Dietikon
Das Tram-Depot steht auf gutem Boden

Die Abstellhalle für die Limmattalbahn-Fahrzeuge soll im Areal «Müsli» erstellt werden – auf wertvollem Ackerland. Dieses geht nicht verloren, sagt der Regierungsrat. Er will die Erde nach Maschwanden transportieren.

Oliver Graf
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Das Gebiet «Müsli» beim Gleisfeld: Hier soll dereinst das Depot für die Limmattalbahn-Fahrzeuge erstellt werden.

Das Gebiet «Müsli» beim Gleisfeld: Hier soll dereinst das Depot für die Limmattalbahn-Fahrzeuge erstellt werden.

Limmattaler Zeitung

Die Fahrzeuge der Limmattalbahn (LTB), die dereinst zwischen Altstetten über Schlieren und Dietikon nach Killwangen verkehren werden, müssen über Nacht irgendwo in der Nähe ihrer Strecke abgestellt werden. Doch warum muss dieses benötigte Depot gerade im Gebiet «Müsli» auf gutem Landwirtschaftsland erstellt werden, fragte Kantonsrätin Gabi Petri (Grüne) den Regierungsrat an.

Denn beim betroffenen Boden im Gebiet «Müsli», das an der Dietiker Stadtgrenze liegt und direkt ans Gleisfeld des Rangierbahnhofs angrenzt, handelt es sich zu 100 Prozent um sogenannte «Fruchtfolgeflächen», die in ihrer Gesamtheit zu erhalten sind.

Die Limmattalbahn AG habe alle infrage kommenden Standorte in den Kantonen Aargau und Zürich bezüglich Machbarkeit und Zweckmässigkeit geprüft, antwortet nun der Regierungsrat. Statt eines Neubaus auf eine bestehende Anlage, etwa ein Depot der VBZ, zu setzen, war keine Option: «Keiner der infrage kommenden Verkehrsbetriebe hat genügend freie Kapazitäten.»

Deshalb sind 15 neue mögliche Standorte evaluiert worden, um die bis zu 14 LTB-Zweirichtungsfahrzeuge mit einer Länge von maximal 45 Metern unterzubringen.

Eine der beiden «Bestvarianten»

Das «Müsli» galt als eine von zwei «Bestvarianten». Die andere, das in der Nähe auf Spreitenbacher Boden befindliche Areal «Asp», hätte zwar keine schützenswerten Fruchtfolgeflächen tangiert. Doch ist das Areal mit Altlasten belastet und gilt als überwachungsbedürftig. Aufgrund der beim Bau eines LTB-Depots notwendigen Sanierung käme die «Asp»-Option rund 20 bis 30 Millionen Franken teurer zu stehen als die am Ende gewählte «Müsli»-Variante.

Die Fruchtfolgefläche gehe nicht verloren, betont der Regierungsrat. Seit 2011 muss wertvolles Ackerland, das durch Infrastrukturbauten verbaut wird, vollständig kompensiert werden. Das weiss auch Gabi Petri; doch stellte sie die Frage in den Raum, ob eine solche «Verlegung» des Bodens überhaupt möglich und sinnvoll sei.

Der Regierungsrat lässt Petris detaillierte Fragen weitgehend unbeantwortet; so kann er nicht beziffern, wie gross der energetische Aufwand und der zusätzliche CO2-Ausstoss für eine solche Flächenverlegung sei. Der Regierungrat weist aber grundsätzlich darauf hin, dass auch bei einem Transport in eine Deponie Lastwagenfahrten anfallen würden.

«Deponien», schreibt die Regierung, «sind in der Regel weiter entfernt.» Denn grundsätzlich strebe der Kanton an, dass das bei Bauarbeiten anfallende, geeignete Bodenmaterial möglichst nahe am Ort der Entnahme wieder verwendet werde.

Das sei aber aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht immer möglich – gerade in dicht besiedelten Räumen wie dem Limmattal.
Der wertvolle Boden, der im Dietiker «Müsli» für den Bau des Limmattalbahn-Depots ausgehoben wird und überschüssig ist, soll gemäss den derzeitigen Planen ins Knonauer Amt gefahren werden. «In der Gemeinde Maschwanden ist die Kompensation des Fruchtfolgeflächen-Verlustes vorgesehen.»