Polizeiverbund
Das Ziel sind fünf Polizisten für drei Gemeinden

Unterengstringen, Weiningen und Oetwil planen einen Zweckverband, der seine Arbeit 2013 aufnehmen soll. Unklar sei auch noch, wo die Polizisten in Weiningen ihre Räumlichkeiten beziehen werden.

Sandro Zimmerli
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Mitglieder der Kantonspolizei Zürich im Einsatz (Symbolbild, Archiv)

Mitglieder der Kantonspolizei Zürich im Einsatz (Symbolbild, Archiv)

Keystone

Lange war es ruhig um den geplanten Polizeiverbund rechtes Limmattal. Nach dem Ausstieg von Geroldswil 2009 und jenem von Oberengstringen ein Jahr später schien das Projekt kurz vor dem Scheitern zu stehen. Nun kommt aber wieder Bewegung in die Sache. An einer Sitzung am Dienstagabend haben sich die drei Gemeindepräsidenten und die Sicherheitsvorstände der verbliebenen Gemeinden Unterengstringen, Weiningen und Oetwil darauf geeinigt, die Idee des Polizeiverbundes rechtes Limmattal voranzutreiben. Ziel ist es, einen Zweckverband zu gründen, wie Weiningens Sicherheitsvorstand Hans-Ulrich Furrer erklärt.

«Es ist zwar sehr ambitioniert, aber ich hoffe, dass das Projekt 2013 umgesetzt werden kann», so Furrer. Vorgesehen sei, dass insgesamt fünf Polizisten ihre Arbeit in Weiningen verrichten und von dort aus die drei Gemeinden betreuen. Wie hoch die Kosten sein werden und wie der Verbund organisiert wird, ist derzeit Gegenstand von Abklärungen. «Ich habe bereits einmal einen Musterentwurf für die Zweckverbandsstatuten erstellt. Dieser muss nun den Anforderungen angepasst werden», erklärt Furrer.

Rasche Realisierung ist wichtig

Unklar sei auch noch, wo die Polizisten in Weiningen ihre Räumlichkeiten beziehen werden. «Ich hoffe aber, dass das Projekt Anfang Jahr den drei Gemeinderäten vorgelegt werden kann, damit das Geschäft noch 2012 vor die jeweiligen Gemeindeversammlungen kommen kann», sagt Furrer. Nur so sei es möglich, dass der Polizeiverbund 2013 seine Arbeit aufnehmen könne.

Derzeit verfügt von den drei Gemeinden einzig Weiningen über einen eigenen Polizisten, der 20 Prozent seiner Arbeit in Oetwil verrichtet. In Unterengstringen sorgt die Präsenz der Kantonspolizei für Sicherheitsgefühl. «Unser Polizist kommt allmählich an seine Grenzen», sagt Furrer. Immer mehr Aufgaben würden an die Gemeinden delegiert. Die Kantonspolizei würde sich gleichzeitig immer stärker spezialisieren und habe deswegen immer weniger Kapazitäten für alltägliche polizeiliche Aufgaben in den Gemeinden. «Deshalb ist es wichtig, dass der Polizeiverbund rasch realisiert werden kann», so Furrer.

Kontakt mit Oberengstringen

Möglicherweise ist zu einem späteren Zeitpunkt auch Oberengstringen wieder mit im Boot, das hoffen zumindest die Initianten des Verbundes. Der Oberengstringer Gemeinderat hat 2010 seinen Ausstieg aus dem Projekt bekannt gegeben. Der Grund war damals unter anderem finanzieller Natur. Zudem fühlte man sich in Oberengstringen von der Kantonspolizei in Unterengstringen ausreichend und gut betreut.

Mittlerweile ist der Oberengstringer Gemeinderat neu zusammengesetzt. Zudem hat sich die Finanzlage der Gemeinde dank des Finanzausgleichs wieder gebessert. Die drei an der Planung des Verbundes beteiligten Gemeinden wollen deshalb mit Oberengstringen in Kontakt bleiben, wie Furrer erklärt.

Bereits ein Jahr vor Oberengstringen hat Geroldswil seinen Ausstieg aus dem Polizeiverbund publik gemacht. Neben organisatorischen führten auch dort finanzielle Überlegungen zu diesem Entscheid. Inzwischen hat Geroldswil eine zweite Polizeistelle geschaffen.