Vor der Zentrumsbühne singen, trommeln und tanzen grün-weiss gewandete Eritreer. Es ist kurz vor halb zwölf. Die Sonne brennt unbarmherzig auf den dicht bevölkerten Platz, auf dem das Schlierefäscht mit dem «Gebet der Religionen für den Frieden» einen stimmungsvollen Abschluss feiert.

«Gefühl chronischer Unsicherheit»

«Zehn Jahre sind es her, seit jener schrecklichen Serie von Attentaten in Amerika, die unser Vertrauen, in Sicherheit wohnen zu können, erschüttert hat», sagt der reformierte Pfarrer Jürg Wildermuth, nach einer Einstimmung mit dem bosnischen Lilienchor und dem Chor der eritreisch-orthodoxen Kirchgemeinde. «Die Welt war nach dem 11. September 2001 für viele Menschen nicht mehr die dieselbe wie vorher.» Kriege, Katastrophen, Gewalt, Unterdrückung und Armut liessen Menschen in einem «Gefühl chronischer Unsicherheit» leben, so Pfarrer Wildermuth. Ihnen allen gelte das gemeinsame Gebet für den Frieden.

Der bosnische Chors singt, es folgt ein Klagegebet sowie ein Gebet für den Frieden. Zum Abschluss erklingt «Dona nobis pacem». Dann werden die persönlichen Gebete in Form von Weihrauchharzkörnern in eine Räucherschale geworfen und ein himmlischer Duft verbreitet sich über dem Zentrumsplatz.

Berührter Stadtpräsident

Für Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin war es ein «lebendiger, schöner und reicher» Gottesdienst, wie er sagte: «Dass wir gerade an diesem Gedenktag zusammen mit den verschiedenen Religionen feiern konnten, hat mich sehr beeindruckt und tief berührt.»

Auch Elisabeth Fäh, die seit mehr als fünfzig Jahren in Schlieren wohnt, war beeindruckt: «Dieser Gottesdienst war für mich aussergewöhnlich. Vor allem das Mitmachen der verschiedenen Nationen hat mir sehr gut gefallen.» Und Fritz Diggelmann, der ehemalige Schlieremer Stadtpräsident meinte: «Der Gottesdienst war für mich wunderbar, auch wenn ein bisschen viel Multikulti dabei war.» Vorbehaltslos schön fand den Gottesdienst die katholische Pastoralassistentin Cornelia Puetker. Vor allem die vielen mitbetenden Leute hätten sie beeindruckt. Und: «Die Zusammenarbeit im Vorfeld dieses Friedensgottesdienstes war eindrücklich.»