Aesch
Das Wetter bescherte reichlich Süssmost und ein freudiges Fest

Die Organisatoren der Mostete freuten sich über das grosse Interesse. Dabei hätte das Dorf die Tradition vor ein paar Jahren fast verloren.

Senada Haralcic
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Moschtete Aesch
10 Bilder
Rolf Suter erklärte wie man mostet. .
Es wurde entspannt, gegessen und getrunken.
Most-Äpfel im Angebot.
Prost!
Der Most in seiner Endform.
Für die Verpflegung wurde gesorgt.
Frisches im Angebot.
Ganze Kessel voller Most wurden gepresst.
Gemeinsames Most trinken und speisen.

Moschtete Aesch

Senada Haralcic

Der Herbst steht vor der Tür und damit auch die Mostete, die seit sechs Jahren auf «Suters Hofmärt» stattfindet. Zahlreiche Aescher und Mostbegeisterte aus der Region statten dem Betrieb am sonnigen Sonntagnachmittag einen Besuch ab und geniessen frischgepressten Süssmost. An die 150 Gäste sitzen gemütlich an den Holzbänken, trinken Süssmost, essen Bratwürste und unterhalten sich. Ausserdem findet auf der Bühne noch das Konzert der Heidegg Musikanten statt.

200 Liter Most für das Fest

Neben den Holzbänken befindet sich die Pressmaschine, die eine kleine Attraktion darstellt. Umgeben von Kindern und Erwachsenen füllt ein Angestellter den eisernen Korb der Pressmaschine mit Äpfeln, bevor diese zu Most verarbeitet werden. Der goldbraune Saft fliesst nach der Verarbeitung aus einem Trichter in einen Kessel und wird in einem zweiten Schritt in grosse Glasbehälter umgefüllt. «Wir werden heute bestimmt an die 200 Liter Most verkaufen», freut sich der Hofbesitzer Rolf Suter, während hinter ihm die Helfer fleissig die Glasbehälter mit frischem Most zum Ausschank hinter die Festtheke tragen.

Dass es dieses Jahr reichlich Apfelmost hat, verdankt der Obstbauer dem idealen Wetter: «In der Blütezeit hatte es genügend Sonnenstunden und danach hat es immer wieder geregnet, das hat das Wachstum der Äpfel sehr begünstigt», sagt Suter. Die Äpfel seien deshalb grösser und es habe mehr Früchte gegeben. «Es ist zwar kein Rekordjahr aber ich kann jetzt schon sagen, dass es eine sehr gute Ernte ist», so der 44-Jährige. Die Schlussbilanz folge am Ende der Mostsaison, Ende Oktober. Im letzten Jahr war es in der Blütezeit regnerisch und in der Wachstumszeit warm: «Deswegen war die Ernte etwas magerer», sagt Suter.

Dass die Suters seit sechs Jahren aus der Mostete ein grosses Dorffest machen, hat seinen Grund: «Früher war die Mostete im Restaurant Rössli. Die Betreiber haben aber mit dem Fest aufgehört und das fanden viele Dorfbewohner sehr schade, denn die Mostete hatte ihren festen Platz in Aesch», sagt Suter. Da hätte er es als seinen Auftrag verstanden, das beliebte und mittlerweile traditionelle Fest auf sein Gelände zu holen: «Es hat sich wirklich gelohnt, dass wir die Tradition übernommen haben, die Leute erscheinen jedes Jahr zahlreich, sogar bei Regen blieben die Holzbänke nicht leer», freut sich Suter – wobei er noch ergänzt dass er dieses Jahr sehr gutes Wetter für seine Mostete erwischt habe. Die vielen Gäste hätten ausserdem immer wieder gezeigt, dass die Festorganisation definitiv ihre Mühe Wert sei.

«Schmeckt sehr gut»

Die Gäste schätzen offenbar nicht nur die Tradition der Mostete sondern vor allem auch den frisch gepressten Saft. Die Holzbänke sind voller Gläser mit goldbraunem Inhalt. Für die Besucher bietet der Most von «Suters Hofmärt» eine willkommene Abkühlung am warmen Spätsommernachmittag. «Der Most schmeckt wirklich sehr gut», schwärmt Jürg Niederbacher. Der Aescher hat schon sein zweites Glas in der Hand und erklärt, was er an diesem Getränk bei ‹Suters Hofmärt› besonders schätzt: «Der Most ist einfach genau so, wie man ihn sich von einem Bauernhof wünscht», sagt Niederbacher. Und sowohl für ihn als auch für die anderen Gäste stehen dank guter Ernte wohl s mehr als zwei Gläser für den sofortigen Verzehr bereit.