Oberengstringen
David Specker nach hundert Tagen im Amt: «Ich wurde gut aufgenommen»

Der neue Gemeinderat David Specker ist jetzt hundert Tage im Amt. Wo will er anpacken?

David Egger
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«Die Einwohner sprechen mich häufiger an»: FDP-Gemeinderat David Specker, hier an der Limmat in Oberengstringen.

«Die Einwohner sprechen mich häufiger an»: FDP-Gemeinderat David Specker, hier an der Limmat in Oberengstringen.

David Egger

Er war der einzige Kandidat, der die scheidende Gemeinderätin Claudia Trüb (FDP) ersetzen wollte: Nun ist David Specker (FDP) der jüngste Gemeinderat von Oberengstringen und bereits drei Monate im Amt, als Gesundheits- und Sicherheitsvorstand. Während eines Spaziergangs an der Limmat erzählt er von der Zeit, in der er schon über ein Dutzend Gemeinderatssitzungen und eine grosse Vorstellungsrunde absolviert hat.

David Specker, wie haben Sie Ihre ersten drei Monate als Oberengstringer Gemeinderat erlebt?

David Specker: Ich habe viele fähige und motivierte Menschen kennengelernt, zum Beispiel die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung. Bei der Feuerwehr war ich auch bereits an einer Übung mit dabei, der Kommandant hat mir dann alles erklärt. Alle haben mich gut aufgenommen. Ich habe mir ein umfangreiches Bild über die Arbeiten der Gemeinde Oberengstringen machen können. Nun freue ich mich auf die weiteren Herausforderungen.

Als neuer Gemeinderat haben Sie eine Aussensicht in das Siebner-Gremium mitgebracht. Es wird manchmal gemunkelt, dass sich die Oberengstringer Gemeinderäte gegenseitig nicht besonders mögen. Wie nehmen Sie die Stimmung wahr?

Wir diskutieren viel und haben sieben verschiedene Meinungen. Genau das macht unsere Sitzungen so interessant. Menschlich, kann ich sagen, wurde ich gut aufgenommen. Meine Dossiers kenne ich mittlerweile sehr gut. Wenn ich zu anderen Dossiers Fragen stelle, werden diese immer gut beantwortet. Als Neuer bringe ich zudem nicht nur eine Aussensicht, sondern auch viele neue Ideen mit. Die anderen Gemeinderäte begrüssen meine Inputs.

Kommen die Oberengstringer und Oberengstringerinnen anders auf Sie zu, seit Sie Gemeinderat sind? Können Sie noch in Ruhe einkaufen gehen?

Die Einwohner sprechen mich häufiger an, zum Beispiel am Sonntag, beim Spazieren. Ich begrüsse das sehr, schliesslich wurde ich als ihr Vertreter ins Amt gewählt, auch wenn es eine stille Wahl war. Als Gemeinderat habe ich ein offenes Ohr für die Anliegen der Bevölkerung und nehme diese ernst. Ich muss mir dann aber immer zuerst einen Überblick über die Gesamtsituation verschaffen, weil alle Dinge zwei Seiten haben und ich die Vorgeschichte nicht kenne. Dann kann es sein, dass eine Idee, die auf den ersten Blick sinnvoll wirkt, wieder verworfen und die Situation neu beurteilt werden muss.

An welche Veränderungen denken Sie denn? Welche Projekte sind Ihnen wichtig?

Eine der grössten Änderungen für Oberengstringen wird jene auf der Gemeindeverwaltung sein. In zwei Jahren wird der langjährige Gemeindeschreiber Peter Menzi pensioniert. Das bedeutet einen Umbruch und es gilt viel Know-how zu ersetzen. Wir müssen die Verwaltung weiterentwickeln. Der Gemeinderat hat nun ein Projektteam gegründet, das sich mit dieser Zukunft befasst. Zuerst müssen wir analysieren, wie diese Zukunft aussehen soll. Als Mitglied des Projektteams kann ich bei dieser Neuorganisation der Verwaltung sicher wertvollen Input liefern, auch dank meiner beruflichen Erfahrung in der Unternehmensberatung.

Wie siehts in Ihren Ressorts aus?

In meine eigenen Dossiers habe ich mich schon gut eingearbeitet. Etwas vom Wichtigsten ist sicher, dass wir einen Weg finden, um den Nachwuchs für die Feuerwehr langfristig sicherzustellen. Mit diesem Problem kämpft die ganze Schweiz, aber wir müssen es auch hier vor Ort angehen. Dafür müssen wir den Einwohnern von Oberengstringen näherbringen, welchen Mehrwert die Mitgliedschaft in der Feuerwehr bringt. Wir hoffen, sie wieder vermehrt zum Mitmachen motivieren zu können.

An der letzten Gemeindeversammlung sassen Sie erstmals auf der Bühne statt unten in der Masse. Was war speziell an diesem Erlebnis?

Es kamen ja nicht besonders viele Bürger. Es war schon spannend, alle Gesichter der Stimmenden zu sehen. Ich habe Erstaunen, Enttäuschung, Langeweile und Freude gesehen. Es heisst ja, ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das habe ich definitiv so erlebt. Vor allem würde ich mich aber freuen, an der nächsten Versammlung mehr Gesichter zu sehen.