Dietikon
Das «Triamel» und andere Skulpturen von Bruno Weber suchen ein neues Zuhause

Durch den Verkauf von Skulpturen möchte die Witwe von Bruno Weber den Park in Dietikon erhalten. Einige Fabelwesen, wie etwa das «Triamel» oder der «Kakadu», suchen deshalb einen neuen Besitzer.

Sebastian Schanzer
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Skulptur aus dem Bruno-Weber-Park: Der Künstler vertrat die Schweiz an der Weltausstellung 1992 in Sevilla.
10 Bilder
Der Bruno-Weber-Park hat am 20. Oktober 2'14 seine Pforten geschlossen.
Die «Eule mit Zwillingen».
Das «Triamel» kann besonders Kindern eine Sitzgelegenheit bieten.
Die Skulptur «Vinci» wurde dem Haustier Webers nachgebildet.
Der «Kakadu» wurde bereits verkauft
Der «Weiser»
Der Wassergarten ist das Herzstück von Bruno Webers Gesamtkunstwerk. Der Park befindet sich auf der Grenze von Dietikon und Spreitenbach.
Skulpturen von Bruno Weber werden verkauft
Eine Skulptur im neuen Wassergarten des Bruno-Weber-Parks.

Skulptur aus dem Bruno-Weber-Park: Der Künstler vertrat die Schweiz an der Weltausstellung 1992 in Sevilla.

Bettina Hamilton-Irvine

Eigentlich wollte Bruno Weber hundert Jahre alt werden. Im Jahr 2011 verstarb der Künstler aus Dietikon im Alter von achtzig Jahren. Er hinterliess aber einige ambitionierte Pläne und Projekte, die nun seine Witwe Maria Anna Weber-Godon verwirklichen möchte. Was noch fehlt, sind die finanziellen Mittel für Bauprojekte, aber auch für den Unterhalt des Parks.

Rebecca Piperio-Weber, die Tochter des Künstlerpaars, leitete mit ihrer Mutter nun den Verkauf einiger Skulpturen Webers ein. Die beiden erhoffen sich davon einen Erlös von etwa 20 000 Franken. Dieses Geld diene als Startkapital für den Stiftungsrat, der momentan neu zusammengesetzt werde, sagt Weber-Godon. Im Februar dieses Jahres trat der ehemalige Stiftungsrat geschlossen zurück, weil er laut dem damaligen Präsidenten Hanspeter Paoli seine Aufgabe nicht mehr wahrnehmen konnte.

Der Stiftungsrat ist unter anderem verantwortlich für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Bruno-Weber-Parks. Dieser wurde nach dem Rücktritt des Stiftungsrates von der Stiftungsaufsicht des Kantons Aargau unter Zwangsverwaltung gestellt. Nun wolle man mit einem neuen Stiftungsrat den Blick nach vorne richten, sagt Weber-Godon.

«Kunstwerke verkaufen, um neue Kunst zu produzieren: So hat es auch Bruno Weber oft gemacht», sagt seine Witwe. Schon das Material für seinen ersten Bau am Waldrand über Dietikon bezahlte der Künstler mit selbst gemalten Bildern.

Die Skulpturen , die nun zum Verkauf stehen, sind im Park ausgestellt. Es handelt sich um meist aus Beton geformte surreale Tier- und Fabelwesen, wie etwa das «Triamel», ein Kamel mit drei Höckern, das ursprünglich als Sitzgelegenheit für Kinder konzipiert wurde. Das «Triamel» kostet 6800 Franken und ist somit die teuerste unter den zu Verkauf stehenden Skulpturen. Zwei Exemplare stehen bereits am Bahnhof Stadelhofen, das heisst, die Kunstwerke sind keine Unikate. Ihre Vorlagen bleiben weiterhin im Besitz von Weber-Godon, so können bestellte Werke auf Wunsch reproduziert werden, sagt die Witwe. «Eine Vorliebe Bruno Webers war es, seine Haustiere surreal nachzubilden», erzählt seine Witwe.

Die Skulptur «Vinci» , ein dünner, lang gezogener Hund mit Ähnlichkeiten zu einem chinesischen Drachen, ist solch eine Nachbildung und kostet 5300 Franken. Auch kleinere Objekte, wie etwa die Eule, ein griesgrämiger Frosch oder ein farbiger Kakadu mit weit geöffnetem Schnabel warten im Bruno-Weber-Park auf ihren Käufer. Um die grossen Pläne der Witwe und der Stiftung zu verwirklichen, benötigt es Gönnerbeiträge. Ein zentrales Projekt für die Zukunft ist beispielsweise ein Kopfhaus am Eingang, das den Park nach aussen repräsentieren und noch mehr Gäste anziehen solle. Mit den Besucherzahlen des letzten Jahres ist die Frau des verstorbenen Künstlers allerdings zufrieden. Rund 20 000 Eintritte wurden 2013 verkauft, «dieses Jahr könnten es noch mehr werden», sagt Weber-Godon.