Jahresrückblick
Das waren die Limmattaler Schlagzeilen von Juli bis September

Finanzausgleich, Fäkalbakterien in der Biobadi und der Freispruch von «Carlos» gaben in den Sommermonaten im Limmattal zu reden.

Tobias Hänni
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Rückblick der Limmattaler Schlagzeilen von Juli bis September 2015

Rückblick der Limmattaler Schlagzeilen von Juli bis September 2015

Limmattaler Zeitung

2. Juli
Hilferuf aus Dietikon und Schlieren
Die beiden grössten Gemeinden im Limmattal schlagen zusammen mit vier weiteren Zürcher Agglomerationsstädten an einer Medienkonferenz Alarm, weil ihre Sozialkosten explodieren. Da die meisten Sozialaufgaben kantonal oder national gesteuert werden und sie deren Höhe nicht beeinflussen können, fordern sie eine solidarische Verteilung über den innerkantonalen Finanzausgleich.

13. Juli
Fäkalbakterien in der Schlieremer Biobadi
Ausgerechnet im Rekordsommer machen der Biobadi Im Moos Fäkalbakterien einen Strich durchs Hochsaison-Geschäft: Einem Gast fällt am 13. Juli die ausgehängte «Badewasserkontrolle» auf. Gemäss dieser haben am 3. Juli die gemessenen Kolibakterien im Wasser des Nichtschwimmer- und des Planschbeckens den Grenzwert um ein Vielfaches überschritten. In der Folge tauscht die Badi das Wasser in den betroffenen Becken alle zwei Stunden aus, das Kantonslabor beschränkt die Biobadi-Eintritte vorübergehend auf 500 Gäste.

13. Juli
Aufregung um 1.-August-Rede
Yvonne Apiyo Brändle-Amolo, Künstlerin und Präsidentin der SP-Sektion Kreisgemeinde Weiningen, wird angefeindet, weil sie als Schwarze die 1.-August-Rede in Oberengstringen halten soll. Pikant: Die Kritik kommt auch aus der eigenen Partei. Nachdem die Geschichte medial hohe Wellen wirft, erhält die Regisseurin und Politikerin mit kenianischen Wurzeln allerdings sehr viel Zuspruch.

14. Juli
Exotischer Gast in der Geroldswiler Aue
Der Dietiker Schulleiter Ueli Schmid traut seinen Augen nicht, als ihm auf seinem Heimweg in den Geroldswiler Auen eine grosse Rotwangenschmuckschildkröte über den Weg läuft. Eigentlich lebt die Schildkrötenart im nordamerikanischen Sumpfgebiet. Ob die Schildkröte entwischt ist oder ausgesetzt wurde, bleibt unklar.

23. Juli
Oberengstringen beendet Zusammenarbeit mit AOZ
Nach acht Jahren kündigt die Gemeinde per Ende Jahr die Leistungsvereinbarung mit der Asylorganisation Zürich (AOZ). Die Gemeinde ist überzeugt, Asylbewerber besser und zu tieferen Kosten betreuen zu können. Der Oberengstringer Sozialvorstand Kurt Leuch (Politisches Forum Engstringen) bemängelt, dass die Betreuung der 25 bis 35 in Oberengstringen untergebrachten Asylsuchenden durch die AOZ zu wenig intensiv sei. Das Unternehmen lässt die Kritik nicht gelten und zeigt sich überrascht ab der Kündigung. Es ist das erste Mal, dass eine Gemeinde den Vertrag mit der AOZ auflöst.

Die NZZ stellte den Betrieb ihrer Druckerei im vergangenen Juni ein. Künftig soll darin unter anderem geforscht und ausgebildet werden.bastian heiniger

Die NZZ stellte den Betrieb ihrer Druckerei im vergangenen Juni ein. Künftig soll darin unter anderem geforscht und ausgebildet werden.bastian heiniger

Bastian Heiniger

7. August
NZZ bietet Druckzentrum für 26 Millionen Franken an
Es ist zu dieser Zeit wohl eine der teuersten Liegenschaften, die auf Homegate.ch zu finden ist: Für 26 Millionen Franken bietet das NZZ-Medienhaus sein ehemaliges Druckzentrum in Schlieren auf der Online-Immobilienplattform an. Wenige Wochen zuvor, mit der NZZ-Ausgabe vom 30. Juni, wurde der Betrieb der Druckerei endgültig eingestellt. Mitte Dezember teil die NZZ dann mit, dass sie die Liegenschaft an die Swiss Prime Site AG verkauft hat. Diese möchte darin ein Bildungs- und Forschungszentrum eröffnen. Wie viel die Immobilieninvestorin tatsächlich für die einstige Druckerei gezahlt hat, wird nicht bekannt gegeben.

