Schlieren sprach am Wochenende eine internationale Sprache. Eine, die von Herzen kommt und manchmal auch durch den Magen geht. Tanz und Kulinarisches aus der halben Welt wurde geboten. Zum zweiten Mal fand das Arts & Food Festival auf dem Gelände von Kirchgasse, Kirchplatz und Stadtpark statt. Die Stadt Schlieren, Event Schlieren und die Pizzi Dance Art Company (Pidarco) luden zum gemeinsamen Feiern ein. Gekommen sind von Freitag bis Sonntag knapp 10'000 Besucher. «Die Sonne hat uns dieses Jahr begleitet und den Erfolg des Festivals mitgetragen», sagte Gründer und OK-Mitglied Carlos Fernandez.

Zwar war das gute Wetter ein Faktor, doch brauchte es zum Gelingen einiges an Organisationsgeschick. Das sechsköpfige Organisationskomitee hat den Online-Auftritt professionalisiert. Auch eine überdachte, offene Bühne und Tribüne waren dieses Jahr neu. «Es war mir wichtig, niederschwellige Werbung in die Deutschkurse und Senioreneinrichtungen zu streuen», sagte die Integrationsbeauftragte der Stadt Schlieren, Dascha Krizan. An 18 Essensständen gab es Delikatessen aus diversen Ecken des Globus’, angefangen bei Bayern, Spanien über Japan, Tibet bis nach Indien.

Für Kinder gab es Entenkarussell, Trampolin und Kinderflohmarkt. «Ich räume meine Spielsachen am Markt immer wieder auf, damit mein Stand ordentlich bleibt», erklärte die 11-jährige Elly Häfelfinger. Beliebt war auch der Stand des Porträtmalers Salvatore Tortora.

Das sagen die Besucher zum Arts & Food Festival Schlieren:

Engel um Tanz bitten

Der traditionelle Herbstmarkt mit 26 Ständen als Plattform für regionale Vereine wurde ins Festival integriert. «Wir waren ein bisschen kreativ bei den Konfitüren. Es gibt Konfi-Mix aus Mango-Mandelmilch oder Wassermelonen mit Datteln», warb Gisela Walz von der Gymnastikgruppe Satus Schlieren. Der kroatische Kulturverein Zürich verkaufte Cevapcici (Hackfleischrollen) mit Ajvar (Auberginen mit Pepperoncini).

Zudem zeigten über 300 Künstler verschiedene Volkstänze und Trachten, etwa aus Afrika, Russland oder Thailand. Padung Tehangrang aus St. Gallen stellte auf der Bühne einen Mann dar, der so glücklich war, dass er einen Engel im Himmel um einen Tanz bat. «Dieser thailändische Tanz geht auf buddhistische Tempelzeichnungen vor über 700 Jahren zurück», erklärte er.

Das Tanztheater Wdochnowenje, auf Deutsch Inspiration, griff ebenfalls tief in die Geschichte zurück. «Der Zar hat Zigeuner aus Indien an den Hof geholt. Unser russischer Zigeunertanz stammt aus dieser Zeit», sagte Isolina Belova-Will. Moderne Darbietungen hatten ebenfalls Platz. Live begleitet von Violinist Taylor Rankin und Hangdrummer Haim Abergel trat die Movin Dance Collective Company auf.

Historisches im Tanz ausdrücken

Höhepunkt am Samstag war die Tanzperformance von Pidarco unter der Leitung der Schlieremerin Aliana Pizzi. Pizzi liess sich von der Geschichte und der Schliessung der Wagi-Fabrik inspirieren. «Es ist eindrücklich zu sehen, wie historische Begebenheiten in einem Tanz zum Ausdruck kommen», sagte Besucherin Rita Wyrsch aus Höri.

Die lokale Politprominenz liess sich das Fest nicht entgehen. «Es ist wertvoll für Schlieren, dass es Menschen gibt, die so etwas auf die Beine stellen», sagte GLP-Gemeinderat Marc Folini. «Ein solches Fest in der Stadt muss man unterstützen», ergänzte Fiona Stiefel, FDP-Gemeinderätin. SP-Gemeinderätin Yvonne Apiyo Brändle-Amolo lud gar ihre Kollegin Stella Person aus Texas zum Fest. Diese war auf der Durchreise und bereute ihren Halt in Schlieren keineswegs.

Eine gute Nachricht hatte die Integrationsbeauftragte der Stadt: «Nächstes Jahr findet zum dritten Mal das Schlierefäscht statt, ein Teil des Arts&Food Festivals wird dort integriert sein. 2020 soll es dann wieder ein Arts & Food Festival geben», so Krizan.