Diese werde die Kyburg aber nicht grundlegend verändern, erklärt Stauffacher. Vielmehr gelte es, die Infrastruktur den Bedürfnissen der Gäste und Mitarbeiter anzupassen. Im Erdgeschoss des Ökonomiegebäudes werden nach dem Umbau ein Shop, eine kleine Cafeteria und ein Gastraum, den Schulklassen für die Verpflegung nutzen können, integriert. Im Obergeschoss sollen die Räume für das Museumspersonal, also Arbeitsräume, ein Archiv und eine Bi­bliothek Platz finden. Ausserdem werde die Kyburg wegen der kalten Temperaturen im Schloss und der sehr schwachen Besucherzahlen im Winter die Öffnungszeiten weiter reduzieren.

Die Ausstellung verliert sich

Dauerausstellungen haben laut Stauffacher heutzutage nur noch eine «Halbwertszeit» von 10 bis 15 Jahren. Das liege daran, dass sich die Bedürfnisse der Besucher wandeln, aber auch immer wieder neue Erkenntnisse über die Geschichte bekannt werden. Diese Entwicklung wolle man nun zeigen, denn die aktuelle Ausstellung in der Kyburg ist bereits 14 Jahre alt. Ob das allein der Grund für die geringe, dafür aber konstante Verringerung der Besucherzahlen im Schloss ist, weiss Stauffacher nicht. Als Massnahme lud er ein Expertenteam ein, das Schloss zu beurteilen und Verbesserungsvorschläge anzubringen. «Die Experten kamen zum Schluss, dass die jetzige Ausstellung zwar von hoher Qualität sei, sich aber in Themen verliere.»

Nun möchte Stauffacher die Besonderheiten des Baudenkmals Kyburg und seiner Geschichte sichtbarer machen: «Das Schloss soll gleichzeitig ‹burgiger› und ‹kyburgiger› werden.» Das Mobiliar im Innern falle künftig dezent aus, damit der Blick auf das historische Gebäude nicht behindert werde. Ausserdem lege die neue Ausstellung Wert auf die Geschichte der Kyburg selbst. «Wir wollen das Spezielle an diesem Schloss hervorheben», sagt Stauffacher. Das Baudenkmal würde aber nur punktuell verändert werden und integral erhalten bleiben.

Neu wäre auch ein Rundgang für Kinder, der Tiere wie Marder oder Siebenschläfer, die auf dem Schloss leben, den Gästen näherbringt. Ausserdem sollen Museumsangestellte Präsenz markieren und den Besuchern alle Fragen bezüglich der Kyburg beantworten.

Die Aussenansicht des Schlosses wird sich nicht verändern. Doch Stauffacher schwebt vor, den Ringmauerweg wiederzueröffnen, damit Besucher die «abweisende Fassade» der Burg auf der Nordseite bestaunen können. «So lässt die neue Ausstellung noch mehr Blicke auf die historisch gewachsene Bausubstanz zu», erklärt er. Ebenfalls draussen ist ein Picknick- und Spielplatz mit Holzpferden und einer Kutsche geplant.

Etappierter Zeitplan

Der Verein Museum Schloss Kyburg reichte laut Stauffacher bereits einen Kreditantrag beim Zürcher Lotteriefonds ein. Aus diesem kann der Kanton Beiträge für kulturell oder sozial tätige, nicht gewinnorientierte Organisationen sprechen. Die Kosten für das Kyburg-Projekt betragen gut neun Millionen Franken. «Wir können aber nicht beeinflussen, ob und wann der Kantonsrat unser Vorhaben bewilligt.» Er rechnet im günstigsten Fall damit, dass das Museum die neuen Räume im Ökonomiegebäude und einen Teil der Ausstellung im Juni 2016 eröffnen kann. 2018 soll der zweite Teil der Ausstellung folgen, und ein Jahr später ist die erste semipermanente Ausstellung geplant. Man habe die Eröffnungen ganz bewusst etappiert, um das Museum nicht für längere Zeit schliessen zu müssen.