Als Kind zog Roger Bachmann (SVP) noch mit dem Lampion an die Bundesfeier und hörte den Rednern andächtig zu. Damals wollte er noch Pilot werden. Gestern stand Bachmann selber am Rednerpult. Wie ein Pilot sei auch er als Stadtpräsident auf eine gut funktionierende Crew angewiesen, sagte er in seiner Rede: «Insofern hoffe ich, dass wir alle zusammen, Behörden und Verwaltung, mit Ihrer Unterstützung die Stadt Dietikon in eine erfolgreiche Zukunft führen.» Auch wenn es gelegentlich Turbulenzen gebe in Anbetracht der grossen Herausforderungen. «Es muss aber das Ziel sein, dass wir alle auch künftig gerne hier in Dietikon zu Hause sind», sagte Bachmann. Und erntete prompt Szenenapplaus.

Dann kam er auf die Schweiz zu sprechen, der es im Vergleich zu anderen Staaten sehr gut gehe: «Das darf uns dankbar, stolz und zufrieden machen, soll uns aber auch nicht dazu verleiten, phlegmatisch und gleichgültig zu werden.» Der Stolz aber passt nicht allen. Wird doch häufig darauf hingewiesen, dass es nur Glück sei, als Schweizer geboren zu werden. «Das mag sein. Aber ich bin mir sicher, dass die grosse Mehrheit von uns hart daran arbeitet, dass wir uns dieses Glück auch in Zukunft bewahren können. Es sind die Menschen, die gemeinsam mit ihrem Tun ein Land zu dem machen, was es ist», sagte Bachmann.

Der Stadtpräsident erinnerte auch daran, dass es der Schweiz nicht immer so gut ging. «Unsere Vorfahren litten Hunger und suchten ihr Glück quasi als Wirtschaftsflüchtlinge im Ausland, wo niemand auf sie gewartet hat und wo man keine Ansprüche an den Staat stellen konnte.»

Womit Bachmann beim Thema Migration angelangt war. «Wer stolz auf die Schweiz ist und sich gleichzeitig um die Zuwanderung in unser kleines Land sorgt, ist nicht fremdenfeindlich und schon gar kein Rassist.» Wer einen aktiven Beitrag zur Integration leiste und die Schweizer Gepflogenheiten respektiere, werde von der Gesellschaft akzeptiert. So funktioniere das Zusammenleben auch in jedem anderen Land.

Zusammen mehr Feste feiern

Die Schweizer sollen zudem ihre Wurzeln nicht verleugnen. «Stehen wir dazu, dass unser Staat im christlichen Glauben verwurzelt ist, davon zeugt auch unsere Fahne.» Gerade im Sport – Stichwort: Doppeladler – solle man weniger auf Negatives und mehr auf jene Doppelbürger achten, die stolz darauf sind, ein rotes Leibchen mit weissem Kreuz zu tragen und dies auch zeigen – so wie Handball-Nati-Goalie Nikola Portner.

«Vielleicht sollten wir mehr zusammen Feste feiern um den Zusammenhalt untereinander zu fördern. Uns bietet sich ja schon bald Gelegenheit dazu», sagte Bachmann. Schliesslich steht vom 31. August bis zum 2. September das Dietiker Stadtfest an. Bei diesem wird der Feuerwehrverein die Lösch-Bar und die Fürio-Beiz führen. Auch gestern auf dem Kirchplatz sorgte er für die Festwirtschaft. Zu tun gab es genug: Die Bänke in der Markthalle waren voll bis auf den letzten Platz. Auch im Festzelt wurden viele Bratwürste gegessen. Der Schweizerpsalm wurde von der Stadtmusik Dietikon, die gross aufspielte, begleitet.

Am Abend ging der Stadtpräsident nach Dällikon, für seine zweite Rede.