Jahresrückblick 2019
Das sorgte im Limmattal in den Monaten April bis Juni für Schlagzeilen

Whistleblower, Trickfilme, Hühnerdiebe und Drohnen: Dies und noch vieles mehr sorgte im zweiten Viertel des Jahres für Aufsehen im Limmattal.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Innert einer Stunde wurde der berühmteste Schlieremer Baum im Juni gefällt.

Innert einer Stunde wurde der berühmteste Schlieremer Baum im Juni gefällt.

Severin Bigler

8. April: Keine Ermittlung gegen Whistleblowerin

Das Strafverfahren gegen den ehemaligen Statthalter des Bezirks Dietikon, das wegen des Vorwurfs der Begünstigung eingeleitet worden war, wurde im Dezember 2017 eingestellt. Dies kam einem Freispruch für Adrian Leimgrübler gleich. In der Folge reichte er deshalb eine Anzeige ein: Die Frau, die mit ihren Vorwürfen den ganzen Fall ins Rollen und ihn in der Folge um sein Amt brachte, sei wegen falscher Anschuldigung zu bestrafen, forderte Leimgrübler. Das Bundesgericht sieht nun keine Veranlassung, gegen die Frau eine strafrechtliche Untersuchung einzuleiten; es hat eine Beschwerde des ehemaligen Statthalters abgewiesen.

24. April: Der Stadtplatz wird besser gesalzen

An frostigen Tagen wird künftig die gesamte Fläche des Schlieremer Stadtplatzes gesalzen. Bislang geschah das nur auf einzelnen Fussgängergassen. Dies geht aus einer Antwort des Stadtrates auf eine kleine Anfrage von SVP-Gemeinderat Hans-Ulrich Etter hervor. Dieser hatte in diesem Januar festgestellt, dass sich auf dem neuen Stadtplatz jeweils, da unter anderem das Wasser an verschiedenen Stellen nicht gut ablief, rasch Eis gebildet hatte.

26. April: Dietikon ist Trickfilm-Mekka

Im «Gleis 21» in Dietikon wird die grosse nationale Trickfilmausstellung eröffnet, die bis zum 17. Mai dauert. «Drei Wochen lang ist hier immer etwas los», sagt Rita Bachofen, Co-Präsidentin des Vereins Trickfilmausstellung Dietikon 2019. Die vielen Anwesenden schauen sich am Eröffnungsabend erste Trickfilme an. So etwa jene von Kindern, die in Urdorf und Dietikon gelernt hatten, wie man mit einfachen Mitteln kreative Geschichten vertrickfilmt. Die Idee für die Ausstellung hatte Rolf Brönnimann, der nach acht Jahren und 8000 Zeichnungen seinen zehnminütigen Animationsfilm «Bolero Station» fertiggestellt hat.

CH Media

27. April: Neuer Weg erinnert an Silja Walter

Am 23. April wäre Silja Walter 100 Jahre alt geworden. Im Kloster Fahr wird zum Gedenken an die schreibende Nonne unter anderem ein Stationen-Weg mit zehn informativen Stelen eingeweiht. Der neue Silja-Walter-Weg ist auch virtuell begehbar – die 150 geladenen Gäste an der Eröffnungsfeier
erhalten von den Klosterfrauen denn auch gleich Virtual-Reality-Brillen, die unter anderem einen Rundumblick ermöglichen.

CH Media

10. Mai: Dietikon wird zur Gartenstadt

Auf der Dietiker Allmend öffnet eine Gartenausstellung ihre Tore. Unter dem Titel «(G)Artenvielfalt – ohne invasive Neophyten» zeigen verschiedene Gartenfirmen des Gärtnermeisterverbands, wie ohne den Einsatz von gebietsfremden, schädlichen Pflanzen attraktive Gartengestaltung betrieben werden kann. Damit soll auf die Biodiversität aufmerksam gemacht und es sollen einheimische Lösungen gegen invasive Neophyten aufgezeigt werden. Die Ausstellung dauert bis im November 2020.

15. Mai: Hühnerdiebe in Unterengstringen

Entsetzen in der Villa Sparrenberg: Das Hühnergehege des Anwesens oberhalb Unterengstringen wird in der Nacht leergeräumt. Die Polizei rechtes Limmattal ermittelt. Für sie ist klar: Der Fuchs kann es nicht gewesen sein. Vielmehr ist davon auszugehen, dass zwei Kriminelle die Hühner behändigten. Die Leiterin der Seniorenresidenz Sparrenberg, Aila Haavisto, hat Anzeige gegen unbekannt eingereicht. Stutzig macht sie, dass sie eine Woche vor dem Vorfall gewarnt wurde, dass sich manche in der Nachbarschaft an den Geräuschen der Tiere stören würden.

