Die Fahrweid hat ein Problem mit der Kanalisation. Bei starkem Regen kommt es zu Rückstaus. Dann fliesst das Abwasser nicht richtig ab. Stattdessen drückt es mit den Fäkalien von unten in die Liegenschaften, quillt in die Keller, aber auch auf Strassen und Wege. Es kommt zu Schäden. Das stinkt nicht nur den betroffenen Bewohnern und Eigentümern.

Die Sache beschäftigt auch die Gemeinden Geroldswil und Weiningen. «Die Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung wird geschädigt und auch die Werte der Liegenschaften», sagt etwa der Geroldswiler Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos). Zudem sind die Versicherungen nicht erfreut. Sie machen Druck. Wollen sehen, dass das Problem an die Hand genommen wird.

Und schliesslich will auch die interkommunale Anstalt Limeco, die die Abwasserreinigungsanlage in Dietikon betreibt, die Situation verbessern, um ihrem Auftrag gerecht zu werden. Nachdem ihr vermehrt solche Meldungen zu Ohren gekommen sind, liess sie das Problem genauer untersuchen.

Der Fall ist klar: die jahrzehntealten Leitungen sind heute zu klein. Auch die Kapazität des Abwasser-Pumpwerks Länggenbach reicht nicht aus. Von 800 Litern pro Sekunde soll sie nun dank zwei neuen Schneckenpumpen auf über 3000 Liter steigen. Platz für Notstromaggregat und Pumpenmotoren schafft ein neuer Anbau.

Geplanter Baustart: Sommer 2018

Das Geroldswiler und Weininger Volk stimmt am 24. September über das Projekt ab. Total kostet es 11,2 Millionen Franken. Aber die Limeco zahlt 4,7 Millionen Franken: für den neuen Sammelkanal am Westende der Fahrweid sowie den Ausbau des Pumpwerks. Bleiben noch 6,5 Millionen Franken. Diese werden viergeteilt. Die Kanäle, welche die jeweilige Gemeinde allein nutzt, schlagen in Weiningen mit 1,545 Millionen Franken zu Buche, in Geroldswil mit 725 000 Franken.

Hinzu kommen die von beiden Gemeinden zusammen genutzten Kanäle, die aufgeteilt nach dem Verursacherprinzip finanziert werden. Aus Weiningen sind dafür 2,875 Millionen Franken nötig, aus Geroldswil 1,355 Millionen Franken. Heisst am Schluss: 4,42 Millionen Franken von Weiningen und 2,08 Millionen Franken von Geroldswil sind total nötig, um das Projekt umzusetzen. Hinzu kommen Folgekosten: Der jährlich wiederkehrende Kredit hierfür beträgt für beide Gemeinden je etwas mehr als 100 000 Franken.

Die Bauarbeiten sollen im Sommer 2018 beginnen. Der Pumpwerk-Ausbau wird 2019 fertig, jener der Kanäle 2020. Gleichzeitig wird die Limeco auch ihr Regiowärmenetz ausbauen. 2020 an die Fertigstellung der Abwasser-Arbeiten anschliessen sollen dann die Arbeiten für die neue Umfahrung der Fahrweid respektive die Verlegung der Niederholzstrasse. Diese Arbeiten sollen Ende 2021 fertig sein. Danach ist der Start der Neugestaltung der Fahrweidstrasse geplant, für die dann nur noch oberirdisch gearbeitet werden muss.

Die Verkehrsführung während der Zeit der Kanalisationsarbeiten ist bereits klar: Die Fahrweidstrasse wird einspurig in Richtung Dietikon geführt. Es gibt dann zwei Ringverkehrmöglichkeiten: die kleinere über die Brunaustrasse, die grössere führt über Niederholz- und Umfahrungsstrasse zum Geroldswiler Grindlen-Kreisel, von dem man wieder in die Fahrweidstrasse einbiegen kann. Die Busse werden auch zur Bauzeit normal in beide Richtungen fahren können.

Kleine Tunnelbohrmaschine

Auf 300 Metern Länge wird die Leitung konventionell gebaut. Auf weiteren 1,3 Kilometern Länge bohrt sich eine Maschine durch den Boden. Dank dieses Microtunneling-Verfahrens müssen nicht überall offene Gräben gemacht werden. Die Methode sei praktisch erschütterungsfrei, sagt Murat Ok von der SWR Infra AG. Eine der intensivsten Baustellen wird die Kreuzung von Fahrweid- und Austrasse. Von dort wird gleich in vier Richtungen gebohrt.

Beim Info-Abend im Quartierzentrum Föhrewäldli am Donnerstag war unter den rund 60 Anwesenden Zufriedenheit zu spüren, auch bei den Direktbetroffenen. Ein Kritikpunkt, der gleich mehrmals erwähnt wurde, war aber der Geruch, der vom Pumpwerk Länggenbach ausgeht. «Zum Teil ist es unerträglich. Meine Mutter hat das schon vor 40 Jahren kritisiert», sagte ein Bürger. Thomas Di Lorenzo, Leiter Abwasserwirtschaft der Limeco, nahm den Wunsch nach einer Überdeckung der heute offenen Anlage entgegen.

«Es ist gesetzliche Pflicht der Gemeinden, das Kanalisationsnetz aufrechtzuerhalten. Machen Sie mit und stimmen Sie dem Projekt zu», lautete die Bitte des Geroldswiler Werkvorstands Peter Vogel (FDP). «Machen müssen wir es sowieso», sagte auch der Weininger Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP). Die beiden Rechnungsprüfungskommissionen empfehlen ebenfalls ein Ja.