Sie könnte fast als gelbe Margerite durchgehen, doch so harmlos, wie sie scheint, ist diese Pflanze nicht. Die Rede ist vom schmalblättrigen Greiskraut.

Einige Greiskräuter produzieren giftige Alkaloide, die für Mensch und Tier gefährlich sind. So auch das schmalblättrige Greiskraut. Wenn die Pflanze in grösseren Mengen in den Organismus von Tieren, wie Kühen oder Bienen gelangt, kann ihr Gift zu Leberschäden oder Fortpflanzungsstörungen führen.

«Die Alkaloide könnten dann über die Nahrungskette auch uns als Endverbraucher Schaden zufügen», erklärt Pia Schütz, Regionalkoordinatorin «Schmalblättriges Greiskraut» für die Stadt Zürich und das Limmattal.

Merkmal: Schmale Stängelblätter

Die melde- und bekämpfungspflichtige Pflanze verbreitet sich bei uns vor allem entlang von Strassen, Bahnlinien und Fliessgewässern. Bis jetzt wurden nur wenige Exemplare auf Wiesen und Weiden gefunden.

Die Samen verbreiten sich vor allem durch Wind, haften aber auch Fahrzeugen an und können so über weite Strecken verschleppt werden. Da das schmalblättrige Greiskraut sich im Laufe der Zeit immer mehr verzweigt und so eine immense Anzahl Samen bildet, verbreitet sich die Pflanze sehr schnell und kann heimische Arten verdrängen.

Verwechslungsgefahr besteht mit anderen Kreuzkräutern, wie dem Wasser-Kreuzkraut. «Man erkennt das Greiskraut vor allem an seinen schmalen Stängelbättern», sagt Simon Stutz, Werkmeister in Geroldswil. Ursprünglich kommt das giftige Kraut aus Südafrika. «Höchstwahrscheinlich wurde es durch den Import von Schafwolle nach Europa gebracht», erklärt Schütz.

Fachgerechte Entsorgung

Hat man tatsächlich eine solche Pflanze gefunden, solle man sie unbedingt melden, beispielsweise beim Neophyten-Verantwortlichen der betreffenden Gemeinde. Einzelne Pflanzen könne man ohne weiteres selber entfernen, erklärt Schütz: «Wichtig dabei ist, dass man die ganze Pflanze ausreisst, wenn möglich vor dem Verblühen, also vor der Samenbildung.»

Die Entsorgung des Krauts erfolge in Kehrichtsäcken, «damit es sich nicht weiterverbreitet», sagt Simon Stutz. Wenn sich die Pflanze auf dem eigenen Grundstück befindet, solle man zusätzlich den Rasen vor der Samenbildung mähen und das Prozedere alle sechs bis acht Wochen wiederholen.

Glücklicherweise sind in der ganzen Schweiz noch keine Unfälle in Verbindung mit der giftigen Pflanze bekannt. «Damit das so bleibt, muss das schmalblättrige Greiskraut systematisch bekämpft werden», sagt Schütz.