Schlieren

Das Schulhaus Kalktarren bleibt ein einzelner Schulbetrieb

Im Vorfeld der Parlamentssitzung machten rund 30 Lehrerinnen und Lehrer aus dem Schulhaus Kalktarren die Parlamentarier darauf aufmerksam, dass sie dem Postulat Rüsts ablehnend gegenüberstanden. (fni)

Im Vorfeld der Parlamentssitzung machten rund 30 Lehrerinnen und Lehrer aus dem Schulhaus Kalktarren die Parlamentarier darauf aufmerksam, dass sie dem Postulat Rüsts ablehnend gegenüberstanden. (fni)

Das Postulat von Gemeinderat Beat Rüst (Grüne) wurde nur knapp nicht an den Stadtrat überwiesen. Parlamentspräsident Lucas Arnet (FDP) fällte schliesslich den Stichentscheid. Die Debatte um die Schulleitung im «Chalchi» wurde emotional geführt.

Ein Stichentscheid führte schliesslich dazu, dass das Postulat von Beat Rüst und 17 Mitunterzeichnenden nicht an den Stadtrat überwiesen wurde. Die Postulanten forderten, dass der Stadtrat prüft, ob der Schulbetrieb im Schulhaus Kalktarren in eine Sekundarschul- und eine Unterstufe/Kindergarten aufgeteilt und je einer eigenen Leitung unterstellt werden könnte. Bei der Beratung des Traktandums an der Parlamentssitzung gestern Abend kam es zu einer emotionalen Debatte.

Postulant Beat Rüst (Grüne) begründete seinen Vorstoss damit, dass es sich bei der Schule Kalktarren wegen der fehlenden Mittelstufe um keine Schuleinheit handle, dass angesichts der Grösse der Schule eine einzelne Schulleitung nicht ausreiche, und dass das Modell mit einer Leitung nicht in die Schullandschaft passe.

Vor Entscheidung Modelle geprüft

Schulpräsidentin Bea Krebs (FDP) erklärte in ihrer Antwort, dass der Stadtrat nicht bereit sei, das Postulat anzunehmen. Die Entscheidung für die Lösung mit einer einzigen Leitung und einer administrativen Assistentin sei vor rund zwei Jahren nach eingehender Prüfung der Möglichkeiten gefallen. Ausschlaggebend sei dabei gewesen, dass so weniger Koordination bei der Führung nötig sei, als wenn zwei Schulleitungen je einen Teil des Schulbetriebs leiten. «Wir wollen eine Führung, die handeln kann, und nicht nur verhandeln», sagte sie. Rüst hatte argumentiert, dass die Schulen an der Schul- und Grabenstrasse als einzelne Schulbetriebe geführt würden, obwohl es sich dabei um eine Schuleinheit handeln würde. Krebs erwiderte, dass sie auch dort lieber eine einzige Schulleitung hätte. Allerdings wolle sie nicht ohne Not Personal entlassen.

Anders ist nicht gleich schlecht

In der anschliessenden Diskussion befand Andreas Geistlich (FDP), dass ein System nicht schlecht sein müsse, nur weil es nicht der Norm entspreche. «Im Kalktarren hat man eine innovative Lösung gefunden. Man sollte eher dieses Modell als Vorbild nehmen, als das an der Schul- und Grabenstrasse.» SP/Grüne stellten sich hinter den Vorstoss Rüsts. Wendy Buck (SP) wies das Parlament darauf hin, dass Rüst auch auf qualitative Mängel der pädagogischen Führung im Kalktarren hingewiesen hatte. Sie anerkenne zwar, dass die Lehrerschaft für Ihre Schulleitung kämpfe. «Der Entscheid des Parlaments betrifft aber nicht nur die Zufriedenheit der Lehrer, sondern auch die Schüler», sagte sie. Reto Bär (EVP) sagte, seine Fraktion unterstütze das Postulat. Man wolle eine schriftliche Begründung der Schulpflege, weshalb das System im Schulhaus Kalktarren so gut funktioniere. «Allenfalls könnte es auch als zukunftsweisende Lösung für das Schulhaus Schlieren West aufgenommen werden», so Bär. Das Postulat könne ja nach der Begründung abgeschrieben werden.

Die Abstimmung führte zu keinem Entscheid. Damit lag der Stichentscheid beim Parlamentspräsidenten Lucas Arnet (FDP). Auch er erachte den Aufwand einer schriftlichen Antwort als zu gross, begründete er den Entscheid, das Postulat nicht zu überweisen: «Schliesslich kann das Protokoll der heutigen Sitzung konsultiert werden.»

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