Schlieren

Das Spitalquartier erhält nach jahrelangem Kampf seine Tempo-30-Zone

Heidemarie Busch kämpft schon lange für eine verkehrsberuhigte Spitalstrasse.

Heidemarie Busch kämpft schon lange für eine verkehrsberuhigte Spitalstrasse.

Das Schlieremer Rekord-Postulat aus dem Jahr 2001 steht dank der neuen Massnahmen kurz vor der Abschreibung.

Im Schlieremer Spitalquartier kehrt Ruhe ein – im sprichwörtlichen wie auch im buchstäblichen Sinn. So wird auf der rund 350 Meter langen Spitalstrasse mit Inbetriebnahme der Limmattalbahn Ende 2022 Tempo 30 eingeführt, was die Lärmemissionen mindert. Doch auch der Lärm der Quartierbewohner, die sich seit beinahe zwei Jahrzehnten für eine solche Massnahme einsetzen, wird verklingen.

Anwohnerin und Gemeinderätin Heidemarie Busch (CVP) kann es kaum fassen. «Wenn das wirklich so umgesetzt wird, dann ist das Quartier sehr zufrieden», sagt sie. Angefangen hat alles 2001 als die damalige Gemeinderätin Marianne Habegger (SVP) ein Postulat beim Stadtrat einreichte, wonach verkehrsberuhigende Massnahmen hätten umgesetzt werden sollen. Neben Tempo 30 schlug sie auch eine Verschmälerung der Fahrbahn und ein Nur-Zubringer-Regime vor. In den 20 Jahren seither nahm der Stadtrat im Parlament mehrmals dazu Stellung und beantragte die Abschreibung ebenfalls mehrmals. Denn mit dem Bau der Limmattalbahn, die nach dem Färber­hüsli-Tunnel auf rund 150 Metern über die Spital- bis zur Schönenwerdstrasse verläuft, wurde festgelegt, dass ebendieser Abschnitt zur Tempo-30-Zone wird. Die Forderungen seien somit erfüllt: Das Stadtparlament beurteilte dies jedoch anders und lehnte die Abschreibung des Vorstosses mehrmals ab – zuletzt im Frühjahr 2020. Die Begründung: Im Postulat Habegger werde die Beruhigung auf der ganzen Spitalstrasse verlangt, nicht nur auf den 150 Metern, auf denen die Limmattalbahn fahren wird.

Nach der Umsetzung soll die Abschreibung folgen

Über die Jahre eingereichte Postulate von Busch selbst, die eine Verlängerung des Färberhüsli-­Tunnels bis ins Urdorfer Industriegebiet verlangte, und von SVP-Gemeinderat Thomas Grädel, der sich auf der Spitalstrasse Mischverkehr und kein Eigentrassee wünschte, wurden zwischenzeitlich abgeschrieben.

Der Schlieremer Bauvorstand Stefano Kunz (CVP) bestätigt auf Anfrage die Einführung von Tempo 30. «Ist dieses Regime umgesetzt, beantragen wir dem Parlament die Abschreibung des Postulats Habegger», sagt er. Gegen einen früheren Versuch, eine Temporeduktion auf der ganzen Strecke umzusetzen, hatten der Urdorfer Gemeinderat wie auch die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) ­ursprünglich Einsprache eingereicht, da so die Pünktlichkeit der dort verkehrenden Busse nicht mehr gewährleistet sei. «Die Busse verkehren aber ab 2022 nicht mehr auf diesen Streckenabschnitten, weshalb auch diesbezüglich nichts mehr gegen Tempo 30 spricht», so Kunz.

Damit könnte das wohl älteste Postulat in der Schublade des Stadtrates bald erledigt sein. Denn Busch bestätigt, dass sie sich im Parlament für die Abschreibung aussprechen werde, wenn auf der Spitalstrasse die versprochenen Massnahmen umgesetzt wurden.

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