Jahresrückblick 2019
Das sorgte im Limmattal in den Monaten Januar bis März für Schlagzeilen

Filmkulisse, Bezirksrat, Schlägerei und Guerilla-Aktion: Dies und noch vieles mehr sorgte anfangs des Jahres für Aufsehen im Limmattal.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Auf dem Dorfplatz Oberengstringen wurde Anfang Jahr ein SRF-Film gedreht.

Auf dem Dorfplatz Oberengstringen wurde Anfang Jahr ein SRF-Film gedreht.

Claudio Thoma

12. Januar: Neuer Kulturtreffpunkt

Mit zahlreichen Gästen wird das Gleis 21 beim Bahnhof Dietikon eröffnet. Der neue Kulturtreffpunkt ist in der ehemaligen Farbenfabrik Benz & Cie AG untergebracht. Betrieben wird es vom Verein Gleis 21, der sich in das der Stadt Dietikon gehörende und von ihr für rund eine Million Franken sanierte Gebäude eingemietet hat.

15. Januar: Dorfplatz wird zur Filmkulisse

Im Dorfzentrum von Oberengstringen fahren die Kameras auf. Einen Monat lang wird eine Filmcrew mit je nach Tag 40 bis 50 Mitarbeitern hier ihre Zelte aufschlagen. Insgesamt stehen rund 15 Drehtage auf dem Programm. Die SRF-Komödie «Amen Saleikum – Fröhliche Weihnachten» wird am 8. Dezember ausgestrahlt.

18. Januar: Streit um Weber-Park geht weiter

Der Rechtsdienst des Regierungsrats des Kantons Aargau hat den Bruno-Weber-Park superprovisorisch unter Schutz gestellt und entspricht damit einem Gesuch von Bruno Webers Witwe Maria Anna Weber, die vom Verein Freunde Bruno-Weber-Park unterstützt wird. Damit sind jetzt geplante bauliche Massnahmen auf Eis gelegt. Und der Streit zwischen der Witwe und der Bruno-Weber-Stiftung ist um ein weiteres Kapitel reicher.

Der Streit im Weber-Park ist noch nicht zu Ende.

Der Streit im Weber-Park ist noch nicht zu Ende.

Céline Geneviève Sallustio

29. Januar: Bezirksrat hebt Budget auf

Das Budget der Gemeinde Birmensdorf verstösst gegen das neue Gemeindegesetz. Denn der Aufwandüberschuss darf einen individuellen, prozentualen Wert nicht überschreiten. Doch jener von Birmensdorf übertrifft diesen um 75000 Franken. Dies, weil die vom Gemeinderat beantragte Steuerfusserhöhung um 5 Prozent abgelehnt wurde. Am 19. März muss die Gemeindeversammlung über ein neues Budget befinden. Und genehmigt es.

31. Januar: Sanierung wird teurer

Die Kosten für die Sanierung der Kanalisation schiessen in die Höhe. Die Gemeinderäte von Weiningen und Geroldswil bewilligen zusammen mit der ebenfalls ins Projekt involvierten Limeco einen Zusatzkredit von 6,2 Millionen Franken.

Damit belaufen sich die Kosten für die Entwässerung des Quartiers auf rund 17,4 Millionen
Franken. Grund für die Kostendifferenz sind Fehleinschätzungen des mit dem Genehmigungsprojekt und der Kostenerstellung betrauten Ingenieurbüros.

5. Februar: 27 000. Einwohner begrüsst

Dietikon wächst weiter. Im Stadthaus empfängt Stadtpräsident Roger Bachmann mit Claudio Glöckler den 27000. Einwohner. Der 30-Jährige zog aus Bachenbülach in den Bezirkshauptort.

Claudio Glöckler wird als 27'000 Einwohner von Dietikon begrüsst.

Claudio Glöckler wird als 27'000 Einwohner von Dietikon begrüsst.

Claudio Thoma

18. Februar: Kein Ausbau des Rastplatzes

Der umstrittene Rastplatz auf der A1 bei Oberengstringen bleibt so, wie er derzeit ist: Das Bundesamt für Strassen (Astra) verfolgt seine Pläne für einen Um- und Ausbau nicht weiter. Dies geht aus einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hervor. Weil das Astra das Plangenehmigungsgesuch zurückzieht, tritt das Bundesgericht erst gar nicht auf eine Beschwerde der Gemeinde Oberengstringen ein.

Der Rastplatz bei Oberengstringen wird vorläufig nicht umgebaut.

Der Rastplatz bei Oberengstringen wird vorläufig nicht umgebaut.

Flurina Dünki

21. Februar: Uitikon entlässt Dorfpolizisten

Gegen einen Uitiker Dorfpolizisten wird ein Verfahren eingeleitet, wie nun bekannt wird. Dies nachdem die Gemeinde Ende Januar Anzeige erstattete. Der Grund: Der Polizist soll Geld veruntreut haben, das er im Rahmen einer Verkehrsbusse eingenommen hat. Von der Gemeinde wird er daraufhin fristlos entlassen. Im Herbst wird er wegen mehrfacher Begünstigung, mehrfacher Urkundenfälschung im Amt und wegen Amtsmissbrauch verurteilt. Er hatte Bussenquittungen ausgestellt, aber tiefere Beträge einkassiert. Zudem gab er vertrauliche Informationen aus einer Polizeidatenbank an einen Dritten weiter. Der Vorwurf, dass der Beschuldigte systematisch Bussgelder in den eigenen Sack gesteckt haben soll, wird nicht bewiesen.

