Drei Ehepaare - unterschiedlicher könnten sie nicht sein - beschliessen, die Weihnachtsfeiern in drei aufeinanderfolgenden Jahren gemeinsam zu begehen. An sich ein löblicher Gedanke, würden sich die Ehemänner daraus nicht einen persönlichen Vorteil erhoffen. Im Mittelpunkt stehen der solide Geschäftsmann Werner Brügger (Walter Müller), der spröde Bankier Dietmar Kinkel-Amberg (Klaus Caspari) und der wenig erfolgreiche Architekt Gregor Pfister (Roland Wismer).

Machtverschiebungen

Mit von der Partie sind selbstverständlich auch deren Ehefrauen, denen ein gewisser Hang zur Neurose nicht abgesprochen werden kann. Das Stück in drei Akten spielt nicht etwa im Wohnzimmer, wo normalerweise ein Weihnachtsfeier abgehalten wird – nein, der Zuschauer erlebt die Machtverschiebung in den beruflichen und persönlichen Beziehungen der Ehemänner aus der Küchenperspektive.

Die Bemühungen um ein frohes Fest bringen Brüggers Ehefrau Jeannine (Cony Seres) nicht nur wegen ihrer Putzsucht an den Rand der Verzweiflung. Nein, denn plötzlich fehlt das Tonic für den Gin-Tonic. Und weil sie sich vor Ungnade fürchtet, schleicht Jeannine bei strömendem Regen zur nahegelegenen Tankstelle.

Wenig Strom in der Ehe

Viel Aufwand für wenig Nutzen, denn das Fest ist vorüber, ehe Brüggers Ehefrau wieder zurück ist. Auch vorbei scheint die Ehe zwischen Architekt Pfister und seiner Frau Eva (Karin Zimmermann), ein Jahr später. Kurz vor der Feier bemerkt sie, dass es ihr Ehemann mit der Treue nicht so genau nimmt. Grund genug, ihrem Leben unbeirrt, wenn auch mit völlig untauglichen Mitteln, ein Ende zu setzen.

Schliesslich erleidet der Bankier Kinkel-Amberg einen Stromstoss und Ehefrau Silvia (Sabine Steigmeier) muss auf Geheiss von Geschäftsmann Brügger den Bankiersgatten auf eventuelle Herzrhythmusstörungen überwachen. «Vor allem die Bühnenbilder haben mich beeindruckt und dass die Erstaufführung so reibungslos klappte», freute sich Beatrice Held, die aus Bern angereist war.

Einzig das vierte Ehepaar, Olivia (Maria Oliveri) und Marcel Siegenthaler (Marc Friedli), amüsiert sich an den Weihnachtsfeiern prächtig. Beide feiern ausgelassen im Wohnzimmer der jeweiligen Gastgeber und sind deshalb nie auf der Bühne zu sehen. Und wie jedes Jahr überrascht Olivia die Gastgeberinnen zu deren Ärger mit einem Tiramisu und einem Panettone.

Plötzlich ist alles anders

Im Schlussakt zeigen sich die persönlichen Beziehungen und beruflichen Machtverhältnisse ganz anders. Denn plötzlich ist man vom früher belächelten Werner Brügger abhängig. Der untreue Gregor Pfister mutierte zum arbeitslosen Architekten und Bankier Kinkel-Ambergs Ehefrau fühlt sich dem Alkohol näher als ihrem Mann. Im Schlussdrittel konnte man im Üdiker-Saal buchstäblich das Fallen einer Nadel hören, denn die Zuschauer hingen an den Lippen der Schauspieler. Würde dieses Fiasko noch in einem Happy-End enden?

Ja und Nein. Ein Glöckchen liess Bankiersgattin Silvia in die Vergangenheit eintauchen, wo sie in letzter Sekunde von einer Weihnachtsmelodie wachgerüttelt wurde. «Es ist ein spannendes und sehr realistisches Stück mit einer sehr guten schauspielerischen Leistung», fasste Peter Gäumann aus Urdorf die Premiere zusammen.

Weitere Spieldaten: Mittwoch, 7. März, 20 Uhr; Freitag, 9. März, 20 Uhr; Samstag, 10. März, 20 Uhr; Sonntag, 11. März, 14.30 Uhr; Freitag, 16. März, 20 Uhr; Samstag, 17. März, 20 Uhr.