen kommt nicht überall gut an. Aber neben der Verantwortung den Älteren gegenüber, mehr Pflegeplätze anzubieten, gibt es auch die Verantwortung den Jüngeren gegenüber: kein wertvolles Land verschwenden, sondern es gut ausnutzen.

So lässt sich sagen: Die Denkpause nach dem Alba-Vinea-Nein hat sich gelohnt – dem Denkzettel des Volkes sei Dank.