CH Media

19. Mai: Kulturausgaben werden nicht gekürzt

Der Vorstoss von Artur Terekhov ist chancenlos. 80 Prozent der Stimmberechtigten in Oberengstringen sagen Nein zur «Anti-Kultur-Initiative». Sie verlangte, dass die Gemeinde nur noch 100000 Franken jährlich für Kulturausgaben verwenden darf und sie beziehungsweise die Kulturkommission nur vier Anlässe pro Jahr durchführen darf.

25. Mai: Erstes Singtalent gekürt

Grosse Freude bei Martina Meier: Die 37-Jährige aus Wettingen gewinnt in der Stadthalle Dietikon den Wettbewerb «Dietikon sucht das Singtalent». Sie überzeugt das Publikum mit dem Lied «Hallelujah I Love Him So» von Ray Charles. Begleitet wird sie von der Stadtmusik Dietikon, die den Gesangswettbewerb an ihrem Jahreskonzert umrahmt. Meier darf nun eine CD aufnehmen. Am Wettbewerb mitgemacht hat sie, nachdem sie bei einer Zugfahrt Mitglieder der Stadtmusik kennen gelernt hatte.

CH Media

30. Mai: Keine gemeinsame Strategie

Um die Immobilienkosten der Politischen Gemeinde und der Schulgemeinde Urdorf zu senken, erarbeiteten die beiden Güter in den vergangenen zweieinhalb Jahren eine gemeinsame Immobilien-Strategie. Der Haken: Sie wird nun nicht umgesetzt wird. «Da sich die Ausgangslage stark verändert hat, sind wir zum Schluss gekommen, dass die bevorzugte Variante nicht mehrheitsfähig ist», sagt Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner (EVP). Schulgemeinde und Politische Gemeinde befürworten eine Variante, die den Rückbau des beliebten Hallenbads vorsieht.

31. Mai: Drohnen am Egelsee sind verboten

Der Bergdietiker Gemeinderat erlässt ein Drohnenverbot für das Egelseeschutzgebiet. Denn der Lärm der Geräte stört die Tierwelt im Schutzgebiet, insbesondere die Brutvögel.

7. Juni: Auf der Kreuzung wird nachgebessert

Ein Vorstoss des Dietiker SP-Gemeinderats Martin Steiner zeitigt Wirkung: Der Kanton prüft Nachbesserungen für Velofahrerinnen und -fahrer auf der im Sommer 2018 erneuerten Schönenwerdkreuzung. So sollen bislang fehlende Markierungen angebracht und die Kreuzung soll übersichtlicher gestaltet werden.

CH Media

21. Juni: Der Dietiker Polizeichef geht

Der berühmteste Baum des Limmattals ist nicht mehr. Der Schlieremer Stadtrat lässt die Blutbuche im Stadtzentrum trotz Widerstand fällen. Nach nur knapp einer Stunde ist der Baum verschwunden. Bereits Mitte Mai war bekannt geworden, dass die Buche am Absterben sei und nicht mehr gerettet werden könne. Im Februar 2018 war man noch zuversichtlich. Damals wurde die rund 70- bis 80-jährige Blutbuche vom Schlieremer Zentrumsplatz für rund 160000 Franken umgepflanzt. Sie stand dem Bau der Limmattalbahn im Weg. Doch nach der Umpflanzung konnte der Baum nicht mehr ausreichend Wasser aufnehmen, was schliesslich zu seiner Fällung führte.

25. Juni: Die Buche von Schlieren wird gefällt

Das Mass ist voll, findet der Quartierverein Limmatfeld. Seit Jahren kann die Stadt Dietikon keine blaue Zone im Quartier einrichten, weil sie sich mit der Halter AG nicht einigen kann. Nun greifen die Mitglieder des Quartiervereins zur blauen Spraydose. Kurzerhand verwandelt der Vorstand des Quartiervereins die gelben, privat bewirtschafteten Parkplätze selber in eine blaue Zone. Zudem umhüllt er die Parkuhren. Die Botschaft: Die Quartierstrassen sind öffentlicher Strassenraum, welcher der Stadt gehören soll. Stattdessen gilt dort eine maximale Parkdauer von zwei Stunden.

27. Juni Abgestimmt wird im Freien

Die Hitzewelle hat das Limmattal im Griff. In Bergdietikon zieht man deshalb die Konsequenzen. Die Gemeindeversammlung wird von der Aula des Mehrzweckgebäudes auf den Sportplatz zu verlegt. Diese Open-Air-Versammlung, ganz ohne Zelt oder dergleichen, ist eine Premiere. Obwohl die Idee kurzfristig entstanden ist, steht alles bereit, inklusive Sonnenschirme und Bratwürste und zur Abkühlung gibt es Glacen.

CH Media