Stürmeierhuus

«Dem Publikum könnte das Lachen im Halse stecken bleiben»

Die anfängliche unter den ausgewählten Laien-Schauspielern zu spürende Nervosität wich beim Treffen im Stürmeierhuus schnell grosser Vorfreude auf die Zeit auf der Bühne.

Die anfängliche unter den ausgewählten Laien-Schauspielern zu spürende Nervosität wich beim Treffen im Stürmeierhuus schnell grosser Vorfreude auf die Zeit auf der Bühne.

Vor vier Jahren wurde «Die Kleine Niederdorfoper» mit grossem Erfolg als lokale Produktion aufgeführt. Diesen September steht Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» an – die Laien-Darsteller kamen am Donnerstag zum ersten Mal zusammen.

Vorfreude lag in der Luft, als die Theatermacherinnen Bettina Uhlmann und Karin Berry ihr neues Ensemble zum Kick-off-Event in das Stürmeierhuus in Schlieren einluden. Im Rahmen des Schlierefäscht 2015 wird mit Friedrich Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» ein Klassiker aufgeführt, der nicht alleine auf Komik, sondern auf bissigen schwarzen Humor setzt. «Dem Publikum könnte das Lachen im Halse stecken bleiben», so Karin Berry, die für die Inszenierung genaue Vorstellungen hat. So wird im Schweizer Dialekt gespielt, untermalt mit Liedern von Georg Kreisler.

Letzten November wurde zum grossen Casting geladen, nicht weniger als 32 Rollen galt es zu verteilen. Die auserwählten Personen fanden sich am Donnerstag erstmals zusammen, um mehr über die Produktion zu erfahren. «Das Stück passt in die heutige Zeit, diese Manipulation der Menschen, das finde ich sehr interessant», so Berry. In der Tat hat die Tragikomödie nichts an Aktualität verloren. Ganz im Gegenteil: Heute sind Personen wie die Figur der Milliardärin Claire Zachanassian allgegenwärtig – Menschen, die eine ganze Stadt für die eigenen Ziele zu lenken wissen.

Das ist auch den anwesenden Laiendarsteller bewusst, die sich bald alle in einem Kreis gegenübersassen. Ein wenig Nervosität war zu spüren, zudem ein solches Treffen verbunden mit vielen Fragen ist, oft auch zwischenmenschlicher Natur. Schliesslich bringt man an den Proben und auf der Bühne auch immer einen Teil seiner eigenen Persönlichkeit ins Spiel. Wie wird man in der Gruppe aufgenommen? Welche Rolle spielt man hinter der Bühne?

Glücklicherweise kennen sich einige der Darsteller schon von der letzten Produktion her. «Schön, dass du wieder dabei bist», war von allen Seiten zu hören. Bettina Uhlmann brach auch sogleich das Eis, als bei der ungezwungenen Vorstellungsrunde jeder etwas Besonderes oder Seltsames über sich erzählen durfte. «Ich bin der Drache hinter der Kulisse», so die Produzentin lachend.

Viel Amüsantes gab es zu hören. Da war die Raucherin, die ihr Laster nicht alleine ausleben möchte, die Pfarrerin, die gerne mal vor zahlreichem Publikum sprechen will, oder die selbst ernannte «Rampensau». Die eigentliche Rollenvergabe muss aber noch bis Ende Februar auf sich warten lassen. Karin Berry gab unumwunden zu, dass sie sich dafür an einem Wochenende zu Hause verschanzen wird, um dann gut gelaunt mit den Resultaten die nächsten Schritte einzuleiten.

Schon jetzt ist allerdings klar, dass interessante Mimen den Besuch der alten Dame kräftig aufmischen werden. Etwa Christina Virchaux, die als «Schlierens Antwort auf Margrit Rainer» ihr erfrischendes Lachen erschallen liess. Oder die «Diva», besser bekannt als Davide Autiero, der bereits in der «Niederdorfoper» den Röbeli Meier gab. Kaum einer der Anwesenden wollte jedoch die Rolle nennen, mit der sie oder er liebäugelte.

Erica Brühlmann-Jecklin fand jedoch klare Worte. «Keinesfalls möchte ich die Gattin von Alfred III spielen», so die Frau des Stadtpräsidenten Toni Brühlmann. Dieser Charakter sei ihr zutiefst unsympathisch. Ob ihr Wunsch auch wirklich berücksichtigt wird, weiss sie in wenigen Wochen. Im Mai beginnen die Proben, die Premiere findet im September statt. «Es wird streng werden, aber es ist ein cooler Chrampf», verspricht Karin Berry.

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