13. August
Unbekannter schiesst mit Luftgewehr auf Kater Maui
Schock für die Oberengstringerin Christine Zollinger: Eine unbekannte Person schiesst mit einem Luftgewehr auf ihren Kater Maui. Das Projektil muss operativ aus der linken Pfote der Katze entfernt werden. Die Besitzerin sucht mit einem Flugblatt nach dem Täter und erstattet bei der Polizei Anzeige.

28. August
«Carlos» wird teilweise freigesprochen
Kein anderer Fall am Bezirksgericht Dietikon hat die letzten Jahre wohl landesweit für so viel Aufsehen gesorgt: «Carlos» steht wegen Drohung und Hinderung einer Amtshandlung im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung an der Langstrasse und wegen Sachbeschädigung im Massnahmezentrum Uitikon (MZU) vor dem Richter. Dieser spricht ihn zwar wegen Sachbeschädigung und Hinderung einer Amtshandlung schuldig, nicht aber wegen Drohung. Der bald 20-Jährige wird zu einer unbedingten Geldstrafe von 33 Tagessätzen à 30 Franken verurteilt. Die Strafe hat er da bereits im MZU abgesessen, in welches er widerrechtlich eingewiesen worden war. «Carlos» war 2013 in die Schlagzeilen geraten, weil er als jugendlicher Straftäter ein in einem Sondersetting behandelt wurde. Vor allem die Kosten dieses Settings sorgten für Kritik, die Behandlung wurde angesichts des grossen öffentlichen Drucks abgebrochen.

31. August
Grossbrand bei einem Dietiker Autohändler
Am Abend des 31. August bemerkt ein Fussgänger, wie aus der Werkstatt eines Autohändlers Rauch entweicht. Als die Feuerwehr bei der Lagerhalle an der Überlandstrasse kurz vor der Grenze zu Spreitenbach ankommt, steht diese bereits im Vollbrand. Das Grossaufgebot mit 36 Feuerwehrleuten kann den Brand jedoch unter Kontrolle bringen und ein Übergreifen des Feuers auf umliegende Gebäude verhindern. Die Halle des Autohändlers kann es nicht mehr retten. Sie brennt zusammen mit 30 Fahrzeugen komplett aus.

