Urdorf
Dem Finanzausgleich sei Dank – stabiler Steuerfuss trotz vieler Investitionen

Das Budget 2019 der Politischen und der Schulgemeinde fallen dank Finanzausgleich erfreulich aus. Damit ist Urdorf aber nicht vor der Verschuldung durch künftige Investitionen gefeit.

Sibylle Egloff
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Das Budget 2019 der Politischen Gemeinde sieht einen gleichbleibenden Steuerfuss von 56 Prozent vor, dies bei einem Ertrag von rund 52,99 Millionen und einem Aufwand von rund 53,22 Millionen Franken

Das Budget 2019 der Politischen Gemeinde sieht einen gleichbleibenden Steuerfuss von 56 Prozent vor, dies bei einem Ertrag von rund 52,99 Millionen und einem Aufwand von rund 53,22 Millionen Franken

Chris Iseli

Veränderungen haben die Urdorferinnen und Urdorfer Steuerzahler im neuen Jahr nicht zu erwarten. Das Budget 2019 der Politischen Gemeinde sieht einen gleichbleibenden Steuerfuss von 56 Prozent vor, dies bei einem Ertrag von rund 52,99 Millionen und einem Aufwand von rund 53,22 Millionen Franken. Daraus resultiert ein Minus von 231 000 Franken. Das Eigenkapital wird sich dadurch auf rund 30,51 Millionen Franken reduzieren.

Das bessere Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresbudget ist auf den höher erwarteten Finanzausgleich von insgesamt rund 4 Millionen Franken und 1,1 Millionen Franken tiefere Abschreibungen zurückzuführen. Mehr budgetiert wird im Vergleich zum Vorjahr auf der Ausgabenseite für die Bereiche Gesundheit und soziale Sicherheit. «Wir rechnen damit, dass der Bedarf für die Spitex und auch für die wirtschaftliche Hilfe ansteigen wird», sagte Finanzvorstand Thomas Hächler (FDP) gestern an einer Medienkonferenz.

2019 stehen zudem Investitionen für 6,4 Millionen Franken an. Dazu gehören die Sanierung der Birmensdorfer-/Feldstrasse, die Erneuerung des Keimlerwegs und der Strasse Im Heidenkeller samt geplanter Einführung einer Tempo-30-Zone und Sanierung der Wasser- und Abwasserleitungen.

«Wohlstand ist nicht ausgebrochen»

Geplant sind ebenso Ausgaben für die Sanierung des Gewässerunterhalts entlang des Schäflibachs im Abschnitt Zwüschebächen und Lips-Areal. Sorgen bereitet Hächler angesichts der anstehenden Investitionen die Erhöhung der Schulden. «Der Finanzplan zeigt eine ansteigende Nettoschuld.» Das Ziel des Gemeinderats ist angesichts dieser Prognose klar: «Den Steuerfuss stabil halten und den den Finanzhaushalt weiter optimieren.»

Trotz des erwarteten Plus von 2,3 Millionen Franken im Budget 2019 der Schulgemeinde — auch hier kommt der Finanzausgleich zum Tragen — gilt dieselbe Philosophie. «Der Wohlstand ist deshalb nicht ausgebrochen. Es warten viele Investitionen», sagte Schulfinanzvorstand Jürg Rimann (GLP). So stünden 2019 etwa die Einführung der Lernlandschaften im Schulhaus Moosmatt oder die Erneuerung des Wärmeverbunds für die Schulgebäude an der Bahnhofstrasse an.

Die Schulgemeinde rechnet mit einem Aufwand von 21,72 Millionen und einem Ertrag von 24,1 Millionen Franken. Dies bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 62 Prozent. Damit steigt das Eigenkapital auf 7,58 Millionen Franken an. An der Gemeindeversammlung am 5. Dezember hat das Stimmvolk neben den Budgets über die neue Gebührenverordnung der Schulgemeinde zu befinden.

Umzonung erforderlich: Doppelturnhallen für Kanti Limmattal

Ein weiteres Geschäft an der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember ist die Umzonung einer Industriezone in eine Zone für öffentliche Bauten in der Luberzen in Urdorf. Die Kantonsschule Limmattal beansprucht für ihr Erweiterungs- und Sanierungsprojekt eine Teilfläche des angrenzenden Grundstücks, das in der Industriezone liegt und dem Kanton Zürich gehört.

Das kantonale Hochbauamt erteilte einer privaten Unternehmung den Auftrag, die Umzonungsvorlage auszuarbeiten und bei der Gemeinde zwecks Durchführung des Planungsverfahrens einzureichen. «Damit die Bebauung zonenkonform erfolgen kann, muss die Teilfläche umgezont werden», sagte Planungs-, Bau- und Umweltvorstand Danilo Follador (CVP) an der gestrigen Medienkonferenz.

Da der Kanton mit einem mittelfristigen Schülerzuwachs von heute 750 auf rund 1100 Schüler rechne, sei die Erweiterung des Schulraums notwendig. Auf dem Areal, das an die Strasse In der Luberzen grenzt, sollen deshalb eine Aula, zwei Doppelturnhallen und ein Sportplatz entstehen. Zudem soll ein weiteres Schulgebäude im Südwesten des Areals geben. Mit dem Neubau und der Sanierung betraut wurden die Penzisbettini Architekten aus Zürich, die mit dem Projekt «Collana» als Sieger aus dem Architekturwettbewerb hervorgingen.

Der Urdorfer Gemeinderat unterstütze das Projekt, weil es nicht nur Vorteile für die Schüler bringe, sondern auch die lokalen Bedürfnisse im Projekt berücksichtigen würde, sagte Follador. «So hat man zum Beispiel Inputs für die Gestaltung der Limmattalbahnhaltestelle einfliessen lassen.»