Schlieren
Delikatessen aus 18 Ländern: Arts & Food Festival begeistert 10'000 Besucher

Delikatessen aus Japan, russisches Theater, thailändischer Tanz und vieles mehr: Am Arts & Food Festival in Schlieren gab es für jeden etwas zu tun. Knapp 10'000 Besucher kamen von Freitag bis Sonntag nach Schlieren.

Ly Vuong
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Bald werden Lara Cvitkusic (links) und Chiara Jukic auf der Bühne kroatischen Volkstanz zeigen. Bald werden Lara Cvitkusic (links) und Chiara Jukic auf der Bühne kroatischen Volkstanz zeigen
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Der afrikanische Tanz brachte viel Temperament und Rhythmus auf die Bühne
Claudia Koch aus Schlieren verkauft Kleider Tachen Schuhe und Nippes am Flohmarkt. «Hier trifft man auch wieder Bekannte, die man etwas aus den Augen verloren hat», sagt sie.
Arts & Food Festival Schlieren 2018
Pedro Vidal zeigt eine spanische Tortilla während Erick Giuliante Tintenfisch a la Gallega präsentiert. Der Tintenfisch wird in Meersalz und Wasser gekocht und dann mit Paprika gewürzt.
(v.l.) FDP-Gemeinderätin Fiona Stiefel GLP-Gemeinderat Marc Folini Livia Epprecht und Jeanine Eberle (aus Urdorf) geniessen das Festival.
Taylor Rankin (Voice und Violine) und Haim Abergel (Hangdrum) machen Live-Musik während die MDCC (Movin Dance Collective Company) zeitgenössischen Tanz dazu performt.
Taylor Rankin (Voice und Violine) und Haim Abergel (Hangdrum) machen live mystische Weltmusik.
SP-Gemeinderätin Yvonne Apiyo Brändle-Amolo mit Kollegin Stella Person und deren Mann Bryan und Sohn Amani. Die beiden Gäste machten extra Zwischenstopp in Schlieren fürs Festival. Sie kommen aus Texas und reisen nach Kenia.
Beim Festival fehlen auch die südamerikanischen Tänze nicht.
Nudeln und Momos aus Tibet von Pema Nesung (links) und Jyam Pangring von Yak Restaurant aus Glarus.
Dieses Trampolin lässt Kinder und Kinderherzen höher springen.
Der Thai-Tänzer Padung Tehangrang aus St Gallen stellt einen Mann dar, der so glücklich ist, dass er einen Engel im Himmel um einen Tanz auf der Erde bittet. Der Tanz ist inspiriert von Tempelzeichnungen vor über 700 Jahren
Yvonne Kuhn am Stand vom Weltladen beim Herbstmarkt der dieses Jahr 26 Stände insgesamt hat - sechs mehr als letztes Jahr
Die Movin Dance Collective Company zeigte zeitgenössischen Tanz.
Drei Familien (Reichen Schmid und Tegatsang) haben zusammen einen Stand am Kinderflohmarkt.
«Die Sonne hat uns dieses Jahr ganz schön begleitet und den Erfolg des Festivals mitgetragen», sagtOK-Mitglied und Initiant Carlos Fernandez.
Joy Vincenzo zaubert aus Ballonen kreative Figuren. Die Kinder sind begeistert.
Weronika Wins serviert Pastrami Burger von Label 7, welches amarikanische Küche anbietet.
Die Pizzi Dance Art Company Pidarco zeigt eine Choreografie unter der Leitung der Schlieremerin Aliana Pizzi. Der Tanz ist inspiriert von der Wagi-Vergangenheit Schlierens: Die Original-Wagi-Kittel werden als Tanzkostuem verwendet.
Die Pizzi Dance Art Company Pidarco zeigt eine Choreografie unter der Leitung der Schlieremerin Aliana Pizzi. Der Tanz ist inspiriert von der Wagi-Vergangenheit Schlierens: Die Original-Wagi-Kittel werden als Tanzkostuem verwendet.
Ein Auftritt der Tanzschule Schlieren.
Ein Hauch Chilbi-Stimmung. Hier eine Entenbahn für Kinder.
Das Festival bot für jeden etwas, egal ob jung oder alt.
Fritiertes gibt es bei Yuji Nakamura.
Es sei schon Tradition dass die Trachtengruppe Schlieren am Herbstmarkt sei sagte Elisabeth Welti (links) hier mit Myrta Rütschi. Bei ihnen gibt es selbstgemachten Zopf und Konfi aber auch Nusstörtli.
Fabian Segmüller ist in Bayern aufgewachsen - und bringt nun bayrisches Essen in die Schweiz. Pommes mit Currywurst Fleischkäse oder Halbmeterwurst und Sauerkraut sowie selbstgemachten Mayo und Augustiner (bayrisches Bier).