Schlierefäscht - die besten Momente
30 Bilder
Und hier die Antwort auf die Frage, wuhin die Mugg-Bühne verschwunden ist Und hier die Antwort auf die Frage, wuhin die Mugg-Bühne verschwunden ist
Spider Murphy Gang Spider Murphy Gang
Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht_007 Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht_007
Kinder lauschen Clown Mugg Kinder lauschen Clown Mugg
Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht_004 Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht_004
Ich han imfall meh Spass als all Chind zäme Rolf Schlatter am Konzert von Marius und die Jagdkapelle Ich han imfall meh Spass als all Chind zäme Rolf Schlatter am Konzert von Marius und die Jagdkapelle
Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht_006 Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht_006
Er verteilte Trauben an die Zuschauer Er verteilte Trauben an die Zuschauer
Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht_003 Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht_003
Die ersten roten Nasen Die ersten roten Nasen
Applaus Applaus
Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht_005 Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht_005
Der Hackbrettspieler Nicolas Senn, das Original mit seinem Bild Der Hackbrettspieler Nicolas Senn, das Original mit seinem Bild
Samstäglicher gut besuchter Flohmarkt am Schlierefäscht. Samstäglicher gut besuchter Flohmarkt am Schlierefäscht.
Limmattal Pfadi-Abteilungsleiter Fabian «Guarana» Eprecht steigt schliesslich auf zwölf Harassen. Limmattal Pfadi-Abteilungsleiter Fabian «Guarana» Eprecht steigt schliesslich auf zwölf Harassen.
René Ursinus ist der Leadsänger der deutsch-niederländischen Schlagerband «Die Cappuccinos». René Ursinus ist der Leadsänger der deutsch-niederländischen Schlagerband «Die Cappuccinos».
Die Clownfamilie aus dem glarnerischen Betschwanden mit Ischa, Milu und Clown Mugg Die Clownfamilie aus dem glarnerischen Betschwanden mit Ischa, Milu und Clown Mugg
Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht Grosse Abschlussveranstaltung am Schlierefäscht
Die Schlagerband «Die Cappoccinos» spielte am Freitagabend auf der Zentrumsbühne. Die Schlagerband «Die Cappoccinos» spielte am Freitagabend auf der Zentrumsbühne.
Die Pfadi Limmattal aus Schlieren und Dietikon offeriert ein währschaftes Kuchenbüffet. Die Pfadi Limmattal aus Schlieren und Dietikon offeriert ein währschaftes Kuchenbüffet.
Die Mädchen kommen am Kinderflohmarkt ebenfalls auf ihre Rechnung. Die Mädchen kommen am Kinderflohmarkt ebenfalls auf ihre Rechnung.
Die Clownfamilie Mugg eröffnete am Freitagabend auf der Stadtplatz-Bühne das Fest «Schliere lacht». Die Clownfamilie Mugg eröffnete am Freitagabend auf der Stadtplatz-Bühne das Fest «Schliere lacht».
Bis zu fünfzig Meter sind die Wasserfontänen der Multimedia-Wassershow. Bis zu fünfzig Meter sind die Wasserfontänen der Multimedia-Wassershow.
Der junge Zirkusclown Ischa begeistert auf den Balancebrettern Rola-Bola Der junge Zirkusclown Ischa begeistert auf den Balancebrettern Rola-Bola
Bis zu fünfzig Meter hoch sind die Wasserfontänen der Multimedia-Wassershow. Bis zu fünfzig Meter hoch sind die Wasserfontänen der Multimedia-Wassershow.
Auch am Bahnhof Schlieren ist das Schlierefäscht präsent. Auch am Bahnhof Schlieren ist das Schlierefäscht präsent.
Attraktive Multimedia-Wassershow mit sehr viel Technik in einem vierhundert Quadratmeter grossen Wasserbecken Attraktive Multimedia-Wassershow mit sehr viel Technik in einem vierhundert Quadratmeter grossen Wasserbecken
Appenzeller Biberfladen und Magenbrot gehören ebenso zum Schlierefäscht wie Rahmtäfeli und Schleckwaren. Appenzeller Biberfladen und Magenbrot gehören ebenso zum Schlierefäscht wie Rahmtäfeli und Schleckwaren.
Am Kinderflohmarkt in Schlieren werden Bubenträume wahr. Am Kinderflohmarkt in Schlieren werden Bubenträume wahr.

Schlierefäscht - die besten Momente

Limmattaler Zeitung

4. September
Schlieren feiert sich zehn Tage selbst
Anfang September fällt der Startschuss für das Stadtfest «Schliere lacht», das alle vier Jahre durchgeführt wird. Zehn Tage lange wird an verschiedenen Orten im Stadtzentrum gefeiert. Zu den Höhepunkten des Schlierefäschts gehören bekannte Bands und Musiker, wie die «Spider Murphy Gang» oder «Marc Sway», der Festumzug, ein grosses Feuerwerk oder das farbenfrohe Wasserspiel auf dem Stadtplatz. Am Sonntag des zweiten Festwochenendes findet der feierliche Abschluss-Event der Aktion «Roti Nase» statt, deren Reinerlös der Urdorfer Behindertenstiftung Solvita zugutekommt.

17. September
Hausdurchsuchung beim Dietiker Statthalter
Die Staatsanwaltschaft des Kantons führt eine Hausdurchsuchung im Dietiker Statthalteramt durch. Adrian Leimgrübler, langjähriger Statthalter und Bezirksratspräsident, wird von seiner Arbeitgeberin, der kantonalen Justizdirektion, freigestellt. Bereits Anfang August war gegen Leimgrübler ein Strafverfahren wegen Begünstigung und Rechtspflegedelikten eingereicht worden. Der Ombudsmann des Kantons hatte zuvor aufgrund einer bei ihm eingegangenen Beschwerden Anzeige erstattet. Gleichzeitig zum Strafverfahren, das bis dato noch nicht abgeschlossen ist, gibt die Justizdirektion einen Bericht in Auftrag, mit der die Amtsführung Leimgrüblers untersucht wird. Der Beschuldigte wehrt sich gegen die Vorwürfe und bezeichnet diese als «an den Haaren herbeigezogen».