Zwei Schweizer-Meister-Titel, ein dritter Rang. Die Bilanz des Squashteams von Vitis Schlieren der vergangenen drei Jahre kann sich sehen lassen.

Wobei der dritte Platz letzte Saison für die erfolgsverwöhnten Schlieremer eine leise Enttäuschung bedeutete, da sie seinerzeit den Titelhattrick anstrebten.

Dieses Jahr könnte es allerdings sein, dass Vitis Schlieren selbst ein Platz auf dem Podest verwehrt bleibt. Schlimmer noch: Die Schlieremer müssen sogar um die Playoff-Qualifikation bangen.

Derzeit belegt das Team nur den sechsten Rang. Damit haben die Limmattaler vier Punkte Rückstand auf den vierten Platz, der zur Playoff-Teilnahme berechtigt.

Das Problem der Schlieremer: Verletzungspech. Ihr Captain John Williams hat sich eine Sehne im Fuss gerissen und fällt für die ganze Saison aus.

«Damit hatten wir natürlich nicht gerechnet», sagt Williams. «Wir haben zwar sehr gute junge Spieler, aber unser Kader ist nicht so breit, als dass wir das einfach kompensieren könnten.»

Das hat sich auch am vergangenen Montag gezeigt, als Schlieren gegen Uster spielte. Die Limmattaler verloren das kantonale Derby mit 1:3 und rutschten auf Platz 6 ab, statt den Abstand nach oben zu verringern.

«Das war sehr schade», sagt Williams. «Manuel Wanner war nahe dran, seine Partie zu gewinnen.» Damit hätte Wanner für sein Team ein Unentschieden in der Endabrechnung geholt – und einen sehr wichtigen Punkt im Kampf um die Playoff-Plätze.

Doch Wanner verlor seine Partie in fünf Sätzen. Trotzdem ist der Captain von der Leistung seines Schützlings, den er seit langem trainiert, sehr angetan. «Er hat sehr stark gespielt», lobt er.

Nicht zuletzt Manuel Wanners Leistungen geben Williams die Zuversicht, dass es doch noch für die Playoffs reichen könnte. Fünf Runden stehen den Limmattalern noch bevor, unter anderem gegen zwei direkte Konkurrenten, was die Playoff-Plätze anbelangt: Sihltal und Vaduz.

Gegen beide hofft Williams auf einen Sieg. «Bei Sihltal stellt sich einfach die Frage, ob Nicolas Müller dabei ist», sagt Williams. «Ob er spielt oder nicht, ist ein Riesenunterschied.» Falls Müller nicht spielt, rechnet sich Williams gute Chancen aus, dass sein Team den Tabellenfünften bezwingen und ihn überholen könnte.

Punkte müssen her

Gegen Vaduz spielt Vitis heute Abend in Schlieren. Die Liechtensteiner belegen derzeit den dritten Platz in der Tabelle und Schlieren hat das Hinspiel in Vaduz mit 1:3 verloren. Dennoch ist Williams zuversichtlich, dass heute Abend sein Team am Ende obsiegen wird.

«Es sieht so aus, als würden die Nummer 2 und die Nummer 3 bei Vaduz ausfallen», verrät er. «Dann wäre Vaduz deutlich geschwächt. In Bestbesetzung ist Vaduz für uns ein sehr schwieriger Gegner, aber so sähe die Sache ganz anders aus.»

Mit einem Sieg gegen Vaduz wären die Chancen auf die Playoffs für Schlieren zumindest intakt. «Das ist nach wie vor unser grosses Ziel: die Playoffs zu erreichen», erklärt Williams. Und was, wenn die Schlieremer scheitern sollten? Für Williams kein Weltuntergang. «Es wäre super, wenn wir es schaffen würden», sagt er.

«Aber wenn nicht, bereiten wir uns eben auf die nächste Saison vor.» Dann dürfte der Captain übrigens wieder mittun. «Ich lasse mich nach dieser Saison operieren», sagt Williams. «Dann sollte ich nächste Saison wieder mitspielen können.»