Dean Kukans WM-Statistikblatt ist nämlich eher durchschnittlich. 7 Spiele, 1 Tor, kein Assist, 2 Strafminuten, eine ausgeglichene Bilanz und durchschnittlich 11.52 Minuten Eiszeit pro Partie. Seine Leistungen sind indes viel besser, als es diese solide Statistik vermuten liesse. Dean Kukan ist der Prototyp des modernen Verteidigers. Eine gute Postur (187 cm/90 kg), sehr gute Spielintelligenz, Ruhe und Gelassenheit auch in hektischen Situationen.

Er begann die WM eher zögerlich. Der Respekt vor den «grossen Tieren» im eigenen Team (wie Josi, Weber oder Seger) und vor der grossen Aufgabe auf höchstem Niveau war offensichtlich. Sein Agent Louis Liesch machte ihm in Minsk Mut und ermunterte ihn zu einer frecheren Spielweise. In den letzten vier Partien hat Dean Kukan sein bisher bestes Hockey gespielt – er war jederzeit auf Augenhöhe mit Kultverteidiger Mathias Seger, ja, manchmal sogar besser. «Ich versuchte, am Anfang erst einmal keine Fehler zu machen. Ich begann die WM ja als 7. Verteidiger und ich war noch unsicher. Vom 4. Spiel an bekam ich mehr Eiszeit, ich spürte das Vertrauen des Coaches. Das gab mir Selbstvertrauen und ich wagte von da an auch mehr in der Offensive.»

Seine Zukunft ist klar geplant. Er hat einen Einjahresvertrag beim schwedischen Erstdivisionär Lulea. Es wird seine vierte Saison in Schweden sein. Er wechselte 2011 noch als Junior aus der Organisation der ZSC Lions nach Schweden. Parallel zu seiner Ausbildung zum Hockeyprofi hat er im letzten Sommer auch einen KV-Abschluss gemacht.

Seine starken Leistungen und sein enormes Potenzial sind den Sportchefs nicht verborgen geblieben und sechs der zwölf NLA-Klubs bemühten sich intensiv um den Nationalverteidiger.

Warten auf den NHL-Draft

Sein Agent Louis Liesch bestätigt, dass Dean Kukan bei einer Rückkehr in die Schweiz sein aktuelles Salär hätte verdoppeln können. Aber der Urdorfer will mehr als den Star-Status in der NLA. «Mein Ziel ist aber ganz klar die NHL.» Die schwedische Eliteliga bietet ihm bessere Möglichkeiten zur spielerischen Weiterentwicklung und steht unter stärkerer Beobachtung der NHL als unsere NLA. Wenn Dean Kukan dieses Jahr nicht gedrafted wird, wenn sich keine NHL-Organisation die Rechte am Schweizer sichert, dann kann er in einem Jahr den Arbeitgeber in der NHL frei wählen.