Weiningen
Das Schlössli bekommt einen Lift

Durch die 500'000-Franken-Investition soll der Bau für körperlich Beeinträchtigte zugänglich werden.

Gabriele Heigl
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Während der Einbauarbeiten wird das Weininger Schlössli für ein halbes Jahr für die Bevölkerung nicht zugänglich sein.

Während der Einbauarbeiten wird das Weininger Schlössli für ein halbes Jahr für die Bevölkerung nicht zugänglich sein.

zim

49 Ja- zu 35 Nein-Stimmen – das Ergebnis zeugt nicht für eine überwältigende Zustimmung. Die zeichnete sich nach einer rege geführten Diskussion auf der gestrigen Gemeindeversammlung in Weiningen auch nicht ab. Zu Wort meldeten sich vor allem die Gegner des Projekts beziehungsweise die Stimmberechtigten mit mahnenden Worten.

Thomas Mattle, der Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), erläuterte, warum die RPK die Ablehnung beantragte: «Ist das Projekt zweckmässig, dringlich und notwendig oder ist es nur nice to have?» Angesichts der künftigen Investitionen in Höhe von rund 30 Millionen Franken sei es nicht zwingend, dass das Projekt jetzt gemacht werden müsse.

Grundsätzlich sei der Lift schon die richtige Idee, meinte Armin Hauser. Das Gebäude sei für ältere Leute und Behinderte nicht erschlossen. Und es sei beschwerlich, Sachen hochzutragen, vor allem in das oberste Stockwerk, wo die Bibliothek, der Arbeitsplatz seiner Frau, untergebracht sei. Er begrüsse das Projekt, halte aber die Umsetzung für nicht überzeugend, denn man müsse auch genauer die Folgen bedenken. Hauser erwartet weitere notwendige bauliche Anpassungen. Man müsse sich genauer anschauen, ob es sich wirklich um ein gebrauchstaugliches Projekt handle. «Wir sollten kein Flickwerk machen.»

Budget einstimmig angenommen

Hans Henkermann bezweifelte die Kostenschätzungen der Architekten. Plusminus 15 Prozent, wie angegeben, werden wohl nicht reichen. Ein anderen Votant wollte den Einbau eines Treppenliftes geprüft sehen. Das sei kein so grosser Eingriff in die Bausubstanz wie ein Lift. Köbi Haug äusserte sich pro Personenlift: «Ich verstehe nicht, dass man bei der RPK sagt, dass wir das verschieben könnten. Wir sollten uns im Gegenteil bei den Behinderten und alten Leuten entschuldigen, dass wir
30 Jahre damit gewartet haben.»

Moritz Lüthi stellte die Frage nach der Verhältnismässigkeit des Einbaus. Das Behindertengleichstellungsgesetz müsse nur umgesetzt werden, wenn es auch wirtschaftlich zumutbar sei. Er plädierte für die Prüfung von günstigeren Massnahmen. Markus Werffeli sprach sich dafür aus, das Projekt nochmals gut zu überdenken und in einem Jahr erneut zur Abstimmung zu bringen. Er stiess sich auch an die Fassadenrenovierung am Schlössli, die im Zuge des Lifteinbaus auch noch gemacht werden soll. «Die Fassade sieht doch super aus.»

Grosse Zustimmung gab es für die kommunalen Grundsätze für die Gebührenerhebung, ein einstimmiges Ja für das Budget mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 85 Prozent.