Dietikon
Den Polizisten können die Velos auch als Schutzschild dienen

Die Stadtpolizei geht mit vier neuen Dienstvelos im Dietiker Zentrum auf Patrouille. Um das Fahrrad im Dienst gezielt einsetzen zu können, absolvieren die Polizisten einen mehrtägigen Kurs.

Florian Niedermann
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Das sind sie, die neuen Bikes der Stadtpolizei Dietikon
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Bis auf den Polizei-Schriftzug unterscheidet die Velos nichts von einem Serienmodell
Patrick Tommer demonstriert, wie gut sich die neuen Bikes dazu eignen, kleinere Hindernisse wie Treppen im Stadtverkehr zu überwinden
Die Stadtpolizei Dietikon geht mit neuen Velos auf Patrouille

Das sind sie, die neuen Bikes der Stadtpolizei Dietikon

Florian Niedermann

Zwar ist fast täglich eine von ihnen in den Strassen Dietikons unterwegs, dennoch fallen sie auf: die Velopatrouillen der Stadtpolizei. Das sei durchaus Sinn der Sache, sagt Florian Stutz, einer der zwei Polizisten, welche die vier neuen Dienstvelos von einem lokalen Händler in Empfang nehmen. «Auf unseren Bike-Patrouillen geht es vor allem darum, Präsenz zu zeigen. Und wir kommen so schneller mit der Bevölkerung ins Gespräch, als im Dienstwagen», erklärt er.

Bis auf den «Polizei»-Schriftzug am Rahmen unterscheidet die mattschwarzen Mountainbikes nichts von einem herkömmlichen Modell. Doch in den Händen der Beamten werden sie in ungemütlichen Situationen schon mal zu einem Schutzschild.

Lenker als Sicherheitsabstand

So etwa auch, als während unseres Treffens ein Mann etwas vorlaut auf die Polizisten zugeht und im Scherz hartnäckig behauptet, eines der Fahrzeuge gehöre ihm. Stutz’ Kollege Patrick Tommer steht mit dem Velo zwischen den Beinen da, der Lenker in seinen Händen steht wie eine Barriere zwischen ihm und dem Fremden. Der Beamte gibt seinem Gegenüber freundlich aber bestimmt zu verstehen, dass er störe und sich bitte entfernen solle.

Als der Mann schliesslich von uns ablässt, sagt Stutz: «Das Velo schafft einen natürlichen Sicherheitsabstand. Bei Personenkontrollen kann das sehr nützlich sein, für den Fall, dass jemand aggressiv wird.» Um das Fahrzeug im Dienst gezielt einsetzen zu können, haben die Beamten einen dreitägigen Kurs absolvieren müssen. Neben der Schutzschildfunktion des Velos erlernten sie dort in der Fahrschule auch das Überwinden von Treppen, Sturztechniken und die wichtigsten Reparaturen für unterwegs.

Zu steil dann doch lieber nicht

Auf Streife hat das Fahrrad gegenüber dem Dienstwagen einen entscheidenden Vorteil: Es ist wendiger und schränkt weniger ein, als Motorfahrzeuge. Heinz Illi, Sicherheitsvorstand in Dietikon, sagt: «Dank den Mountainbikes können die Polizisten auch unwegsame Gebiete der Stadt erschliessen.» Diese Fahrzeuge seien daher eine willkommene Ergänzung zu Fusspatrouillen und dem Streifenwagendienst. Zudem leiste die Stadtpolizei damit einen aktiven Beitrag an den Umweltschutz, so Illi.

Das Einsatzgebiet der Dietiker Bike-Polizisten beschränkt sich hauptsächlich auf das erweiterte Stadtzentrum, das Limmatfeld und das Limmatufer. Die Quartiere im Süden der Stadt seien auf Velopatrouillen hingegen weniger beliebt, sagt Stutz und deutet mit der flachen Hand die starke Steigung an, die es dahin zu überwinden gilt. Privat legt er jährlich bis zu 10 000 Kilometer auf dem Velo zurück. Und doch sagt der Polizist: «Im Dienst ist es angenehmer, da mit dem Auto raufzufahren.»

Vom zwölfköpfigen Dietiker Korps sind zehn Beamte jeweils ein bis zweimal pro Monat auf zwei Rädern in der Stadt unterwegs. Wie oft die Beamten mit Velo auf Tour gehen, sei nicht fix vorgeschrieben, sagt Illi: «Wer nicht regelmässig möchte, muss nicht. Aber gerade die jungen Polizisten mögen diesen Dienst.» Und das überrascht kaum: Am Ende des Gesprächs erklären Stutz und Tommer, dass die Fahrradstreife Teil jener Schicht ist, die sie sonst im Büro verbringen.

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