Bald werden Lara Cvitkusic (links) und Chiara Jukic auf der Bühne kroatischen Volkstanz zeigen. Bald werden Lara Cvitkusic (links) und Chiara Jukic auf der Bühne kroatischen Volkstanz zeigen

Ly Vuong

Schlieren sprach am Wochenende eine internationale Sprache. Eine, die von Herzen kommt und manchmal auch durch den Magen geht. Tanz und Kulinarisches aus der halben Welt wurde geboten. Zum zweiten Mal fand das Arts & Food Festival auf dem Gelände von Kirchgasse, Kirchplatz und Stadtpark statt. Die Stadt Schlieren, Event Schlieren und die Pizzi Dance Art Company (Pidarco) luden zum gemeinsamen Feiern ein. Gekommen sind von Freitag bis Sonntag knapp 10'000 Besucher. «Die Sonne hat uns dieses Jahr begleitet und den Erfolg des Festivals mitgetragen», sagte Gründer und OK-Mitglied Carlos Fernandez.

Zwar war das gute Wetter ein Faktor, doch brauchte es zum Gelingen einiges an Organisationsgeschick. Das sechsköpfige Organisationskomitee hat den Online-Auftritt professionalisiert. Auch eine überdachte, offene Bühne und Tribüne waren dieses Jahr neu. «Es war mir wichtig, niederschwellige Werbung in die Deutschkurse und Senioreneinrichtungen zu streuen», sagte die Integrationsbeauftragte der Stadt Schlieren, Dascha Krizan. An 18 Essensständen gab es Delikatessen aus diversen Ecken des Globus’, angefangen bei Bayern, Spanien über Japan, Tibet bis nach Indien.

Für Kinder gab es Entenkarussell, Trampolin und Kinderflohmarkt. «Ich räume meine Spielsachen am Markt immer wieder auf, damit mein Stand ordentlich bleibt», erklärte die 11-jährige Elly Häfelfinger. Beliebt war auch der Stand des Porträtmalers Salvatore Tortora.

Das sagen die Besucher zum Arts & Food Festival Schlieren:

Adriana Zicca, 52, Schlieren «Die Fröhlichkeit der verschiedenen Tanzgruppen aus diversen Nationen ist ansteckend. Dass alle miteinander feiern, ist etwas Schönes und zeigt die Verbindung der Kulturen. Als Italienerin hatte ich Lust auf ein Sandwich mit Salsiccia und Pepperoni.»
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Henrique Soares, 39, Winterthur «Meine Töchter wohnen in Schlieren und sie nahmen mich mit hierher. Der kubanische Tanz hat mich an meine Heimat Brasilien erinnert. Die Motivation und Freude der Tänzer beeindrucken mich. Es ist interessant, so viele verschiedene Tänze zu sehen.»
Janne Veerbeek, 37, Schlieren «Ich wohne seit etwas mehr als ein Jahr in Schlieren. So ein grosses Fest vor Ort darf man nicht verpassen. Die Atmosphäre ist sehr offen und locker. Das gefällt mir. Als Vegetarierin kaufte ich eine Samosa am indischen Essensstand.»
Anni Follonier, 89, Schlieren «Es ist eindrücklich so viele Besucher trotz des Knabenschiessens in Zürich. Ich mag Tanz und Musik. Am liebsten hätte ich selbst mitgetanzt. Ich habe einen Riesenplausch am Wetter. Ein solches Festival würde ich gerne mehrmals im Jahr erleben.»
Lukas Schwager, 32, Zürich «Ich bin hier, weil meine Kollegin Maren eine Tänzerin von Pidarco kennt. Die Atmosphäre beim Stadtpark mit den Bäumen ist sehr gut. Die Auftritte der zeitgenössischen Tänze waren sehr stimmungsvoll. Den Sangria, Rotwein mit Frucht, kann ich empfehlen.»
Anushi Akilan, 9, Altstetten «Ich besuchte meine Tante und meine einjährige Cousine Levisha in Schlieren. Meine Oma gab mir den Tipp hierher zu kommen. Ich liess mich vom Porträtmaler mit Levisha zeichnen. Zusammen sind wir Entenkarussell gefahren.»