26. Februar: Freispruch für Gregor Biffiger

Keine Verleumdung, keine üble Nachrede, keine Nötigung: Das Zürcher Obergericht spricht Gregor Biffiger, Präsident des Gewerbeverbands Limmattal, von allen drei Vorwürfen frei. Der Fall ist eine von mehreren Rechtsstreitigkeiten im Nachgang zur 2015 losgetretenen Statthalter-Affäre. Zur Erinnerung:

Zwei damalige Angestellte des Dietiker Statthalteramts meldeten sich beim stellvertretenden kantonalen Ombudsmann, woraufhin ein Verfahren gegen den damaligen Statthalter Adrian Leimgrübler begann. 2017 wählte das Volk Leimgrübler ab. Biffiger machte im September 2016 die Namen der beiden Frauen einer breiten Öffentlichkeit bekannt und warf ihnen falsche Anschuldigung vor. Später bot er den Ex-Angestellten des Statthalteramts an, ihre Namen aus dem von ihm veröffentlichten Text zu entfernen, wenn sie dafür auf rechtliche Schritten verzichten.

Präsident des Gewerbeverbandes Limmattal, Gregor Biffiger wird frei gesprochen.

Präsident des Gewerbeverbandes Limmattal, Gregor Biffiger wird frei gesprochen.

Severin Bigler

2. März: Schlägerei beim Shoppi

Bei einer Massenschlägerei mit rund 30 jungen Männern in Spreitenbach wird ein 15-Jähriger von einem 16-Jährigen mit einem Messer verletzt. Auslöser soll ein sogenanntes «Meme» gewesen sein, ein ursprünglich humorvoll gemeintes Bild, das in diesem Fall zu einem ungesunden Kräftemessen zwischen Jugendlichen aus Dietikon und Spreitenbach geführt haben soll. Laut einer Bekannten des mutmasslichen Messerstechers soll die Schlägerei verabredet gewesen sein.

Beim Shoppi in Spreitenbach kam es zu einer Schlägerei. Der Auslöser war ein Meme.

Beim Shoppi in Spreitenbach kam es zu einer Schlägerei. Der Auslöser war ein Meme.

Zur Verfügung gestellt

13. März: Neuer Anlauf für Alterszentrum

Der Bergdietiker Gemeinderat hat den Gestaltungsplan für das Alters- und Pflegezentrum Hintermatt überarbeitet. Dieser beinhaltet insbesondere eine Verkleinerung der Altersmietwohnungen und eine Reduktion der zusätzlichen Anzahl Pflegeplätze. Nun kann sich die Bevölkerung zu den Plänen äussern. Das Projekt ist seit Jahren umstritten. Auch das Bundesgericht musste sich schon damit befassen.

Insgesamt gehen bis zum Ende des Mitwirkungsverfahrens vier Eingaben ein. Der Gemeinderat zieht darum eine positive Bilanz. Hartnäckiger Widerstand begleitet das Projekt aber nach wie vor. Einer
der Gegner des Projekts hat beim Departement Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau eine Aufsichtsanzeige gegen den Gemeinderat eingereicht. Im Dezember beschliesst der Gemeinderat den Gestaltungsplan.

24. März: Kampus ist neu im Kantonsrat

Das Volk hat gesprochen. Der Schlieremer Manuel Kampus (Grüne) zieht neu in den Kantonsrat ein. Er folgt auf Martin Romer (BDP, Dietikon), der die Wiederwahl nicht schafft. Die anderen zehn Bisherigen aus dem Limmattal können ihre Sitze verteidigen. Die Grünen haben noch mehr Grund zu feiern. Allein im Limmattal haben die Grünen um 2,51 Prozent zugelegt, auf 6,2 Prozent Wähleranteil. Auch die GLP hat Grund zu feiern. Im Bezirk Dietikon legt sie um 6,87 Prozent auf 12,48 Prozent Wähleranteil zu und überholen die CVP. Stärkste Partei im Limmattal bleibt trotz Verlusten die SVP. Platz zwei belegt neu die SP, die die FDP überholt. Die FDP verliert zudem ihren dritten Sitz im Kantonsrat, der wegen des Parteiwechsels von Martin Romer bereits während der Legislatur verloren ging, nun endgültig.

Markus Kampus (Grüne) wurde in den Kantonsrat gewählt.

Markus Kampus (Grüne) wurde in den Kantonsrat gewählt.

Dominik Ritzmann/ZVG

27. März: Guerilla-Aktion gegen Halter AG

Das Mass ist voll, findet der Quartierverein Limmatfeld. Seit Jahren kann die Stadt Dietikon keine blaue Zone im Quartier einrichten, weil sie sich mit der Halter AG nicht einigen kann. Nun greifen die Mitglieder des Quartiervereins zur blauen Spraydose. Kurzerhand verwandelt der Vorstand des Quartiervereins die gelben, privat bewirtschafteten Parkplätze selber in eine blaue Zone. Zudem umhüllt er die Parkuhren. Die Botschaft: Die Quartierstrassen sind öffentlicher Strassenraum, welcher der Stadt gehören soll. Stattdessen gilt dort eine maximale Parkdauer von zwei Stunden.