Weiningen
Das Weininger Eisfest stärkt den Zusammenhalt

Den anhaltend tiefen Temperaturen kann Weiningen auch positive Seiten abringen. Denn sie ermöglichen ein Eisfeld, das sich sehen lassen kann. Das Eisfest zog am Samstag Jung und Alt an.

Esther Laurencik
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Bereits zu Beginn des Festes findet ein rasantes Eishockeyspiel statt.
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Auch Gemeinderätin Margrit Jenni gibt sich die Ehre.
Hausmeister Clemente Jacomella mit dem Wasserschlauch, der das Eis erst möglich macht.
Für Familie Magni ist das Eisfest immer ein ganz besonderes Erlebnis.
Weininger Eisfest
Auf dem Eisfeld herrscht reger Verkehr.

Bereits zu Beginn des Festes findet ein rasantes Eishockeyspiel statt.

Esther Laurencik

Klirrende minus zehn Grad herrschen an diesem Samstagmorgen in Weiningen. Obwohl dies vielleicht bei einigen Unmut auslöst, sind es doch ideale Bedingungen für das Eisfeld, das beim Schulhaus Schlüechti entstanden ist. Tatkräftig haben freiwillige Helfer Clemente Jacomella, dem Hausmeister der Primarschule, in den letzten zwei Wochen geholfen, das Eisfeld zustande zu bringen: «Viele der Helfer haben jahrelang Eishockey mit mir gespielt. Da hat man natürlich eine gewisse Affinität zum Eis entwickelt», sagt er und lacht.

Dass das Eisfeld ein Projekt ist, hinter dem mehrere Köpfe stecken, wird durch Jacomellas Ausführungen schnell klar: «Eine gute Organisation ist wichtig. Über Tage und Nächte hinweg musste das Eisfeld in einem Abstand von jeweils zwei Stunden bewässert werden.» Beginnen kann man mit einem Eisfeld ab etwa minus fünf Grad. Die aktuellen Temperaturen seien deshalb ideal, sagt der Eismeister: «Dieses Jahr wird sich das Eisfeld sicher einige Tage halten können. Nicht so wie letztes Jahr, als es nach eineinhalb Tagen zu regnen begann.»

«Ein Riesenerlebnis»

Neben dem Eisfeld wurde ein kleines Festzelt aufgebaut, das den Besuchern Wärme bietet. Denn auf dem Feld ist man schnell durchgefroren – nicht alle sorgen mit einer Runde Eishockey gleich selbst für höhere Körpertemperaturen. Für die gemütlicheren Festbesucher hat der Turnverein Weiningen vorgesorgt: Mitglieder des Vorstands stehen hinter der improvisierten Bar und versorgen die Frierenden mit Speis und Trank. Auf dem Tisch stehen Teller mit Nussgipfeln, Zwetschgengebäck und Kuchen. Ausserdem sind Bratwürste und warmer Kaffee im Angebot. Die Stimmung ist familiär und herzlich – man neckt sich gegenseitig und versucht herauszufinden, wer sich denn nun am besten auf den Schlittschuhen halten könne. Untermalt wird das Ganze von Schlagermusik, welche aus den Lautsprechern an der Betonwand der Turnhalle erklingt.

An einem der Festbänke sitzt die Familie Magni aus Weiningen, eingepackt in winterliche Sportkleidung. Philipp Magni schätzt den Weininger Dorfzusammenhalt, der bei solchen Anlässen zum Vorschein komme. Ausserdem sei es für die Kinder ein «Riesenerlebnis». Dem können auch Niklas, Jan und Noah zustimmen. Sie legen auf einer Holzbank eine kleine Pause vom Schlittschuhlaufen ein. Die Kälte scheint sie nicht abzuschrecken. «Nur die blauen Flecken, die man sich beim Schlittschuhlaufen holt, die mag ich nicht», sagt Noah.

Unter den Festbesuchern findet sich auch die Gemeinderätin Margrit Jenni, ebenfalls ausgerüstet mit einem Paar Schlittschuhen. Als persönliche Befürworterin des Eisfestes sei sie froh, dass Projekte wie das Eisfeld beim Gemeinderat Rückhalt finden, denn: «Es sind eben solche Ideen, welche die Gemeinschaft in Weiningen stärken», sagt sie.