Schlieren
«Das Umherirren im Schlieremer Stadtbüro ist endlich vorbei»

Schlieren hat seit einem Monat ein neues Stadtbüro. Die Bevölkerung ist mit der neuen Verwaltungszentrale sehr zufrieden. Die Vereinfachung der Verwaltungsstruktur fällt positiv auf. Nur mit der Architektur sind nicht alle einverstanden.

Florian Niedermann
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Die Wartelounge vom Innern des Stadthauses aus gesehen.

Die Wartelounge vom Innern des Stadthauses aus gesehen.

«Kaum hatte ich auf den Knopf beim Ticket-Automaten gedrückt, schon wurde ich an einen Schalter gewiesen.» Der Urdorfer Marcel Ammann war erstaunt, wie schnell er im neuen Schlieremer Stadtbüro bedient wurde. Seine Frage - er wollte eine Anzeige erstatten und wusste nicht, ob die Stadt- oder die Kantonspolizei zuständig ist - habe ihm das Personal des Stadtbüros beantworten können.

Die Bevölkerung ist im Allgemeinen mit dem Stadtbüro sehr zufrieden. Einen Monat nach der Eröffnung der neuen Verwaltungszentrale vermitteln zumindest diejenigen Einwohner, die das Stadthaus nach einem Behördengang wieder verlassen, diesen Eindruck.

Ein Schalter für fast alles

Sie empfinde den Kontakt mit der Verwaltung als viel angenehmer seit der Eröffnung des Stadtbüros, erklärt die ehemalige Spitex-Mitarbeiterin Claire-Lise Rüst: «Das Umherirren im ganzen Stadthaus ist endlich vorbei. Natürlich steht und fällt alles mit dem Personal, aber damit habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht.»

Dass heute 70 bis 80 Prozent der Anliegen der Schlieremer Einwohner direkt an einem Schalter bearbeitet werden, wird sehr geschätzt. So profitierte von dieser Serviceleistung etwa auch Mijo Augustinovic. Er habe am Schalter nachgefragt, ob er Anrecht auf eine Prämienverbilligung bei der Krankenkasse hätte, sagt der 43-Jährige.

«Die Angestellte schaute auf ihrem Computer nach, zeigte mir die relevanten Daten und überprüfte, ob eine Prämienverbilligung bei meinem Einkommen möglich ist», erklärt Augustinovic. Das sei viel schneller gegangen, als er erwartet habe. Für eine Verbilligung waren seine Einkünfte allerdings zu hoch.

Im internationalen Vergleich gut

Frisch Zugezogene vergleichen das Stadtbüro in ihren Beurteilungen meist mit der Administration in ihrem Herkunftsland. Auch dabei kommt die Schlieremer Verwaltung gut weg. Agostino Rodriguez, der vor sechs Monaten aus Portugal nach Schlieren zog, wollte einen Schweizer Führerschein beantragen. «Ich musste nur meinen portugiesischen Fahrausweis am Schalter vorweisen, ein Formular ausfüllen, und schon war es erledigt. Das ging alles sehr unkompliziert», sagt der 28-Jährige.

In Portugal seien Verwaltungsinstanzen - vor allem in den Städten - oft komplizierter. Saghar Nabavi, die erst vor wenigen Wochen aus Iran eingewandert ist, beeindruckte vor allem die freundliche, helle Atmosphäre im Stadtbüro: «Bei uns sind die Beamten zwar auch meist sehr hilfsbereit, aber die Büros sind selten so schön eingerichtet.»

Architektur gefällt nicht allen

Die architektonische Gestaltung der neuen Verwaltungsdrehscheibe im Erdgeschoss des Stadthauses gefällt derweil nicht allen Besuchern gleich gut wie Nabavi. «Ich finde es viel zu steril. Fast wie in einem Gefängnis», sagt etwa der Schlieremer Phillippe Meyer. Der bereits erwähnte Urdorfer Ammann verglich die Schalter mit denen eines Bahnhofs. Die meisten Befragten äusserten sich aber durchaus positiv. So sagt etwa auch Claire-Lise Rüst: «Man fühlt sich in diesem Gebäude willkommen. Schon die neue Drehtüre lädt zum Eintreten ein.»