Dietikon
Demokratische Partei will mit Facebook & Co. durchstarten

Die Demokratische Partei befindet sich mit dem neuen Präsidenten Martin Müller und neuem Parteiprogramm im Aufbruch. Die Partei legt Wert auf mehr Freiheit, mehr Demokratie und gerechte Chancen, und will sich vermehrt übers Internet organisieren.

fabian korn
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Das Dietiker DP-Quartett (v. l.): Harry Bruggmann, Christoph Lehmann, Martin Müller, Rafael Caduff. KOR

Das Dietiker DP-Quartett (v. l.): Harry Bruggmann, Christoph Lehmann, Martin Müller, Rafael Caduff. KOR

Limmattaler Zeitung

Martin Müller heisst der neue Präsident der Demokratischen Partei (DP) Dietikon, wie gestern an einer Medienorientierung bekannt gegeben wurde. Müller ist kein unbekanntes Gesicht in Dietikon, war er doch bis 2009 Mitglied und eine Zeit lang auch Präsident der FDP Dietikon. Der Präsident des Gewerbevereins ist jedoch ausgetreten, als er für die vergangenen Gemeinderatswahlen von seiner Partei nicht mehr portiert wurde.

Wie der bisherige DP-Präsident und heutige Kassier Rafael Caduff sagt, habe seine Partei, die es immerhin seit über 140 Jahren gibt, in Müller einen Kandidaten gefunden, der «genau unseren Vorstellungen entspricht».

Zu seinem Wechsel sagt Müller, dass die DP bereit gewesen sei, ein neues Parteiprogramm auszuarbeiten und die Partei auf eine neue Basis zu stellen. «Dies gibt mir die Zuversicht», so Müller, «dass bei den nächsten Gemeinderatswahlen wieder etwas resultiert, an dem man sich freuen kann.»

Es sei ein mittelfristiges Ziel, an den kommenden Kommunalwahlen mit einer Liste antreten zu können. Ob man bei den Stadtratswahlen einen Kandidaten aufstelle, sei allerdings noch nicht entschieden. Man hoffe natürlich, sagt Müller, mit dem neuen Konzept auch in anderen Gemeinden Sektionen gründen zu können. Erste Priorität habe aber Dietikon.

Weder BDP noch SVP

Nachdem sich die DP Dübendorf 2009 der Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP) angeschlossen hatte, wurde Dietikon zur einzigen verbleibenden DP-Sektion im Kanton. Für Dietikon ist allerdings weder ein Anschluss an die BDP noch die SVP eine Option. Man sei liberal, so Müller, würde sich aber durchaus als bürgerlich bezeichnen, wenn auch als eine bürgerliche Opposition. Die BDP habe seiner Meinung nach kein wirkliches Parteiprogramm, sei lediglich eine «anständige SVP», und für Anstand brauche es schliesslich keine Partei, so Müller weiter. «Die SVP hat trotz ihrer Grösse keine Schlagkraft», betont er. Sie sei zwar die grösste Partei in Dietikon, habe bisher aber herzlich wenig durchgebracht.

Soziale Medien nutzen

Neben Müller als neuem Präsidenten wurde auch das neue Parteiprogramm vorgestellt. «Mehr wagen: Den Bürger stärken!», ist dabei das Credo. Mehr Freiheit, mehr Demokratie und gerechte Chancen für alle seien die Hauptanliegen der Partei. Ihre Zielgruppe seien, so Müller in einem Blog auf der neuen Webseite, «der leistungsbereite Mittelstand und unternehmenslustige, chancenorientierte Teilnehmer der Gesellschaft».

Überhaupt sei das Internet mit Möglichkeiten wie Facebook oder Myspace die Plattform, auf der die Partei nun ihre Organisation aufbaue. Müller betont aber, dass man keine reine Internetpartei sei. Man sei jedoch in der Lage, künftige Parteitage und Vorstandssitzungen komplett über Foren und Umfragen auf der eigenen Webseite stattfinden zu lassen. Die Devise hierzu laute: «Fertig mit der Politik im Säli.»