Adriana Zicca, 52, Schlieren «Die Fröhlichkeit der verschiedenen Tanzgruppen aus diversen Nationen ist ansteckend. Dass alle miteinander feiern, ist etwas Schönes und zeigt die Verbindung der Kulturen. Als Italienerin hatte ich Lust auf ein Sandwich mit Salsiccia und Pepperoni.»

Ly Vuong

Engel um Tanz bitten

Der traditionelle Herbstmarkt mit 26 Ständen als Plattform für regionale Vereine wurde ins Festival integriert. «Wir waren ein bisschen kreativ bei den Konfitüren. Es gibt Konfi-Mix aus Mango-Mandelmilch oder Wassermelonen mit Datteln», warb Gisela Walz von der Gymnastikgruppe Satus Schlieren. Der kroatische Kulturverein Zürich verkaufte Cevapcici (Hackfleischrollen) mit Ajvar (Auberginen mit Pepperoncini).

Zudem zeigten über 300 Künstler verschiedene Volkstänze und Trachten, etwa aus Afrika, Russland oder Thailand. Padung Tehangrang aus St. Gallen stellte auf der Bühne einen Mann dar, der so glücklich war, dass er einen Engel im Himmel um einen Tanz bat. «Dieser thailändische Tanz geht auf buddhistische Tempelzeichnungen vor über 700 Jahren zurück», erklärte er.

Das Tanztheater Wdochnowenje, auf Deutsch Inspiration, griff ebenfalls tief in die Geschichte zurück. «Der Zar hat Zigeuner aus Indien an den Hof geholt. Unser russischer Zigeunertanz stammt aus dieser Zeit», sagte Isolina Belova-Will. Moderne Darbietungen hatten ebenfalls Platz. Live begleitet von Violinist Taylor Rankin und Hangdrummer Haim Abergel trat die Movin Dance Collective Company auf.

Historisches im Tanz ausdrücken

Höhepunkt am Samstag war die Tanzperformance von Pidarco unter der Leitung der Schlieremerin Aliana Pizzi. Pizzi liess sich von der Geschichte und der Schliessung der Wagi-Fabrik inspirieren. «Es ist eindrücklich zu sehen, wie historische Begebenheiten in einem Tanz zum Ausdruck kommen», sagte Besucherin Rita Wyrsch aus Höri.

Die lokale Politprominenz liess sich das Fest nicht entgehen. «Es ist wertvoll für Schlieren, dass es Menschen gibt, die so etwas auf die Beine stellen», sagte GLP-Gemeinderat Marc Folini. «Ein solches Fest in der Stadt muss man unterstützen», ergänzte Fiona Stiefel, FDP-Gemeinderätin. SP-Gemeinderätin Yvonne Apiyo Brändle-Amolo lud gar ihre Kollegin Stella Person aus Texas zum Fest. Diese war auf der Durchreise und bereute ihren Halt in Schlieren keineswegs.

Eine gute Nachricht hatte die Integrationsbeauftragte der Stadt: «Nächstes Jahr findet zum dritten Mal das Schlierefäscht statt, ein Teil des Arts&Food Festivals wird dort integriert sein. 2020 soll es dann wieder ein Arts & Food Festival geben», so Krizan.